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Werder trennt sich von Thomas Schaaf:Großer Erfolg 2004

2004 führte Schaaf Bremen zur Deutschen Meisterschaft. Es war die bislang erfolgreichste Saison für Werder: Der Klub gewann in diesem Jahr zudem den DFB-Pokal. Insgesamt holte Schaaf drei Pokalsiege - auch 1999 und 2009. Werder nahm unter Schaafs Leitung sechs Mal an der Champions League teil und vier Mal beim Uefa-Cup beziehungsweise der Europa League. 2009 kam der Verein bis ins Finale, verlor aber gegen Schachtjor Donezk. Die Mannschaft überzeugte unter Schaaf nicht nur mit Erfolgen, sie spielte auch einen attraktiven Offensivfußball.

Das Bremer Modell, das auf Konstanz setzte, war einzigartig in der Bundesliga und hat viel Lob bekommen. Doch bereits in den vergangenen beiden Bundesligaspielzeiten kam Bremen dem Abstieg immer wieder bedrohlich nahe. 2011 landete der Klub auf Platz 13, 2012 legten die Bremer die schlechteste Rückrunde der Vereinsgeschichte hin, der Klub verpasste als Neunter erneut das internationale Geschäft. Derzeit steht Werder auf dem 14. Rang.

Bereits im November 2012 spitzte sich die Lage zu: Fast genauso lange wie Schaaf war auch Geschäftsführer Klaus Allofs im Amt gewesen. Die beiden waren ein aufeinander abgestimmtes Arbeitsduo, das sich freundschaftlich verbunden war - und funktionierte. Doch der VfL Wolfsburg lockte Allofs mit einem Gehalt, das angeblich doppelt so hoch war wie das bisherige in Bremen. Von der Trennung des "Traumpaars der Bundesliga" war die Rede. Schaaf blieb ein wenig zerknirscht zurück.

Schon seit einigen Wochen gab es Gerüchte über einen möglichen Abschied. Die Stimmen mehrten sich, dass der spröde und eigenwillige Schaaf die junge Mannschaft nicht mehr erreicht. Dass seine Methoden womöglich veraltet sind. Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer kündigte vielsagend an: "Nach der Saison werden wir hier jeden Stein umdrehen. Dann werden wir über Personen sprechen." Spätestens da war klar, dass auch Schaafs Posten zur Disposition steht.

Die Anhänger reagierten im Abstiegskampf auf ihre Weise: Sie feuerten das Team frenetisch an, sie solidarisierten sich mit dem Trainer. Und auch Schaaf reagierte auf seine Weise: Er bewahrte die Ruhe, verlor seinen trockenen Humor nie, redete nie über Schwächen seiner Spieler - und konnte so einen letzten, wenn auch nur kleinen Erfolg feiern.

© Süddeutsche.de/ebc
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