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Bundesliga:"Es ist bitter, es ist irgendwie ein verlorener Punkt"

Werder Bremen - VfB Stuttgart

Ohne Glück in Bremen: VfB-Stürmer Mario Gomez (r.).

(Foto: dpa)

Der VfB Stuttgart muss weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2019 warten, hat mit dem 1:1 (1:1) bei Werder Bremen aber zumindest ein Lebenszeichen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gesendet. Dank der couragierten Leistung bei den ambitionierten Norddeutschen darf auch VfB-Coach Markus Weinzierl seinen Trainerposten erst einmal behalten. Sportvorstand Thomas Hitzlsperger stärkte den Coach: "Wir haben doch alle gesehen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben." Weinzierl werde auch beim Kellerduell gegen Hannover 96 am kommenden Sonntag auf der Bank sitzen. "Klar, wir haben einen Punkt in Bremen geholt, das ist aller Ehren wert", sagte Hitzlsperger.

Vor 41 000 Zuschauern im Bremer Weserstadion hatte Steven Zuber den VfB am Freitagabend bereits in der zweiten Minute in Führung gebracht. Davy Klaassen gelang in der 45. Minute der Ausgleich für die Bremer, für die das Remis im Kampf um die Europa-League-Plätze aber zu wenig ist. "Wir wollten gewinnen, das haben wir nicht geschafft", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt bei Eurosport. "Es ist sehr ärgerlich, aber ich kann jetzt auch keinem einen Vorwurf machen. Wir alle wollten heute gewinnen - aber zum Gewinnen war das heute zu wenig."

Schon nach 61 Sekunden lag der Ball im Netz. Bei seinem Tor nach Kopfballvorlage von Mario Gomez umkurvte Zuber erst Nuri Sahin, dann setzte der Schweizer zu einem Solo an und ließ Werder-Keeper Jiri Pavlenka mit seinem Schuss in die kurze Ecke keine Chance.

Den Schock des schnellsten Gegentors in dieser Saison hatten die verschlafenen Bremer noch gar nicht richtig abgeschüttelt, da hatte Gomez die nächste Großchance - doch der 33-Jährige vertändelte den Ball im Strafraum (9.), zudem war Pavlenka da. Die Werder-Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt, der erstmals den 19 Jahre alte US-Amerikaner Joshua Sargent in die Startelf beorderte, schien noch gar nicht richtig auf dem Platz zu sein. "Irgendwie habe ich gehofft, dass wir diesmal den Lucky Punch schaffen und nicht der Gegener. Es ist bitter, es ist irgendwie ein verlorener Punkt", sagte Gomez. Der 33-Jährige war auch selbstkritisch: "Ich habe zwei Chancen - wenn ich eine mache, steht es 2:0. Das Glück ist im Moment nicht auf meiner Seite."

Rashica überzeugt für Bremen

Weinzierl hatte sein Team im Vergleich zum 1:3 gegen RB Leipzig nicht verändert. Der VfB kombinierte gut, nahm die Zweikämpfe an und blieb bei pfeilschnellen Kontern gefährlich. Erst nach 15 Minuten hatte Werder durch eine tolle Einzelaktion von Milot Rashica die erste Chance.

Danach kamen die Norddeutschen zwar besser ins Spiel, leisteten sich aber zu viele Fehlpässe, agierten zu behäbig. Alexander Esswein (25.) und erneut Zuber (26.) versuchten ihr Glück, bevor der starke Rashica die bis dahin beste Werder-Chance aus bester Position vergab (30.).

Doch auch deutlich mehr Ballbesitz brachte lange nichts Zählbares - bis Klaassen kurz vor dem Pausenpfiff mit einem Sonntagsschuss den Ausgleich erzielte (45.). Zuvor hatte Pavlenka auch die zweite Riesenchance von Gomez reaktionsschnell vereitelt (44.). So war das 1:1 zur Pause für die Hausherren etwas schmeichelhaft.

Als Claudio Pizarro nach einer Stunde für den glücklosen Sargent kam, ging ein Raunen durchs Stadion - viele Fans erhoben sich sogar von den Sitzen. Doch anders als beim 1:1 in Berlin konnte der mit 40 Jahren älteste Torschütze der Bundesliga-Historie diesmal keinen Treffer erzielen. Stuttgarts Keeper Ron-Robert Zieler hielt in der Sturm-und-Drang-Periode der Bremer das 1:1 fest - auch bei einer Riesen-Kopfballchance von Verteidiger Theodor Gebre Selassie war er auf dem Posten (79.).

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