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Weltmeisterschaft in Russland:Das sind die Stadien für die Fußball-WM

Zwölf Bauten sind die Bühnen der Weltmeisterschaft - zum Teil extrem überteuert und unter miserablen Arbeitsbedingungen errichtet. Manche werden eine traurige Zukunft haben.

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Moskau:Olympiastadion Luschniki

WM 2018 - Luschniki-Stadion

Quelle: dpa

Das Stadion: Das am 31. Juli 1956 fertiggestellte Luschniki liegt in einer Grünanlage am Ufer des Flusses Moskwa. Es wurde für die Olympischen Sommerspiele des Jahres 1980 erweitert und bot damals 103 000 Menschen Platz. Am 20. Oktober 1982 starben im Stadion während einer Panik am Rande eines Uefa-Pokalspiels 340 Menschen. Während des Umbaus von 2014 an wurde die Laufbahn im Innenraum entfernt. Das Stadion soll nun rund 80 000 Zuschauern Platz bieten. Einziges Problem: Trotz Baukosten von rund einer Milliarde Euro wird nach der WM keine Mannschaft regelmäßig in dem Stadion spielen.

Die Stadt: Moskau, die Hauptstadt Russlands, liegt im Westen des Riesenreichs und wird von der Moskwa durchflossen. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Amtssitz des Präsidenten, der Kreml. Das symbolische Zentrum Russlands, der Rote Platz mit dem Lenin-Mausoleum, der großen Sammlung des Historischen Museums und der Basilius-Kathedrale, liegt vor den Mauern des Kreml. Die Einwohnerzahl beträgt 12,4 Millionen. Moskau besitzt drei internationale Flughäfen, drei Binnenhäfen und acht Fernbahnhöfe, die Stadt ist das größte Industriezentrum und der wichtigste Verkehrsknoten Russlands.

Die Spiele: sieben, u.a. Eröffnungsspiel Russland - Saudi-Arabien (14.6.), Deutschland - Mexiko (17.6.), ein Halbfinale (11.7.) und das Finale (15.7.)

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Moskau:Spartak Stadion

WM 2018 - Spartak-Stadion

Quelle: dpa

Das Stadion: Das Spartak-Stadion (auch Otkrytije Arena nach dem Namenssponsor, einer russischen Bank) ist das erste eigene Stadion von Spartak Moskau. An der Planung war zunächst ein Architekturbüro aus Dortmund beteiligt. Die Fassade besteht aus roten und weißen rautenförmigen Elementen. Diese sollen das Logo von Spartak darstellen. Diese Farbillustration kann angepasst und geändert werden.

Die Spiele: fünf, u.a. ein Achtelfinale (3.7.)

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Kaliningrad:Kaliningrad Stadion (Arena Baltika)

WM 2018 - Kaliningrad-Stadion

Quelle: dpa

Das Stadion: Errichtet auf der Pregel-Insel Lomse ist es die Heimat des russischen Zweitligisten FK Baltika Kaliningrad. Zu Beginn der Bauarbeiten im September 2015 wurden 12 000 Pfeiler in den Boden gerammt, um den Bau zu stützen. Das Stadion soll nach der WM von 35 000 auf 25 000 Plätze reduziert werden. Die zunächst geplante offizielle Eröffnung am 22. März 2018 zwischen Baltika Kaliningrad und Schalke 04 wurde aufgrund der arktischen Temperaturen in Russland abgesagt.

Die Stadt: Die bis 1946 deutsche Stadt (Königsberg) wurde als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges Teil der Russischen Sowjetrepublik und nach dem ehemaligen sowjetischen Staatsoberhaupt Kalinin umbenannt. Die Exklave liegt zwischen Polen und Litauen und ist die westlichste Großstadt Russlands. Die Einwohnerzahl hat sich in den vergangenen durch eine gezielte Ansiedlungspolitik stabilisiert und beträgt heute circa 470 000. Wie fast alle russischen Großstädte verfügt Kaliningrad über viele Theater, Museen und Denkmäler. Bekannt sind das Immanuel-Kant-Museum sowie das Dom-Museum.

Die Spiele: vier Vorrundenspiele.

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Jekaterinburg:Jekaterinburg Arena (Zentralstadion)

WM 2018 - Jekaterinburg Arena

Quelle: dpa

Das Stadion: Seit der ersten Eröffnung 1953 wurde das Stadion mehrfach umgebaut, zuletzt zwischen 2006 und 2010. Es bietet ursprünglich nur 27 000 Besuchern und damit weniger als den vorgeschriebenen 35 000 Platz. Das "Wahrzeichen" der Arena von Erstligist FC Ural Oblast Swerdlowsk sind deshalb zwei außen angebrachte Zusatztribünen.

Die Stadt: In Jekaterinburg, einer wichtigen Industrie- und Universitätsstadt am Uralgebirge in Russland, leben ca. 1,4 Millionen Menschen. Der FC Ural Oblast Swerdlowsk (auch FC Ural Jekaterinburg) gehört zu den ältesten Fußballmannschaften Russlands. Die Stadt ist nur knapp 40 Kilometer von der imaginären Grenze zwischen Europa und Asien entfernt. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist die "Kathedrale auf dem Blut", wo 1918 der letzte Zar ermordet wurde. Der Ort gilt mittlerweile als Wallfahrtsort von Anhängern der russischen Monarchie.

Die Spiele: vier Vorrundenspiele.

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Kasan:Kasan Arena

WM 2018 - Kasan Arena

Quelle: dpa

Das Stadion: Wladimir Putin legte am 5. Mai 2010 den Grundstein für den Neubau, der in seiner Form einer Seerose nachempfunden ist. Nach Verzögerungen wurde das circa 465 Millionen Euro teure Stadion zur Sommer-Universiade 2013 rechtzeitig fertiggestellt. Das Heimstadion von Rubin Kasan hat ein Fassungsvermögen von rund 45 000 Plätzen. Ein prägnantes Merkmal ist die größte LED-Medienfassade der Welt an einem Fußballstadion (150 Meter breit, maximal 35 Meter hoch, 3622 qm, drei Millionen LEDs).

Die Stadt: Kasan ist die Hauptstadt der halbautonomen Republik Tartastan und liegt im Südwesten Russlands. Es leben dort 1,1 Millionen Menschen. Die Stadt ist bekannt für ihren jahrhundertealten Kreml. Kasan ist zudem Standort der zweitältesten Universität Russlands, der Staatlichen Universität Kasan, an der prägende Personen der russischen Geschichte wie Lenin und Tolstoi studierten. Das Verkehrsnetz ist gut entwickelt, so führt eine direkte Straße zur Hauptstadt Moskau.

Die Spiele: sechs, u.a. Südkorea - Deutschland (27.6.), ein Achtelfinale (30.6.) und ein Viertelfinale (6.7.)

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Nischni Nowgorod:Stadion Nischni Nowgorod

WM 2018 - Nischni-Nowgorod-Stadion

Quelle: dpa

Das Stadion: Der Neubau für rund 250 Millionen Euro liegt am Zusammenfluss der Flüsse Oka und Wolga und ist inspiriert von Wind und Wasser. Das Stadion ist einem Whirlpool nachempfunden und hat eine Kapazität von 44 899 Plätzen.

Zur Stadt: Nischni Nowgorod ist mit seinen knapp 1,3 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt Russlands und die Hauptstadt des Föderationskreises Wolga. Nischni Nowgorod entwickelte sich nicht nur in den 1850er Jahren zur Drehscheibe des russischen Handels, sondern während der Zeit der Sowjetunion auch zu einer bedeutsamen Industrie-Metropole. Heute ist die Stadt ein wichtiges politisches, wirtschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum Russlands. Besonders sehenswert ist das Stadtzentrum mit Universitäten, Kirchen, Museen, dem Kreml und der Altstadt mit ihren verschiedenen Bauwerken aller Stilepochen vom 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit.

Die Spiele: sechs, u.a. ein Achtelfinale (1.7.) und ein Viertelfinale (6.7.).

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Rostow am Don:Rostow Arena

WM 2018 - Rostow-Arena

Quelle: dpa

Das Stadion: Das Design der Arena des FK Rostow soll die Windungen des Flusses Don nachahmen. Gegen den Heimverein des 275 Millionen Euro teuren Fußballtempels verloren die Bayern in der Champions League Saison 2016/2017 überraschend 2:3 in der Gruppenphase. Mit den Vorarbeiten des Stadions wurde bereits 2012 begonnen. Bis Mitte 2015 wurden zunächst 11 044 Pfähle in den Boden gerammt. Nach der WM soll die Kapazität auf knapp 38 000 Plätze reduziert werden, währenddessen können noch 45 145 Menschen im Stadion Platz finden.

Die Stadt: Rostow ist mit 1,1 Millionen Einwohnern eine der größten Städte im europäischen Teil der Russischen Föderation. Sie wird oft als "Tor zum Kaukasus" bezeichnet. Die Entfernung zu Moskau beträgt 1100 Kilometer. Rostow bildet das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Südrusslands. Außerdem ist die umliegende Region eines der größten Kohleabbaugebiete Russlands. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören neben Kirchen im Stadtzentrum und der Kunstgalerie auch die von Konstantin Thon erbaute Kathedrale.

Die Spiele: fünf, u.a. ein Achtelfinale (2.7.)

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Samara:Samara Arena (Kosmos Arena)

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Quelle: AFP

Das Stadion: Das futuristische Design stellt eine Hommage an die Geschichte der Stadt Samara als russisches Zentrum für die Luft- und Raumfahrt dar. Auf den weiß-blauen Sitzen können 44 918 Zuschauer Platz nehmen. Wegen wiederholter Verzögerungen erfolgte die Stadion-Eröffnung des Aufsteigers Krylja Sowetow Samara erst Ende April 2018. Unter den Tribünen der circa 285 Millionen Euro teuren Arena ist überdies die Eröffnung einer Tanzschule, eines Fitness-Zentrums, eines Unterhaltungszentrums, verschiedener Restaurants sowie einer Fan-Zone geplant.

Die Stadt: Samara ist eine Industriestadt Russlands im Südosten des europäischen Teils. Sie liegt an der Wolga, hat 1,2 Millionen Einwohner und ist damit die sechstgrößte Stadt Russlands. Sie ist zudem Hauptstadt der gleichnamigen Oblast (Regierungsbezirk). Samara besitzt zahlreiche Theater, eine Philharmonie und eine Oper. Vor allem aber für die Wirtschaft ist Samara von großer Bedeutung, da dort unter anderem die russischen Weltraumraketen und Flugzeuge (Tupolow) gebaut werden. In der Nachbarstadt Toljatti entstehen die Autos der Marke Lada.

Die Spiele: sechs, u.a. ein Achtelfinale (2.7.) und ein Viertelfinale (7.7.)

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St. Petersburg:St. Petersburg Stadion (Gazprom Arena)

WM 2018 - St. Petersburg-Stadion

Quelle: dpa

Das Stadion: Der Baubeginn erfolgte bereits 2007, die Fertigstellung nach den Plänen des Japaners Kisho Kurosawa erst zehn Jahre später. Wie bei der Schalker Arena sind das Dach verschließbar und der Rasen ausfahrbar. Begleitet wurde der 68 134-Plätze-Bau von zahlreichen Skandalen, es gab Vorwürfe von Korruption und die Beschäftigung von Sklavenarbeitern aus Nordkorea, die Kosten explodierten auf rund 930 Millionen. Endspielstadion beim Confed Cup 2017.

Die Stadt: St. Petersburg, das ehemalige Leningrad, ist eine Hafenstadt an der Ostsee. Gründer war Peter der Große (1703). Über zwei Jahrhunderte war St. Petersburg die Hauptstadt des Zarenreichs. Heute leben dort etwa 4,9 Millionen Menschen, die Stadt ist das kulturelle Zentrum Russlands. Bekannt ist etwa das berühmte Mariinski-Theater, in dem Opern und Ballettaufführungen stattfinden. Mit ihren 2300 Palästen, Prunkbauten und Schlössern zählt die historische Innenstadt zum Weltkulturerbe der Unesco.

Die Spiele: sieben, u.a. ein Achtelfinale (2.7.), ein Halbfinale (10.7.), Spiel um Platz 3 (14.7.)

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Saransk:Mordowia Arena

WM 2018 - Mordowia-Arena

Quelle: dpa

Das Stadion: Die rund 270 Millionen Euro teure Arena hat eine ovale Form und ist in den mordwinischen Landesfarben Weiß, Orange und Rot gestaltet. Die Heimstätte von Zweitligist FC Mordowia erinnert an das WM-Stadion "Soccer City" von Johannesburg in Südafrika. Nach der WM soll der Neubau von 44 442 Plätzen auf 25 000 Plätze zurückgebaut werden, der frei werdende Raum ist für Volleyball- und Basketball-Felder und Tennisplätze vorgesehen.

Die Stadt: Saransk mit seinen knapp 300 000 Einwohnern ist die Hauptstadt der Republik Mordwinien, gilt als bedeutende Industriestadt (u.a. Maschinenbau) und zählt zu den lebenswertesten Städten Russlands. Saransk liegt 642 Kilometer südöstlich von Moskau und befindet sich im europäischen Teil Russlands. Die Stadt entstand 1641 aus einer Siedlung, welche vorwiegend von dem finno-ugrischen Volk der Mordwinen besiedelt wurde. "Sara", der Ortsname der mordwinschen Sprache, welcher übersetzt "Sumpf" bedeutet, soll auf die Landschaft Saransks hindeuten. Die traditionelle Sportart in Saransk ist das Gehen.

Die Spiele: vier Vorrundenspiele.

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Sotschi:Olympiastadion Sotschi (Fisht Olympic Stadium)

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Quelle: AP

Das Stadion: Das "Fischt", benannt nach einem gleichnamigen Berg ("fischt" = "weißer Berg"), wurde für die Olympischen Winterspiele 2014 erbaut und für den Confed Cup und die WM umgebaut. Es fasst mit insgesamt 47 659 Plätzen nun 8000 Zuschauer mehr als bei Olympia. Allein dieser Umbau kostete 50 Millionen, die Gesamtkosten liegen bei circa 620 Millionen Euro. Das Stadion beheimatet allerdings keinen Verein.

Die Stadt: Sotschi befindet sich in der südrussischen Region Krasnodar und ist zugleich Stadt und Stadtbezirk. Touristen und Einheimische suchen Sotschi aufgrund der Lage am Schwarzen Meer auf. Die Umgebung wird oft als "Russische Riviera" bezeichnet und zählt zu den beliebtesten Bade- und Kurorten Russlands. Sotschi war 2014 der Austragungsort der olympischen Winterspiele und der Winter-Paralympics. Die knapp 340 000 Einwohner setzen sich aus verschiedenen Volksgruppen zusammen, darunter Russen, Armenier, Ukrainer und Georgier. Die Gegend um Sotschi wurde schon vor Tausenden von Jahren besiedelt, unter anderem von den Griechen im 5. Jahrhundert vor Christus.

Die Spiele: sechs, u.a. Deutschland - Schweden (23.6.), ein Achtelfinale (30.6.) und ein Viertelfinale (7.7.)

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Wolgograd:Wolgograd Arena

WM 2018 - Wolgograd-Stadion

Quelle: dpa

Das Stadion: Das Stadion nach dem Entwurf der Hamburger Architekten Gerkan, Merk und Partner wurde auf dem Gelände des abgerissenen Zentralstadions am Fuße des Mamajew-Hügels in unmittelbarer Nähe zum Ufer der Wolga gebaut. Bereits kurz nach der Eröffnung im März 2018 zeigten sich erste Schäden am 230-Millionen-Bau. Zu sehen sind Risse in Betonteilen. Ein möglicher Grund dafür ist, dass die Arena auf einem Feuchtgebiet errichtet wurde. Die Heimmannschaft Rotor Wolgograd ist gerade in die dritte Liga abgestiegen und wird sich dementsprechend schwer tun, die 45 568 Plätze des Neubaus zu füllen.

Die Stadt: Wolgograd hat etwa eine Million Einwohner und ist ein wichtiger Verkehrsknoten Russlands. Vor allem aber ging die Stadt in die Weltgeschichte ein, da sie der Schauplatz der Schlacht von Stalingrad im Zweiten Weltkrieg war. Nach der Entstalinisierung wurde die Stadt 1961 wieder in Wolgograd umbenannt. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad auf dem Mamajew-Hügel, wo sich auch die spektakuläre Mutter-Heimat-Statue, eine der größten Statuen der Welt, befindet.

Die Spiele: vier Vorrundenspiele.

© SZ.de/sid/jbe/sekr

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