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Fußball-Bundesliga:Timoschtschuk geht zu Zenit, Kreuzer zum HSV

Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:2

Zurück in die Heimat: Anatolij Timoschtschuk.

(Foto: dpa)

Bayern-Mittelfeldspieler wechselt wie erwartet nach St. Petersburg. Der Hamburger SV zahlt eine Ablöse für KSC-Sportchef Oliver Kreuzer. Gonzalo Higuain verlässt Real Madrid. Der Mega-Boxkampf zwischen Wladimir Klitschko und Alexander Powetkin ist in Gefahr.

Bundesliga, Hamburger SV: Der Hamburger SV greift für die Verpflichtung von Sportdirektor Oliver Kreuzer nun doch tiefer in die Tasche. Der 47-Jährige wechselt nach zähen Verhandlungen für weit mehr als eine halbe Million Euro vom Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC an die Elbe. Wie der HSV-Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Ertel am Sonntag bei der Mitgliederversammlung verkündete, nahm der KSC das letzte Angebot des Fußball-Bundesligisten an. Der Ex-Profi soll am 11. Juni seine Arbeit in der Hansestadt als Nachfolger von Frank Arnesen aufnehmen. "Wir sind zu einem guten Ergebnis gekommen und davon überzeugt", sagte Ertel.

Mehr als 500 Mitglieder applaudierten zwar bei der Verkündung, begleiteten den Bericht über den zerstrittenen Aufsichtsrat aber mit gellenden Pfiffen. Am Samstagabend waren die Verhandlungen der HSV-Oberen Ertel, Christian Strauß und Carl-Edgar Jarchow in Berlin mit den Karlsruher Verantwortlichen um einen Wechsel von Kreuzer noch ergebnislos abgebrochen worden. Der HSV wollte zunächst nicht viel mehr als 100 000 Euro bezahlen, der KSC forderte eine Million. Im Endeffekt soll der Betrag nach Informationen von abendblatt.de bei 650 000 Euro liegen. Durch Prämien wie die Europacup-Teilnahme kann der KSC auf weitere Einnahmen von bis zu 350 000 Euro kommen. "Sie wollten Kreuzer für lau. Jetzt haben wir ein Paket, bei dem wir im optimalen Fall 950 000 Euro bekommen", sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther der Nachrichtenagentur dpa. Die Hamburger mussten bei der Mitgliederversammlung ein Ergebnis präsentieren, um weiteren Unmut der Anhänger zu vermeiden. Deshalb war der KSC in einer hervorragenden Verhandlungsposition. Zudem bekommt auch Arnesen noch eine Millionen-Abfindung.

Bundesliga, FC Bayern: Nach vier Jahren verlässt Mittelfeldspieler Anatoli Timoschtschuk wie angekündigt den FC Bayern München und kehrt zu Zenit St. Petersburg zurück. Dies teilte der russische Erstligist einen Tag nach dem DFB-Pokal-Sieg des deutschen Rekordmeisters gegen den VfB Stuttgart (3:2) auf seiner Internetseite mit. Timoschtschuk gab den Wechsel zudem per Twitter bekannt. Der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler bindet sich demnach für zwei Spielzeiten an Zenit. Dort hatte der 127-malige ukrainische Fußball-Nationalspieler schon vor seinem Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2009 zweieinhalb Jahre gespielt. Für die Münchner bestritt Timoschtschuk 86 Ligaspiele.

Boxen, Wladimir Klitschko: Eine Forderung des Klitschko-Managements um die Durchführung der Dopingkontrollen gefährdet das millionenschwere Megaduell zwischen den beiden Boxweltmeistern Wladimir Klitschko (Ukraine) und Alexander Powetkin (Russland). "Ohne diese Vereinbarung gibt es keinen Kampf", sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Frist für den Abschluss der Verhandlungen sei deshalb vom Weltverband WBA, in dem Klitschko (37) Superchampion und Powetkin (33) Weltmeister sind, bis zum 7. Juni verlängert worden. Das Klitschko-Management verlangt, dass die Dopingtests in dem von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) zertifizierten Labor in Köln ausgewertet werden. "Davon rücken wir nicht ab. Wir bestehen darauf, dass die NADA und der Bund Deutscher Berufsboxer als auftraggebender Verband für die Durchführung und Analyse der Dopingtests zuständig sind", sagte Bönte der dpa. Das für den Oktober geplante Duell, das in Moskau stattfinden soll, sprengt jeglichen finanziellen Rahmen. Der Börsentopf ist nach der Versteigerung im April, die Powetkin-Manager Wlad Chrunow gewann, mit 23 Millionen Dollar (17,76 Millionen Euro) gefüllt. Davon soll Wladimir Klitschko allein 13,3 Millionen Euro bekommen, Powetkin die restlichen 4,4 Millionen Euro.

FC Bayern in der Einzelkritik

Lauter Weltfußballer

MotoGP: Stefan Bradl hat beim "Heimrennen" in Mugello zwar den angepeilten Podiumsplatz knapp verpasst, aber sein bestes Ergebnis in der MotoGP egalisiert. Der Motorrad-Pilot aus Zahling belegte wie im Vorjahr beim Großen Preis von Italien den vierten Rang. In seiner ersten Saison in der Königsklasse war der 23-Jährige vom italienischen LCR-Team dem Treppchen an selber Stelle ganz nah gekommen. In diesem Jahr lag der Honda-Pilot frühzeitig weit hinter der Spitze und hatte keine Aussichten auf einen Platz unter den Top 3. Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha) gewann überlegen vor seinem spanischen Landsmann Dani Pedrosa und Cal Crutchlow (Yamaha) aus Großbritannien. Im Gesamtklassement führt weiter Pedrosa (103), Lorenzo (91) ist neuer Zweiter, Marc Márquez (Spanien/Honda/77) nur noch Dritter. Der Rookie, der am Freitag mit mehr als 300 km/h gestürzt war, flog auf Platz zwei liegend drei Runden vor Schluss erneut ab.

Relegation, dritte Liga: Der Fußball-Regionalligist RB Leipzig hat im dritten Versuch den Aufstieg in die dritte Liga geschafft. Am Sonntag erkämpfte sich der Meister der Regionalliga Nordost im Relegations-Rückspiel bei den Sportfreunden Lotte ein 2:2 (1:2, 0:2, 0:1)-Unentschieden nach Verlängerung. Das Hinspiel hatte die Mannschaft von Trainer Alexander Zorniger mit 2:0 (0:0) gewonnen. Der eingewechselte Matthias Morys (95.) und Stefan Kutschke per Foulelfmeter (110.) erzielten die Treffer für Leipzig. In einer hitzigen und hartumkämpften Partie vor 5604 Zuschauern hatten zuvor Tobias Willers (26.) und Dennis Schmidt (90.+5.) das Hinspielergebnis ausgeglichen. Auch Holstein Kiel, Meister der Fußball-Regionalliga Nord, steht als Aufsteiger in die 3. Liga fest. Die "Störche" siegten im Aufstiegsrückspiel 2:1 (1:1) beim Südwest-Meister Hessen Kassel und machten damit nach drei Jahren die Rückkehr in Liga drei perfekt. Bereits das Hinspiel hatten die Norddeutschen 2:0 gewonnen. Das Rückspiel zwischen dem 1860 München II und der SV Elversberg in der Arena in Fröttmaning war am Sonntag kurzfristig abgesagt worden. Wegen heftiger Regenfälle wurde die Begegnung zunächst um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Nach der dritten Platzbegehung erklärte Schiedsrichter Florian Steuer (Menden) die Spielfläche in der Münchner Allianz Arena dann für unbespielbar. Die Partie wird am Dienstag um 20 Uhr nachgeholt. Im Hinspiel am Mittwoch hatte sich Elversberg mit 3:2 durchgesetzt.

Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft: Titelverteidiger Bruno Spengler hat beim Dreifach-Erfolg von BMW in Österreich seinen ersten Saisonsieg in der DTM gefeiert und damit die Spitze im Gesamtklassement übernommen. Der Kanadier setzte sich beim dritten Lauf in Spielberg vor seinem Markenkollegen Marco Wittmann (Markt Erlbach) durch. Auf den dritten Platz fuhr nach einer starken Aufholjagd der frühere Formel-1-Pilot Timo Glock. Der Wersauer war vom zwölften Platz gestartet und machte seinen ersten Podestrang in der DTM perfekt. In der Gesamtwertung führt Spengler nun mit 53 Punkten vor Audi-Pilot Mike Rockenfeller (41), der von Startplatz 13 auf den vierten Rang vorfuhr. Vizemeister Gary Paffett (Großbritannien) im Mercedes musste sich mit dem neunten Platz zufrieden geben. Bester Fahrer der Schwaben war Youngster Christian Vietoris (Gönnersdorf) auf dem siebten Platz.