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Borussia Dortmund:Watzke widerspricht Merkel

03.10.2020, xblx, Fussball 1.Bundesliga, Borussia Dortmund - SC Freiburg emspor, v.l. Geschaeftsfuehrer Hans-Joachim Wa

Hat einen Block im Stadion fast alleine für sich: Hans-Joachim Watzke (links)

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Der BVB-Erfolg in Hoffenheim bleibt eine Randnotiz. Dortmunds Geschäftsführer hat danach den Hauptauftritt und warnt: Einen erneuten Lockdown würden viele Klubs nicht überstehen.

Von Freddie Röckenhaus, Dortmund

Das waren noch Zeiten, als ein Hausmeister im Stadion der TSG Hoffenheim Sirenen laufen ließ, um gegen die Schmähgesänge der Hardcore-Fans von Borussia Dortmund anzukommen. Am Samstag, als der BVB wieder in Sinsheim aufspielte - und 1:0 gewann -, fand das vor der handverlesenen Kulisse von 6000 einheimischen Anhängern statt, denen man bekanntlich schon vor Corona keine übertriebene Ekstase anmerken konnte. Hans-Joachim Watzke hatte einen halben Block für sich allein. Und seinen Hauptauftritt hatte er eh später: im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF, wo Dortmunds Geschäftsführer vor "populistischem Fußball-Bashing" warnte, das sich aus seiner Sicht in Medien und Politik breitmache, und das einen erneuten Lockdown der Spiele heraufbeschwören könnte.

Auf dem Rasen hatte sich Corona wenigstens indirekt auch bemerkbar gemacht: Drei Spieler fehlten bei der TSG, darunter Andrej Kramaric und Kasim Adams, die sich offenbar während ihrer Länderspiel-Reisen angesteckt hatten. Ebenfalls in Quarantäne musste Pavel Kaderabek, in dessen Familienumfeld es einen Positiv-Test gegeben hatte. Dortmund hatte Manuel Akanji in der Quarantäne gelassen, weil auch er positiv getestet wurde, bei seiner Abstellung zur Schweizer Nationalmannschaft.

Der Sieg blieb eine Randnotiz

Im Spiel hatte Dortmund anfangs auf Marco Reus und den von zwei Länderspielen mit Norwegen ausgelaugten Erling Haaland verzichtet. Als beide nach einer Stunde gemeinsam eingewechselt wurden, fabrizierte Haaland schnell eine Vorlage, und Reus das einzige Tor des Tages. Doch der Sieg blieb eine Randnotiz.

Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen hatte sich schon vor dem Anpfiff ungewöhnlich deutlich auf die Verbände Fifa, Uefa und DFB eingeschossen. Tenor: Länderspiel-Reisen brächten in diesen Zeiten das Fass zum Überlaufen. Man müsse "intensiv darüber nachdenken, ob man die Jungs das nächste Mal noch gehen" lasse. BVB-Trainer Lucien Favre mahnte: "Diese Reiserei ist gefährlich. Wir müssen sehr aufpassen. Es werden mehr Fälle kommen." Auch Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche oder der Kölner Horst Heldt äußerten sich kritisch zum Programm der Nationalteams in Zeiten explodierender Corona-Zahlen.

Allerdings reist Hoffenheim nun in der Europa League in Krisengebiete wie Belgrad (Serbien), Gent (Belgien) und Liberec (Tschechien), während der BVB am Dienstag bei Lazio Rom spielt, später in Brügge und Sankt Petersburg. Tour de Hotspot? Die Uefa verdient an Champions- und Europa League mit, aber die Landesverbände ächzen inzwischen unter Einnahme-Einbrüchen, daher die Länderspiele. Das System Fußball "hockt allerorten auf riesigen Kostenstrukturen", räumt Watzke ein, "wir müssen irgendwann Geld einnehmen".

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