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Aufstieg von Waldhof Mannheim:Tausende 20-Jährige gehen ins Stadion

Im Carl-Benz-Stadion, skurrilerweise direkt neben dem Rhein-Neckar-Stadion des VfR gelegen, sah man am Samstag viele Vertreter der Generation 40-plus, die die Erst- und Zweitligazeiten des Vereins miterlebt haben. Aber eben auch tausende U20-Jährige, die zum guten Teil den trotzigen Stolz aus dem vergangenen Jahrhundert herübergerettet haben. "Barackler" steht noch heute auf einem riesigen Graffito direkt hinter der Fantribüne, in Anlehnung an das Schmähwort, welches das bürgerliche Mannheim für die vermeintlichen Proleten aus den Waldhöfer Benz-Baracken gebrauchten.

Nicht jeder Zuschauer, der am Samstag den Aufstieg feierte, mag die Details der Waldhöfer Vereinsgeschichte parat haben, in Grundzügen kennen sie aber die meisten. Wer sie vergessen hat, braucht nur zu fragen, nach wem die Otto-Siffling- und die Walter-Spagerer-Tribüne benannt sind. Siffling war Nationalspieler und NS-Gegner, Spagerer ein Sozialdemokrat aus dem Stadtteil - und Vereinsmitglied von 1928 bis zu seinem Tod 2016.

Dem endgültigen Urteil über die ausstehenden drei Punkte können die Kurpfälzer nun gelassen entgegenblicken. Sie brauchen die drei Punkte nicht mehr, um aufzusteigen. Nach 16 Jahren, in denen die Gegner TSV Steinbach-Haiger oder Spielvereinigung Neckarelz hießen, ist es beachtlich, welchen Rückhalt die Kurpfälzer immer noch haben: Durchschnittlich 6400 Zuschauer kamen in dieser Saison, 14 413 waren es am Samstag. Damit wurde der bisherige Rekord um 87 Zahlende überboten. Der lag bei 14 326 Zuschauern, aufgestellt Ende März beim Mannheimer Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken.

Ebenfalls bereits aufgestiegen ist der Chemnitzer FC, der in der Nordost-Staffel uneinholbar in Führung liegt. Im Westen hat Viktoria Köln die besten Chancen auf den Aufstieg, den vierten Aufsteiger spielen die Meister der Regionalligen Bayern und Nord aus.

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