Wahl zum Fifa-Tor des Jahres:Schön, schöner, Messi?

Die Fifa zeichnet das beste Tor des Jahres aus. Ein sehenswerter Sololauf von Lionel Messi ist dabei - aber er hat starke Konkurrenz.

Von Tim Brack

Lionel Messi

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(Foto: REUTERS)

Bis zum 30. November können Sie hier offiziell abstimmen, wer den Fifa-Puskás-Preis für das schönste Tor des Jahres bekommen soll - auch bei SZ.de können Sie inoffiziell Ihren Favoriten wählen. Die Auszeichnung trägt den Namen des verstorbenen ungarischen Nationalspielers Ferenc Puskás. Neben der Nationalmannschaft wurde er vor allem durch seine Zeit bei Real Madrid bekannt. Gleich fünf Gegenspieler versuchen sich gegen Lionel Messi bei seinem Tor im spanischen Pokal gegen Athletic Bilbao als Spielverderber - vergebens. Der Argentinier beginnt seine irrwitzige Slalomfahrt aus dem Stand an der Mittelfeldlinie, beschleunigt, vollführt wilde Körpertäuschungen und schüttelt den ersten Bilbao-Spieler ab. Nummer zwei und drei probieren es im Verbund gegen den Barça-Stürmer. An ihnen legt Messi frech den Ball vorbei, um es gleich mit dem im Strafraum wartenden vierten Verteidiger aufzunehmen. Auch diese Hürde meistert der viermalige Weltfußballer spielend, so als ob ihn jemand per Joystick führen würde. Am Ende bleibt der Torhüter, der bei seinem Schuss in die kurze Ecke chancenlos ist. Wenn Lionel Messi in Spiellaune ist, dann lässt er sich diese auch von fünf Gegenspielern nicht verderben. Hier geht es zum Messi-Tor.

Carlos Tévez

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(Foto: Getty Images)

Eine Bulldogge ist kräftig und durchsetzungsstark. Da verwundert es nicht, dass Carlos Tévez häufig mit dem Vierbeiner verglichen wird. Die Eigenschaften zeigt er wieder bei seinem Tor gegen Parma Calcio in der italienischen Serie A. Scheinbar problemlos schüttelt er in der eigenen Hälfte einen Abwehrspieler ab, macht sich in Höchstgeschwindigkeit auf den Weg in Richtung gegnerisches Tor und nimmt es dabei mit drei weiteren Abwehrspielern auf - doch auch sie können der animalischen Kraft des Stürmers nicht wiederstehen. Ein sehenswerter und gleichzeitig überlegter Treffer ist die Folge. Hier geht es zum Tévez-Tor.

David Ball

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(Foto: imago/BPI)

Überbringt der damalige Fleetwood-Town-Trainer Graham Alexander seinem Spieler David Ball (rechts im Bild) gerade die frohe Kunde, er dürfe sich nun getrost als Lupfer-König bezeichnen? Durch sein Tor im Spiel der dritten englischen Liga gegen Preston North End krönt sich der Angreifer selbst zum Herrscher über die gefühlvollen Heber. Bei der Ballannahme hofieren den Königlichen noch zwei Verteidiger, die er aber wie einen schlecht sitzenden Umhang abschüttelt. Den gewonnenen Platz nutzt der Stürmer, um den Ball vom rechten Strafraumeck in den linken oberen Winkel zu chippen. Das Volk staunt und jubelt seinem neuen Lupfer-König zu. Hier geht es zum Ball-Tor.

Alessandro Florenzi

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(Foto: dpa)

Alessandro Florenzi lässt Barcelonas Marc-André ter Stegen in der Champions-League-Partie gegen den AS Rom wie einen naiven Schulbuben aussehen. In der eigenen Hälfte erobert der römische Verteidiger Florenzi den Ball, treibt ihn energisch einige Meter voran und zieht einfach mal ab, wuchtig, halbhoch - wohlgemerkt kurz nach der Mittellinie auf der rechten Außenbahn. Der lange Ball schwebt wie Superman über die Barça-Spielhälfte und verdonnert alle Beteiligten zu Statisten - auch Torwart ter Stegen. Am Ende des langen Flugs knallt das Spielgerät vom Innenpfosten ins Tor. Und der deutsche Nationaltorhüter blickt nur noch resigniert hinterher. Hier geht es zum Florenzi-Tor.

Wendell Lira

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(Foto: Schatz)

Die brasilianischen Fans (Bild) feiern sonst die Tore von Neymar oder Hulk. In die Auswahl schaffte es ein eher unbekannter Spieler aus einer niedrigen Liga: Wendell Lira ist Initiator und Vollstrecker einer kunstvollen Produktion seiner Mannschaft Goianésia. In der Partie der regionalen Meisterschaft gegen Atlético-GO spielt der Stürmer den Ball ans rechte Strafraumeck auf seinen Mitspieler und startet zum Doppelpass durch. Denken alle. Statt den Ball aber direkt von seinem Mannschaftskollegen anzunehmen, lässt er ihn durchschlüpfen und setzt seinen Sturmlauf Richtung Tor fort. Scheinbar im Wissen, dass sich ein zweiter Mitspieler des Spielgeräts annimmt und Elegantes damit vollführt - er lässt den Ball hochspringen und lupft ihn über die Abwehrreihe. Lira bringt sich derweil mit einer Pirouette am Zielort in Position, um den Ball spektakulär per Seitfallzieher im Fallen zu verwandeln. Die würdige Krönung eines schicken Spielzugs. Hier geht es zum Lira-Tor.

Carli Lloyd

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(Foto: AP)

Die Amerikanerin Carli Lloyd fängt den Ball im WM-Spiel gegen Japan am Mittelkreis ab, schaut kurz und nimmt Maß, sie zieht keck von der Mitte des Felds ab. Die japanische Torhüterin, Ayumi Kaihori, hat keine Chance. Ihre schnellen Tippelschritte werden ihr zum Verhängnis, als sie sich in ihren eigenen Beinen verheddert. So taumelt sie der Bogenlampe wie ein angeschlagener Boxer hinterher. Da bringt es auch nichts, dass sie den Ball noch touchiert. Der Knock-out durch Lloyds Fernschuss ist besiegelt. Hier geht es zum Lloyd-Tor.

Philippe Mexes

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(Foto: AP)

Lange Haare zum Zopf frisiert, karateähnliche Technik beim Schuss, wunderbar artistisches Tor: Das erinnert an Zlatan Ibrahimović. Trotz der verblüffenden Ähnlichkeit hat es nicht Ibrahimović in die Auswahl zum Fifa-Tor des Jahres geschafft, sondern Philippe Mexès (links im Bild) vom AC Mailand. Nach einem Eckball, der an den Rand des Strafraums fliegt, setzt Mexès zum Kung-Fu-Tritt an und befördert den Ball so ins obere linke Eck. Besonderes Schmankerl: Der Treffer gelang in einem Freundschaftsspiel gegen den Stadtrivalen Inter Mailand. Hier geht es zum Mexès-Tor.

Marcel Ndjeng

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(Foto: Bongarts/Getty Images)

Als der Paderborner Marcel Ndjeng (rechts im Bild) eine Kopfballabwehr im Vorbereitungsspiel gegen die Bolton Wanderers direkt aus der Luft annimmt, wirkt das zuerst wie eine Verzweiflungstat - doch der Versuch entpuppt sich als zielgenaues Kunstwerk. Der Ball fliegt über alle englischen Gegenspieler hinweg und zischt am Torhüter vorbei. Hier geht es zum Ndjeng-Tor.

Gonzalo Castro

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(Foto: imago/Cordon Press/Miguelez Spor)

Es ist perfektes Timing: Der Ball fliegt beim Seitenwechsel lange durch die Luft. Gerade so lange, dass Gonzalo "Chory" Castro von Real Sociedad im Vollsprint die richtige Position erreicht. Als das Spielgerät seinen Höhenflug beendet, ist Chory zur Stelle. Ohne zu zögern, nimmt der Linksaußen den Ball per Direktabnahme und drischt ihn in die Maschen. Der Torwart von Deportivo La Coruña ist im Spiel der spanischen Primera Division chancenlos. Hier geht es zum Castro-Tor.

Esteban Ramírez

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(Foto: imago sportfotodienst)

Im Fußball wird vornehmlich der Fuß hergenommen, um den Ball zu bewegen - das sagt schon der Name. Erlaubt ist aber auch, die Brust oder den Kopf ins Geschehen einzuschalten. Esteban Ramírez von Herediano zeigt in der ersten Liga von Costa Rica, dass er die Ballverarbeitung mit allen drei Körperteilen perfekt beherrscht. An der Strafraumgrenze nimmt er den Ball mit der Brust an, legt ihn mit dem Kopf vor und vollendet nach der Jongliereinlage per Volleyschuss in den rechten Winkel. Den Gegnern von Deportivo Saprissa bleibt bei der geballten Technik nur anerkennendes Nicken. Hier geht es zum Ramírez-Tor.

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