Vozinha bei Colo ColoEin Großmütterchen für ganz Chile

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Hallo Chile: Vozinha bei seiner Ankunft am Flughaden in Santiago.
Hallo Chile: Vozinha bei seiner Ankunft am Flughaden in Santiago.
Esteban Felix/AP

Der 40-jährige Nationaltorwart der Kapverden wird bei seiner Ankunft in Santiago als echter WM-Held gefeiert, der in die Niederungen hinabsteigt.

Von Javier Cáceres

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Chile muss sich im Fußball aktuell mit kleinen Freuden begnügen; die Qualifikation zur WM in Nordamerika verfehlte das südamerikanische Land beschämend deutlich. Das erklärt vielleicht ein bisschen, mit welcher Ekstase die Ankunft eines 40-jährigen Torwarts gefeiert wurde, der ausgerechnet aus einem der kleinsten Teilnehmerländer der WM-Geschichte, den Kapverden, ins lange Land kommt. Und der stempeln ging, seit sein Vertrag bei einem portugiesischen Zweitligisten ausgelaufen war. Sein Name: Josimar José Évora Dias, der seit der WM der Welt als „Vozinha“ geläufig ist.

Vozinha, ein verniedlichender Kosename für das Wort Großmutter, wurde bei der WM so universalberühmt, dass er mittlerweile mehr Instagram-Follower (29 Millionen) als Chile Einwohner hat. Laut einer Studie der Wirtschaftsfakultät der Universität von Navarra in Spanien hatte er die mit Abstand höchste Reichweitensteigerung aller WM-Spieler, die Follower-Zahl Vozinhas steigerte sich durch die WM um 63 438 Prozent. Die Chilenen leiten daraus ab, dass ein echter WM-Held in die Niederungen ihres Fußballs absteigt. Sie sind so tief, wie die Anden hoch sind.

Colo Colos Präsident Aníbal Mosa hatte schon vor mehr als einer Woche angekündigt, dass der Transfer perfekt sei. Doch als wollte die Regierung des rechtsextremen Präsidenten José Antonio Kast – ein Sohn deutscher Einwanderer – ein Exempel an Vozinha statuieren, wurde die Vorstellung des Afrikaners wegen fehlender Papiere hinausgezögert. Zwischendurch meldeten sich dann andere Interessenten, zuletzt angeblich der marokkanische Klub Berkane, wo der kapverdische Nationalcoach Bubista gelandet ist. „Ich danke den Colo-Colo-Fans für ihre Geduld“, sagte Vozinha nach der Ankunft auf dem Flughafen in Santiago, wo er umgehend in den VIP-Saal geführt wurde.

Am Montag sollte er die obligatorischen Medizinchecks absolvieren, in einer Privatklinik in Santiago, die unter anderem eine Geriatrieabteilung hat. Am Dienstag soll er dann den größten Vertrag seiner Karriere unterschreiben. Er bringt ihm in den kommenden anderthalb Jahren angeblich 47 Millionen chilenische Pesos ein, umgerechnet 43 000 Euro monatlich. „Der Häuptling“, wie Colo Colo auch genannt wird, hofft, einen Teil durch den Trikotverkauf einnehmen zu können. Dank einer Sondergenehmigung darf „Vozinha“ seinen Spitznamen auf dem Rücken führen.

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