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Volleyball:Verdienter Fünfter

Rote Raben Vilsbiburg (rot) vs. SC Potsdam Vilsbiburg (Bayern/Deutschland) Volleyball Frauen, 1. Bundesliga, Viertelfina

Er hofft, "dass wir in der nächsten Saison möglichst viele Gesichter wiedersehen": Vilsbiburgs Trainer Florian Völker (Mitte).

(Foto: Michael Sigl/imago)

Die Bundesliga-Volleyballerinnen aus Vilsbiburg scheitern im Viertelfinale. Über die gesamte Saison hinweg fehlte ihnen gegen die Spitzenteams mal mehr, mal weniger zum Erfolg.

Von Katrin Freiburghaus

Den Schlusspunkt der Saison von Vilsbiburgs Bundesliga-Volleyballerinnen umrahmten keine dramatischen Szenen: Niemand sank verzweifelt zu Boden, niemand schlug sich erschrocken die Hände vors Gesicht, kein Unverständnis. Der Ball segelte am vergangenen Samstag nach einer Berührung ins Aus, Viertelfinal-Gegner Potsdam gewann damit auch das zweite Spiel in der Best-of-Three-Serie, und die Vilsbiburgerinnen klatschten einander tapfer ab, wie es üblich ist im Volleyball. Auch im Anschluss überwog bei den Roten Raben eine Mischung aus gefasster Enttäuschung und der Gewissheit, zumindest alles versucht zu haben, um das Halbfinale um die Meisterschaft zu erreichen.

Dafür gab es nach dem 1:3 (25:20, 24:26, 25:27, 12:25) in der Hauptsache zwei Gründe: Zum einen hatte das Team von Trainer Florian Völker dem um einen Platz besseren Vierten der Hauptrunde in beiden Partien sowohl auf spielerisch hohem Niveau als auch auf Augenhöhe Paroli geboten. Zum Zweiten war den Vilsbiburgerinnen am vergangenen Samstag nach zwei hart umkämpften Durchgängen mit dem besseren Ende für Potsdam im vierten Satz die Puste ausgegangen. Sie hatten somit eine Weile Zeit gehabt, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass das Viertelfinale die Endstation dieser Corona-Saison sein würde. "Es war knapp, wir waren nah dran, aber Potsdam war in den entscheidenden Sätzen immer den entscheidenden Punkt besser, das müssen wir schon auch so anerkennen", sagte Vilsbiburgs Zuspielerin und Kapitänin Lena Hartl.

Sie bezog ihr Fazit nicht allein auf die beiden Playoff-Duelle mit Potsdam, sondern auf die komplette Saison. Ihr Team stehe "mit diesem fünften Platz am Ende im Prinzip genau da, wo wir hingehören". Gegen die Spitzenteams hatte während der gesamten Spielzeit mal mehr, mal weniger zum Satz- oder Spielgewinn gefehlt. Gegen alle schlechter platzierten Gegner hatten die Niederbayerinnen überzeugende Leistungen geboten, obwohl sie einen Großteil der Saison ohne ihre lange verletzte Mittelblockerin Jazmine White und ohne nominelle Diagonalangreiferin auskommen mussten. Die eigentlich für den Außenangriff eingeplante Luisa Keller hatte die Rolle der Hauptangreiferin so gut übernommen, dass der nachverpflichteten Alexis Hart der Sprung in die Stammsechs nicht mehr gelungen war.

Bestrebungen, möglichst viele Spielerinnen zu halten, gibt es auch in Straubing

Unter diesen Umständen wäre es "ein Riesending gewesen, wenn wir es gegen Potsdam geschafft hätten", sagte Hartl. Auch Coach Völker hing zwar nach, dass sein Team nicht chancenlos gewesen war, er verwies jedoch auf die höheren Budgets im Spitzenquartett der Liga. "Trotzdem will man natürlich mehr, wenn man in zwei Spielen so nah dran ist", fügte er hinzu. Spielerisch habe sein Team "gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, damit können wir durchaus zufrieden sein". Selbiges gelte für das Team-Gefüge. "Die Spielerinnen haben eine gute Einheit gebildet, in der jede bereit war, viel für die andere zu geben, ich weiß nicht, ob das viel besser geht", sagte er. Ziel der Gespräche in den kommenden Wochen sei es deshalb, "dass wir in der nächsten Saison möglichst viele Gesichter wiedersehen". Die Spielerinnen Keller, Simona Dammer und Josepha Bock sowie Völker selbst besitzen noch Verträge über den Sommer hinaus.

Bestrebungen, möglichst viele Spielerinnen zu halten, gibt es auch bei Nawaro Straubing, dessen Saison nach zwei glatten 0:3-Niederlagen gegen den Tabellenzweiten Stuttgart ebenfalls im Viertelfinale endete. Im zweiten Viertelfinal-Duell am Samstag war das Team des scheidenden Trainers Benedikt Frank in keinem Satz über 16 Punkte hinausgekommen.

© SZ/lein
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