Volleyball:Kurze Pandemie-Pause

Lesezeit: 2 min

Volleyball: Unfreiwillige Ligapause: Der von Corona geplagte deutsche Meister Berlin Volleys wartet nach dem Abbruch der Rückrunde nun auf den Zwischenrunden-Start - und spielt in der Champions League.

Unfreiwillige Ligapause: Der von Corona geplagte deutsche Meister Berlin Volleys wartet nach dem Abbruch der Rückrunde nun auf den Zwischenrunden-Start - und spielt in der Champions League.

(Foto: O. Behrendt/Contrast/Imago)

Die Volleyball Bundesliga der Männer bricht die Rückrunde ab, weil zu viele Mannschaften von Corona betroffen sind. Ob in nur zwei Wochen die neue Zwischenrunde der ohnehin auf neun Klubs geschrumpften Liga beginnen kann, ist allerdings fraglich.

Von Sebastian Winter, München

Am vergangenen Dienstag kam die Geschäftsführung der Volleyball Bundesliga (VBL) mit den Männer-Erstligisten zusammen, die Sache erlaubte keinen Aufschub: Nur ein einziges Spiel hatte am vergangenen Wochenende regulär stattgefunden, die anderen mussten alle verschoben werden. Friedrichshafen, Frankfurt und Berlin waren oder sind wegen mehrerer Corona-Infektionen in Quarantäne, in Düren hatte es einen Fall im Umfeld der Mannschaft gegeben. In der Frauen-Bundesliga war zuletzt nur Neuwied in Quarantäne, dort mussten wesentlich weniger Spiele verlegt werden.

Die Männer-Bundesliga, aus der sich in den vergangenen beiden Jahren auch pandemiebedingt die Alpenvolleys Haching, die Bisons Bühl und der TV Rottenburg zurückgezogen haben, besteht ohnehin nur noch aus neun Klubs - die Infektionslage brachte den Spielbetrieb zuletzt fast zum Erliegen. Neun Nachholspiele hatten sich in kurzer Zeit aufgetürmt, für die es offenbar kein Zeitfenster mehr gab. Auch deshalb entschied die VBL nun nach der Dringlichkeits-Sitzung, die Rückrunde mit sofortiger Wirkung abzubrechen - "um so den regulären Start der Zwischenrunde am 22. Januar 2022 sicherzustellen", wie die VBL mitteilte.

Die Zwischenrunde hatte die Liga in dieser Saison ironischerweise neu geschaffen, um den Klubs im arg dezimierten Oberhaus mehr Spiele und auch Präsentationsfläche für ihre Sponsoren zu ermöglichen. Die Spannung hält sich ja ohnehin in Grenzen, da nun schon im zweiten Jahr nacheinander der Abstieg pandemiebedingt ausgesetzt ist. Da der finanzschwache Tabellenletzte TSV Haching München außerdem seine Saison nach der Rückrunde (also jetzt) beendet, was er mit der VBL vor dem Start dieser Spielzeit ganz offiziell beschlossen hatte, ergeben sich die acht Playoff-Teilnehmer von alleine.

"Es kann gut sein, dass wir dann wieder Anpassungen vornehmen", sagt VBL-Geschäftsführerin Julia Retzlaff

Nach der Quotientenregel, die nun über die Hauptrunden-Abschlusstabelle entscheidet, bleibt es bei der aktuellen Rangfolge - lediglich die Powervolleys Düren und die United Volleys Frankfurt tauschen die Plätze, sodass Frankfurt als Tabellenzweiter und Düren als Dritter in die Zwischenrunde starten. Dort treffen sie in der Gruppe A auf Primus Berlin Volleys und den VfB Friedrichshafen, in der Gruppe B (Plätze fünf bis acht) spielen Lüneburg, KW-Bestensee, Herrsching und Giesen. Im Modus "jeder gegen jeden", samt Hin- und Rückspiel, wird dort lediglich die Rangfolge für das Playoff-Viertelfinale ausgespielt, es scheidet also niemand aus.

Dürens Geschäftsführer Benjamin Kaulen ertrug die Entscheidung der Liga mit Fassung: "Unser Abrutschen auf den dritten Platz aufgrund der jetzt gefunden Regelung ist zweitrangig. Wichtig ist, dass für alle eine möglichst faire Regelung gefunden wurde, die Saison fortzuführen." Herrsching wäre für sofortige Playoffs gewesen, hatte aber offenbar kaum Mitstreiter gefunden.

Ob die Lage zum Zwischenrunden-Start in knapp zwei Wochen dann viel rosiger ist, das darf aber bezweifelt werden. "Es kann gut sein, dass wir dann wieder zusammenfinden und noch mal Anpassungen vornehmen", sagte VBL-Geschäftsführerin Julia Retzlaff der SZ. Immerhin spielen einige Klubs ja trotzdem weiter - und setzen sich dabei ganz automatisch Risiken aus. Frankfurt reist kommende Woche zum CEV-Cup-Achtelfinale nach Rumänien, Friedrichshafen und Berlin, das seit dem ersten Corona-Ausbruch kurz vor Weihnachten immer neue Fälle beklagt, haben nicht nur ihr ausgefallenes Pokal-Halbfinale noch vor sich, sondern spielen auch in der Champions League. Friedrichshafen empfängt dort am Donnerstag den polnischen Meister Wegiel - einen Tag nach Ende seiner Quarantäne.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB