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Volleyball:Künftig im Dome

Herrschings Volleyballer unterzeichnen eine Absichtserklärung mit den Basketballern des FC Bayern, die dem Klub eine zweite Heimspielstätte in München ermöglicht. Es geht um ausgewählte Ligaspiele, Playoffs und Pokal.

Von Sebastian Winter

Herrschings Erstliga-Volleyballer zurren ihre Pläne fest, künftig im Münchner Audi Dome aufzutreten, der Spielstätte der FC-Bayern-Basketballer. Beide Vereine unterzeichneten eine Absichtserklärung, die den Herrschingern eine zweite Heimstätte neben ihrer Nikolaushalle ermöglicht, wie der TSV am Montag mitteilte. Dazu zählen "einige Highlight-Ligaspiele" sowie "alle Playoff-Heimspiele und Pokal-Matches". Beide Parteien wollen zeitnah die Verträge unterzeichnen. Die Vereinbarung gilt für drei Jahre bis zum Saisonende 2022/23.

Ursprünglich wollten die Herrschinger bereits das erste Playoff-Viertelfinalspiel am 1. April im Audi Dome auszutragen, die Bayern hatten inoffiziell schon grünes Licht gegeben (SZ vom 27.1.). Doch dann zerstörte die Corona-Krise dieses Vorhaben, alle weiteren Pläne lagen danach auf Eis. Nun ist Herrschings Geschäftsführer Fritz Frömming erleichtert: "Das ist ein weiterer großer Schritt für uns in Richtung Professionalisierung und vor allem auch in Sachen Zukunftssicherung."

Der Klub vom Ammersee sucht schon länger nach einer zweiten Spielstätte, da seine Nikolaushalle nicht den Erstliga-Standards genügt: Sie ist zu flach und fasst nur 1000 Zuschauer. Außerdem ist sie für TV-Übertragungen nicht geeignet. In den Playoffs dürfen die Volleyballer sie gar nicht nutzen und mussten daher schon mehrmals in andere Hallen in Unterhaching, Vilsbiburg oder Innsbruck ausweichen. Nun können sie in der nahen Großstadt präsenter werden, ohne ihre Heimat verlassen zu müssen. "Mit dieser Lösung ist uns ein wenig die Quadratur des Kreises gelungen: Wir können künftig Spitzenvolleyball auf der großen Bühne in München stattfinden lassen, bleiben aber unserem Ursprung treu", sagt Trainer Max Hauser.

Im 6500 Zuschauer fassenden Audi Dome, der gerade - ohne Zuschauer - Schauplatz des Basketball-Finalturniers ist, wären in der kommenden Saison Duelle gegen den deutschen Meister Berlin Volleys oder gegen den VfB Friedrichshafen denkbar. Die Herrschinger mieten sich dazu für jedes ihrer Spiele in den Dome ein, für einen festen Betrag. Billig ist das nicht, aber "wir haben unsere Finanzen im Blick und treue Sponsoren. Wir können getrost sagen, dass die kommende Spielzeit gesichert ist", sagt Frömming. Allerdings ist noch unklar, ob die kommende Volleyball-Saison überhaupt pünktlich am 17. Oktober starten kann - und wenn ja, unter welchen Bedingungen. "Geisterspiele im Audi Dome sind für uns jedenfalls keine Option", sagt Herrschings Marketing-Manager André Bugl.

© SZ vom 09.06.2020

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