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Volleyball:Der vierte Anlauf

Herrsching 1.Volleyball Bundesliga

Freuen sich in neuer Garderobe auf ein spannendes Pokal-Halbfinale: Herrschings Zuspieler Johannes Tille (Mitte) und seine Kollegen wollen in Potsdam Flagge zeigen.

(Foto: Georgine Treybal)

Herrschings Volleyballer wollen nach drei Niederlagen in Pokal-Halbfinals am Donnerstag endlich einmal das Endspiel erreichen. Doch ihr Gegner, die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen, sind in bestechender Form - und ziehen für dieses Spiel in eine neue Halle.

Von Sebastian Winter, Herrsching

Herrschings Volleyballer hatten ein dichtes Trainingsprogramm in den vergangenen Tagen. Am Dienstag übten sie zweimal mit Ball und zusätzlich im Kraftraum, am Mittwochmorgen noch einmal mit dem Ball. Dann stiegen sie in den Bus Richtung Berlin, wo an diesem Donnerstag (20.15 Uhr/Sport 1) eines ihrer wichtigsten Spiele in dieser Saison ansteht.

Im Halbfinale des DVV-Pokals treffen die WWK Volleys vom Ammersee auf die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen, die dafür ihre eigene, nicht fernsehtaugliche Halle wegen des anberaumten TV-Spiels verlassen und in die Potsdamer MBS-Arena umziehen. Dort residieren eigentlich die Erstliga-Volleyballerinnen des SC Potsdam, die im Pokalwettbewerb einen Schritt weiter sind als Herrsching und Königs Wusterhausen. Durch den Halbfinalerfolg gegen Stuttgart stehen sie bereits im Endspiel, wo sie auf Schwerin treffen werden.

"Das ist unser vorläufiges Saison-Highlight", sagt Herrschings Trainer Max Hauser

Weder die Netzhoppers noch Herrsching haben jemals den Einzug ins Finale geschafft, das bei Männern wie Frauen am 28. Februar in der Mannheimer SAP-Arena ausgetragen wird. Die Oberbayern scheiterten dreimal in der Runde der letzten Vier, 2016 und 2019 in Berlin, 2017 unterlagen sie den Bisons aus Bühl. "Das ist unser vorläufiges Saison-Highlight", sagt daher ihr Trainer Max Hauser, "und das Spiel mit Priorität. Es ist ein Live-TV-Spiel, dort ist unser Kopf, wir wollen ins Finale. Auch wenn viele auf das Derby eingehen wollen." Am kommenden Sonntag trifft der Tabellenvierte Herrsching in der Liga nämlich auswärts auf den Vorletzten TSV Unterhaching, was auf dem Papier die wesentlich einfachere Aufgabe ist.

Königs Wusterhausen hat im Pokal-Viertelfinale auswärts überraschend den Serienmeister Berlin Recycling Volleys mit 3:2 aus dem Wettbewerb geworfen, der 3:2-Sieg zuvor im Achtelfinale gegen Düren war ähnlich dramatisch. Die Herrschinger hatten es wesentlich leichter. Im Achtelfinale mussten sie wie fast alle Erstligisten gar nicht antreten, im Viertelfinale fegten sie in eigener Halle Giesen locker-leicht mit 3:0 vom Feld. Der Deutsche Volleyball-Verband hatte wegen der Corona-Pandemie beschlossen, den Wettbewerb in dieser Saison in deutlich reduzierter Form und ganz ohne Zweitligisten auszutragen. Düren und die Netzhoppers hatten dann das Pech, als einzige Achtelfinal-Paarung ausgelost zu werden.

Der Aufschlag dürfte in diesem Duell zum Schlüsselelement werden

Dadurch geht Königs Wusterhausen, das in der Vergangenheit eher ein mäßig erfolgreiches Mauerblümchen im deutschen Volleyball war, nun aber auch gestählt und mit viel Selbstbewusstsein ins Halbfinale, was Hauser vollkommen bewusst ist: "Der Gegner hat nicht zu Unrecht Berlin im Viertelfinale geschlagen. Das ist kein Zufall. Es ist eine schwierige Mannschaft, sehr block- und aufschlagstark. Im Ligaspiel hatten wir Glück, es war ein sehr hitziges Duell. Ich denke, es kommt auch am Donnerstag wieder so." In der Liga hatte Herrsching das Duell in Brandenburg vor drei Wochen gerade so mit 3:2 gewonnen.

Königs Wusterhausens kanadischer Zuspieler Byron Keturakis hatte damals alleine sieben Punkte gemacht mit Finten am Netz, weswegen die Herrschinger besonders vor ihm und dem aufschlagstarken estnischen Außenangreifer Karli Allik großen Respekt haben.

Überhaupt, der Aufschlag. Er dürfte ein Schlüsselelement in diesem Spiel sein, auf das sich auch Volleys-Zuspieler Johannes Tille freut: "Mir macht der Pokal viel Spaß. Ein Spiel, und du bist weiter oder raus. Das ist eine ganz andere Drucksituation als sonst. Wir haben eine 50:50-Chance." Denn mit Druck, das hat der bisherige Saisonverlauf gezeigt, können sowohl die Herrschinger als auch die Netzhoppers ziemlich gut umgehen.

© SZ/lib
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