Viertelfinale der Fußball-WM:Higuaíns Tor, Messis Show

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Gonzalo Higuain (Mitte) feiert mit Angel Di Maria (rechts) und Lionel Messi.

(Foto: Evaristo Sa/AFP)

Erstmals seit 1990 steht Argentinien in einem WM-Halbfinale: Beim 1:0 gegen schwache Belgier zeigt vor allem Lionel Messi, dass er zurecht in die Runde der letzten Vier gehört. Das entscheidende Tor gelingt Gonzalo Higuaín - Sorgen bereitet Ángel di María.

Von Peter Burghardt, Brasília

Die brasilianische Hauptstadt haben die Argentinier jetzt auch erobert, und Brasília soll nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum dritten WM-Titel sein. Argentinien besiegte Belgien knapp 1:0, was wesentlich mit dem frühen Treffer von Gonzalo Higuaín zu tun hatte - und mit einer Glanzleistung von Lionel Messi. Die Südamerikaner treffen nun am kommenden Mittwoch in São Paulo auf die Niederländer, die sich gegen Costa Rica 4:3 im Elfmeterschießen durchsetzten. 24 Jahre lang hatten sie auf die Rückkehr unter die besten Vier gewartet.

Seit 1990 waren sie nicht mehr in einem WM-Halbfinale gewesen, 2006 und 2010 hatten sich Sabellas Vorgängern José Pekerman und Diego Maradona jeweils die Deutschen in den Weg gestellt. Ohne Neymar und James Rodríguez könnte dies tatsächlich Messis WM werden, ärgerlich für die Gewinner ist nur die Muskelverletzung von Ángel di María, er könnte für das Spiel gegen die Niederlande ausfallen.

Trainer Alejandro Sabella spürte "eine immense, aber gemäßigte Freude", interessanter Gefühlszustand. "Das Minimalziel Semifinale" sei erreicht, aber natürlich wolle man mehr. Auch lobte er außer Messi und Higuaín das Kollektiv, dem der Mittelfeldmann Lucas Biglia und auch Abwehrmann Martín Demichelis gut taten, "die Spieler fühlen, dass sie zu dieser Gruppe gehören". Messi ließ die Chance zum 2:0 aus und fand: "Wir waren mehr Team denn je."

Der aufregende Triumph gefiel auf den steilen Tribünen besonders den himmelblauen Begleitern - neben feuerroten Belgiern und gelben Brasilianern. Wobei es am Anfang schade war, dass von der argentinischen Hymne immer nur der wortlose Rhythmusteil gespielt wird. Und immer mal wieder bestand die Gefahr, dass die Stimmungshoheit mit brasilianischer Hilfe Richtung Belgien kippen könnte.

Aber dafür ging es gleich viel zu argentinisch los. Den ersten Zauberpass von Lionel Messi wusste Ezequiel Lavezzi nicht zu verwerten. Dann setzte sich der Kapitän Messi mit ein paar Finten im Mittelfeld gegen drei respektvoll agierende Belgier durch und bediente Rechtsaußen Ángel di María, der wiederum Gonzalo Higuaín entdeckte. Der Mittelstürmer erinnerte sich in der sonnigen Hälfte des Spielfelds an seine Vergangenheit als Torjäger und trat den Ball ohne unnötige Verzögerung ins linke Eck. 1:0 nach acht Minuten, Higuaíns erster WM-Treffer.

Dieses Viertelfinale begann also mit einem ähnlich früheren Tor wie das der Deutschen gegen Frankreich und der Brasilianer gegen Kolumbien - allerdings mit Hilfe der Stürmer. Argentinien hat eine enorme Offensive, aber eine anfällige Abwehr, obendrein hatte Trainer Alejandro Sabella auf den gesperrten Manndecker Marcos Rojo verzichten müssen. Die zuletzt schwachen Fernando Gago und Federico Fernández ließ er zuschauen.

Stattdessen versuchten sich der defensive Mittelfeldmann Lucas Biglia sowie die Verteidiger José María Basanta und - Achtung: Martín Demichelis. Genau, der frühere Bayer Demichelis, der mit 33 bei Manchester City nochmal halbwegs in Form kam und inzwischen statt Pferdeschwanz einen flotten Kurzhaarschnitt trägt.

Beim ersten belgischen Schuss von Kevin De Bruyne war Argentinien kein Hindernis, Torwart Sergio Romero hielt, auch durfte Kevin Mirallas köpfeln, knapp links vorbei. Zwischendurch huldigten einheimische Teile des Publikums dem verletzten Brasilianer Neymar, dem berühmtesten Opfer der WM. Die Attraktion auf diesem Rasen indes blieb ein anderer Zehner: Lionel Andrés Messi. Manchmal schleicht er über den Platz, aber meistens fallen ihm dabei irgendwelche Geniestreiche ein. Wie ein Dichter, dem beim Spaziergang die entscheidenden Wörter begegnen.

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