Domen Prevc

Anfangs sprangen und landeten die besten Skispringer eher wie Speere, dann erinnerten sie an Drachenflieger oder Gleitschirme - Fluggeräte, die noch irgendeine Kontur hatten. Domen Prevc dagegen liegt flach in der Luft wie eine Frisbee-Scheibe.

Er schafft es, nach dem Absprung extrem schnell in seine Scheibenstellung zu gelangen, er drückt den Oberkörper weit nach vorne zwischen die Ski, erwischt früh die anströmende Luft von unten - und fliegt besonders weit. Der Rest kann nur auf einen Fehler von Prevc hoffen, einen schlechten Tag, oder Einbußen in der Haltungsnote. Zu diesem Rest zählte anfangs Domens älterer Bruder Peter Prevc, der im Vorjahr die Tournee so souverän gewonnen hatte, dass ihm viele ein Jahrzehnt der Dominanz prophezeiten. Jetzt ist Peter aus dem Tritt gekommen, zu den Favoriten zählt er nicht mehr. Sein Bruder dagegen ist offenbar ohne Sorgen. "In der Tournee", sagt er einerseits, "musst du in kürzester Zeit acht gute Sprünge abliefern, sonst hast du keine Chance." Andererseits sagt der in dieser Saison schon viermalige Weltcup-Sieger auch: "Ich habe keinen Druck, ich habe einfach Lust zu springen."

Bild: dpa 28. Dezember 2016, 14:542016-12-28 14:54:09 © SZ vom 28.12.2016/fued