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Video-Affäre um Karim Benzema:Nie wieder für Frankreich?

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Mathieu Valbuena (l.) wirft Karim Benzma (r.) vor, an einer Erpressung gegen ihn beteiligt gewesen zu sein. Das Foto entstand noch vor der WM 2014.

(Foto: Philippe Huguen/AFP)

Der Stürmer ist wegen mutmaßlicher Erpressung gegen seinen Teamkollegen Valbuena angeklagt. Der Verband hat sich nun laut Medienberichten als Nebenkläger eintragen lassen.

Das letzte sportliche Bild von Karim Benzema in der französischen Nationalmannschaft stammt aus Rio de Janeiro und es war ein Bild von hinten. Man sieht darauf Benzema in Schusshaltung und vor ihm ein grüner Riese namens Manuel Neuer, der eine Hand nach oben reckte und den Schuss des Stürmers noch ablenkte. Die französische Nationalmannschaft verlor bekanntlich 0:1, schied aus, aber die Nation war sich einig, dass diese Mannschaft auf dem Weg der Besserung zur Europameisterschaft im eigenen Land 2016 ist.

Die Frage, die Frankreich sich jetzt stellt ist, ob Karim Benzema weiter Teil dieser Truppe sein wird. Denn der Karriere des Torjägers von Real Madrid in der französischen Fußball-Nationalmannschaft droht das vorzeitige Ende. Nach Informationen der Fachzeitung L'Equipe (Samstag-Ausgabe) erwägt der Verband FFF, den Angreifer aus der Equipe Tricolore zu werfen. In der Sexvideo-Affäre - Mathieu Valbuena (Olympique Lyon) hatte seinen Nationalmannschaftskollegen Benzema um einen Erpressungsversuch zuletzt stark belastet - hat sich der Verband als Nebenkläger bei Gericht eintragen lassen.

"Dies geschah nicht, um Benzema mit einer kurzfristigen Spielsperre zu belegen", wurde ein nicht näher genannter Verbandsfunktionär von L'Equipe vieldeutig zitiert. Als möglicher Nachfolger Benzemas in der Stammelf des EM-Gastgebers 2016 wird von L'Equipe unter anderem Bundesliga-Profi Kingsley Coman (19) von Bayern München gehandelt.

Valbuena sagt, Benzema habe ihn "indirekt" verleiten wollen

Valbuena hatte erst am Freitag neue Details des Skandals im Interview mit der Zeitung Le Monde verkündet. Benzema habe ihn "indirekt" zur Zahlung an einen Jugendfreund des Real-Stars verleiten wollen, hatte Valbuena (31) im Interview gesagt. "Mit Verleiten meine ich: 'Es ist notwendig, dass du bezahlst'. Indirekt eben", führte der Mittelfeldspieler von Olympique Lyon aus. In seiner Art zu reden sei Benzema (27) "nicht aggressiv gewesen, er hat mich auch nicht konkret auf Geld angesprochen. Aber ich habe noch von niemandem gehört, der ein Video gratis vernichtet", sagte Valbuena.

Gegen Benzema wurde am 5. November wegen Beteiligung an der Erpressungsaffäre ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Valbuena war mit einem Sexvideo unter Druck gesetzt worden, das ihn in pikanten Situationen zeigen soll. Drei mutmaßliche Erpresser, die Valbuena laut Medienberichten um eine sechsstellige Summe erleichtern wollten, wurden inhaftiert. Valbuena hat der Justiz am 20. November seine Sicht der Dinge geschildert. Benzema ist wegen "Mittäterschaft bei einem Erpressungsversuch und Mitwirken in einer kriminellen Vereinigung" angeklagt worden und ihm wurde vor Ort mit Gerichtsbeschluss jeglicher Kontakt zu Mathieu Valbuena untersagt.