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VfL Wolfsburg:Löw appeliert an die Vorbildrolle

Aktuell steht zunächst die öffentliche Maßregelung des Profis im Vordergrund. Bundestrainer Löw schmiss ihn nach Bekanntwerden der Berliner Party-Nacht aus dem Kader für die anstehenden Länderspiele. "Wir brauchen Spieler, die (...) sich ihrer Vorbildrolle bewusst sind", ließ Löw via DFB-Mitteilung verbreiten. Kevin Großkreutz hingegen oder auch Marco Reus (für monatelanges Autofahren ohne Führerschein) wurden nicht vom DFB bestraft. Auch Lukas Podolski durfte den damaligen Kapitän Michael Ballack während eines Länderspiels ohrfeigen, ohne dass etwas passierte.

Anders bei Kruse. Sein Klub, der VfL Wolfsburg, brummte dem Spieler bereits zum zweiten Mal eine hohe Geldstrafe auf. Am Dienstag fehlte er beim Mannschaftstraining, bekam laut VfL-Trainer Dieter Hecking "ein individuelles Programm." Mutmaßungen, ob er den Verein verlassen müsse, entgegnete Hecking: "Davon gehe ich im Moment nicht aus." Sollte er am 1. April in Leverkusen spielen dürfen, lässt sich die Reaktion der Fans aber bereits erahnen.

Kruse hat keine Straftat begangen

Rauswurf aus der Nationalmannschaft, Geldstrafe, öffentliche Häme: All das ist viel für einen 28-Jährigen, der sich zwar wenig gescheit angestellt hat und sicher wusste, was er mit der jüngsten Partynacht aufs Spiel setzt. Der aber - um dies in aller Deutlichkeit zu sagen - niemanden belästigt, verletzt, geschweige denn eine Straftat begangen hat. Geschadet hat er einzig und allein sich selbst - und seiner Reputation.

Süddeutsche Zeitung Sport Max Kruse - zur falschen Zeit im falschen Klub

Nationalmannschaft

Max Kruse - zur falschen Zeit im falschen Klub

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