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VfL Wolfsburg:Ärger zwischen Trainer und Sportchef

Beim VfL Wolfsburg herrscht Unruhe vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim am Sonntag: Trainer Oliver Glasner ist unzufrieden mit der Transferpolitik des Vereins, in einem Sky-Interview sagte der Österreicher: "Eines unserer Ziele war, einen Spieler mit Tempo und Tiefgang zu holen. Das haben wir nicht geschafft." Bei einer Telefonkonferenz mit Wolfsburger Journalisten unterstrich er die Aussage und fügte hinzu: "Klar ist, dass wir und auch ich andere Ideen hatten, die wir nicht realisieren konnten. Wir haben unser Transferziel in der Offensive nicht erreicht. Das ist schade, denn darüber haben wir uns monatelang unterhalten." Auf die Frage, ob man das als Konflikt zwischen ihm und der sportlichen Leitung mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer deuten könne, sagte Glasner nur: Das sei eine Interpretation. Schmadtke reagierte am Freitagabend auf die Aussagen des Coaches, den er im Sommer 2019 vom Linzer ASK geholt hatte: "Die Vorstellungen, die von ihm kamen, waren nicht realisierbar. Das ist ja nicht Phantasialand hier." Das Verhältnis zwischen der sportlichen Leitung und Glasner soll schon in den vergangenen Monaten nicht reibungsfrei gewesen sein. Ob der Trainer nach seiner Kritik um seinen Job bangen muss, ist unklar.

Sportlich steht der VfL Wolfsburg solide da. In der Bundesliga ist er noch immer unbesiegt, allerdings mit fünf Unentschieden in sechs Spielen. Am Ende der Vorsaison hatte der VfL als Tabellensiebter die direkte Qualifikation für die Europa League verspielt. Im Playoff verlor die Glasner-Elf bei AEK Athen 1:2 und verpasste die Gruppenphase.

© SZ vom 07.11.2020 / dpa, sz
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