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VfB Stuttgart:Auswärts ist der VfB die schlechteste Mannschaft

Wer Hannes Wolf ärgern möchte, muss ihn nur an auf die chronische Auswärtsschwäche ansprechen. "Damit will ich mich noch gar nicht beschäftigen", bekannte Wolf nach dem Spiel gegen Dortmund. Nach ein, zwei Sekunden des Nachdenkens fügte er dann doch hinzu: "Jede Niederlage hatte seine eigene Geschichte. Wir wissen, dass wir auch auf fremden Plätzen Punkte holen können."

Ein Hoffnungsträger ist dabei gegen Dortmund auf den Rasen zurückgekehrt: Kapitän Christian Gentner. Das sei eine "außergewöhnliche" Geschichte, findet Wolf, weil der 32-Jährige nur acht Wochen nach seinem fürchterlichen Zusammenprall mit Wolfsburgs Torwart Koen Casteels wieder spielen konnte. Gentner verlor damals nicht nur sein Bewusstsein, sondern musste sich anschließend gleich zweimal auf dem Operationstisch seine multiplen Brüche im Gesicht mit mehreren Titanplatten wieder zusammenflicken lassen. Er spielt nun mit Maske, aber ohne Schmerzen.

"Keine Angst, keine mentalen Blockaden"

"Ich hatte keine Angst, keine mentale Blockaden in den Zweikämpfen, aber die Genesung dürfte noch ein paar Monate dauern", sagte Gentner. Wie sehr die Stuttgarter sein Raumgefühl und seine Präsenz brauchen, war gegen Dortmund schnell zu sehen: Gentner stabilisierte mit seinem Laufvermögen, seiner Passsicherheit und seinem guten Auge die Defensive. "Er hat uns sehr gefehlt", sagte Wolf, "fußballerisch und was seine Persönlichkeit betrifft."

Gentner scheute keinen Zweikampf, auch kein Kopfballduell. "Er hat eine enorme Willensstärke", lobte Reschke seinen Kapitän. Mit Gentner und gewachsenem Selbstvertrauen wollen die Stuttgart in Hannover endlich auch auswärts punkten.

© SZ.de/ebc/liv
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