Stuttgarts 1:0 gegen MönchengladbachZocken ohne Woltemade und Undav

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Diagnose Innenbandanriss: Nationalstürmer Deniz Undav wird dem VfB Stuttgart einige Wochen fehlen.
Diagnose Innenbandanriss: Nationalstürmer Deniz Undav wird dem VfB Stuttgart einige Wochen fehlen. Michael Weber/Imagepower/Imago
  • Der VfB Stuttgart gewinnt 1:0 gegen Mönchengladbach durch ein Tor des 18-jährigen Chema Andrés in der 79. Minute.
  • Nationalstürmer Deniz Undav erleidet einen Innenbandanriss im Knie und fällt einige Wochen aus, Nick Woltemade ist bereits zu Newcastle gewechselt.
  • Trainer Hoeneß und Nationalspieler Mittelstädt fordern vor Transferschluss am Montagabend noch offensive Verstärkungen für den personell geschwächten VfB.
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Der eine kommt nicht mehr, der andere wird ein Weilchen fehlen:  Ohne seinen Stammsturm quält sich der VfB Stuttgart beim 1:0 gegen Mönchengladbach in der Offensive. Trainer Hoeneß fordert Zugänge – und wird umgehend erhört.

Von Christoph Ruf, Stuttgart

Dass der Mann, der beim 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach eigentlich für die Startelf vorgesehen war, anderweitig beschäftigt sein würde, stand bereits seit einigen Tagen fest. Dass Nick Woltemade am Samstag aber so gar keine Rolle mehr spielen würde, war doch überraschend. Kein Spruchband war zu sehen, das sich dem nach Newcastle Geflüchteten gewidmet hätte, Woltemade blieb trotz grundsätzlich enormer Körperhöhe unsichtbar. Stattdessen widmete sich die Stuttgarter Fangemeinde den bleibenden Dingen rund um ihren Herzensklub. Zum 100. Jubiläum des „Bruschdrings“, also der roten Querung auf dem im Idealfall weißen Trikot, gab es eine aufwendige Choreografie über alle vier Tribünenseiten zu sehen, die die alten Recken von Ottmar Hitzfeld und Hermann Ohlicher über Hansi Müller bis Cacau zeigte.

Im Spiel, das kurz zuvor zu Ende gegangen war, hatte man allerdings durchaus gemerkt, welche Lücke der Abschied der neuen Recken Nick Woltemade und Enzo Millot in der Stuttgarter Offensive hinterlässt. Nach einer guten Stuttgarter Anfangsphase war Gladbach bis zur Pause die torgefährlichere Mannschaft. Und das eben auch, weil die wenigen Bälle, die beim VfB vorn ankamen, schnell wieder bei den Gladbacher Füßen landeten. Den Ball in den eigenen Reihen behaupten zu können, ist eine der ganz großen Stärken von Woltemade, der diese künftig im Nordosten Englands ausspielen wird.

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Es ist noch nicht so lange her, dass Woltemades Sturmpartner Deniz Undav in einem Interview seiner Vorfreude auf die neue Saison Ausdruck gegeben hatte, Tenor: Er freue sich auf das gemeinsame Gezocke mit Woltemade. Das war, bevor die endlose Transfersaga losbrach, aber zuletzt schien es ja, als habe Undavs Vorfreude doch ihre Berechtigung gehabt. Und nun, ausgerechnet nach dem ersten Heimsieg der neuen Saison, hatte sich die kleine Euphorie beim VfB vorübergehend in banges Warten verwandelt. Woltemade ist weg, klar, aber was ist mit Undav? Nach nicht mal einer Viertelstunde Spielzeit musste er gegen Gladbach angeschlagen das Feld räumen, später verließ er bedrohlich bandagiert das Stadion. Kann wenigstens Undav weiter zocken für den VfB, oder fällt auch er erst mal weg?

Eine gute Nachricht für den VfB ist die Leistung des 20-jährigen Chema von Real Madrid

Wie am Sonntag bekannt wurde, hat Undav offenbar einen Innenbandanriss im Knie erlitten, was zumindest ein paar Wochen Pause bedeutet. Vorübergehend bekommt der sonst so stürmische VfB also ein echtes Personalproblem im Offensivbereich, zumal Chris Führich derzeit offenbar keine zuverlässige Alternative darstellt. Am Samstag wurde er in der 14. Minute ein- und in der 64. ausgewechselt. Und auch wenn Trainer Sebastian Hoeneß („für den Jungen ist es hart, das ist nicht schön“) betonte, dass das nichts mit dessen Leistung zu tun gehabt habe – überzeugend war die bis dahin auch nicht gewesen.

Grüße aus Leeds: In ungewohnter Arbeitskleidung verfolgte Nick Woltemade am Samstag das Auswärtsspiel seines neuen Arbeitgebers Newcastle United auf der Tribüne.
Grüße aus Leeds: In ungewohnter Arbeitskleidung verfolgte Nick Woltemade am Samstag das Auswärtsspiel seines neuen Arbeitgebers Newcastle United auf der Tribüne. Jack Thomas/Getty Images

Allerdings wirkte der VfB auch in der Defensive bisweilen anfällig gegen eine konzentriert und zielstrebig vorgehende Gladbacher Mannschaft. Dass man vier Tage zuvor 120 Minuten und ein schier endloses Elfmeterschießen beim DFB-Pokalspiel in Braunschweig gebraucht hatte, war der Elf ebenso anzumerken wie das verletzungsbedingte Fehlen der Innenverteidiger Jeff Chabot und Luca Jaquez. Die besten Torgelegenheiten hatte jedenfalls der Gast, doch Lukas Ulrich (22. Minute), Franck Honorat (25.), Joseph Scally (36.) und Kevin Stöger (50.) machten nichts daraus. Und da der eingewechselte Spanier Chema Andrés dann doch den Stuttgarter Siegtreffer köpfelte (79.), zeigte sich Gladbachs Sportgeschäftsführer Roland Virkus entsprechend grummelig: „Das Schlimmste ist, dass es nicht einmal ein herausgespieltes Tor war. Das ist gegen eine spielstarke Mannschaft wie den VfB ja immer drin. Aber Standards heißen so, weil man sie standardmäßig verteidigt.“

Beim VfB gingen sie am Ende aber doch in vergleichsweise harmonischer Stimmung auseinander, auch weil der 20-jährige Chema, erworben aus der zweiten Mannschaft von Real Madrid, erneut andeutete, dass da vielleicht schon für die nahe Zukunft ein konkurrenzfähiger Sechser heranreifen könnte.  Auch Sebastian Hoeneß konnte sich darüber freuen, dass sich sein Team erfolgreich ins Spiel zurückgeackert hatte, nachdem der Trainer zuvor laut Eigenaussage „toughe Tage“ erlebt hatte.

Noch neu im Brustring, hat der 18-jährige Chema Andrés nicht nur mit seinem Siegtor gegen Mönchengladbach angedeutet, dass er für den VfB Stuttgart eine wertvolle Verstärkung sein kann.
Noch neu im Brustring, hat der 18-jährige Chema Andrés nicht nur mit seinem Siegtor gegen Mönchengladbach angedeutet, dass er für den VfB Stuttgart eine wertvolle Verstärkung sein kann. Hansjürgen Britsch/Imago

Am Vortag hatte er nur sehr notdürftig seine Enttäuschung darüber verbergen können, dass er soeben seines prominentesten Stürmers verlustig gegangen war. Dass er zudem offenbar erst mit Verzögerung über den sich konkretisierenden Wechsel Woltemades informiert wurde, dürfte seine Laune kaum verbessert haben. Besänftigt vom dreifachen Punktgewinn beließ es Hoeneß nun bei dem dezenten Hinweis, dass ein möglichst adäquater Ersatz für Woltemade eine schöne Sache wäre. „Wir wollen eine schlagkräftige Mannschaft haben“, sagte er mit Blick auf den Transfermarkt, der seine Pforten am Montagabend um 20 Uhr schließen wird, „das werden jetzt sicher intensive zwei Tage.“

Am Sonntag wurde prompt der Transfer des 20-jährigen Offensivspielers Badredine Bouanani aus Nizza verkündet, eine weitere heiße Spur führt zum marokkanischen Nationalspieler Bilal El Khannouss, 21, von Leicester City. Dass der VfB gut daran täte, in der Offensive nachzujustieren, hätten zuvor sogar die Spieler selbst angesprochen. „Wir müssen nicht darüber reden, dass wir noch Verstärkungen brauchen“, meinte etwa der Nationalverteidiger Maximilian Mittelstädt, „man hat gesehen, dass wir keine richtige Offensivpower einwechseln konnten.“ Vom alten Recken Woltemade haben die Mitspieler seit dessen Abschied übrigens noch nichts gehört, so schnell musste der Wechsel nach Newcastle offenbar vonstattengehen. Zumindest die Stuttgarter Nationalspieler werden Woltemade aber schon bald wiedersehen, spätestens an diesem Montag, beim Einzug ins DFB-Quartier vor den Länderspielen gegen die Slowakei und Nordirland.

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