Trainerfrage beim VfB Stuttgart:Favorit Labbadia

Diesmal ist die Lage selbst recht verzwickt, weil der Klub im Fall der Fälle entscheiden müsste, ob er einen Perspektiv- oder noch einmal einen Übergangstrainer sucht.

Einiges deutet darauf hin, dass der Verein sich entgegen erster Planungen doch eine Perspektivlösung zutraut: Bruno Labbadia gilt offenbar als Favorit - ein Coach, der dafür bekannt ist, dass er Profis mit Akribie, Detailversessenheit und langen Taktikpredigten schnell für sich einnehmen kann - und dass sie ihn nach einem halben Jahr am liebsten wieder loswerden würden, wegen Akribie, Detailversessenheit und langen Taktikpredigten.

Labbadia, derzeit ohne Job, wäre aber gewiss zu fähig und zu ambitioniert, um sich im Sommer wieder verabschieden zu lassen - im Gegensatz zum bekennenden Haudegen Hans Meyer, der bereitwillig auf anspruchsvolle Rettungseinsätze wartet und, anders als die Nothelfer früherer Jahre, deutlich mehr zu bieten hat als einen schlichten Notarztkoffer. Er ist 68 Jahre alt, taktisch aber auf der Höhe der Zeit.

Scheitert Keller, könnte es auf ein Stechen Labbadia/Meyer hinauslaufen, womöglich mit Christoph Daum als magischem Drittem im Hintergrund. Mit Eduardo Garcia, Chef des Hauptsponsors, ist Daum geschäftlich verbunden, auch Aufsichtsratschef Dieter Hundt schätzt ihn.

Am Dienstag musste Jens Keller ein Trainingsspiel abbrechen, wegen zu großer Aggressivität seiner Profis, die rangelten, rauften und schimpften. Ob das ein gutes Zeichen war oder nicht, werden Bruno Labbadia und Hans Meyer mit Interesse verfolgen.

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