VfB Stuttgart:Niemand beim VfB will Wolf beschädigt haben

Und jetzt ist plötzlich keiner mehr da von denen. Stattdessen immer noch Dietrich und neuerdings Reschke, ausgestattet mit einem Spitzenruf, aber eben ein Rheinländer, der Stuttjacht sagt, wenn er "Stuttgart" meint. Und der jetzt, wenn man das richtig verstanden hat, die zweite Mannschaft abschaffen will oder zumindest so halb. Und warum holt dieser Marktprofi am letzten Transfertag eigentlich keine Spieler mehr? Und hat der überhaupt ein Gespür für Stuttjacht und unseren VfB?

"All das zusammen hat sich wohl zu dieser Stimmungslage verdichtet", sagt Reschke, der aber Wert darauf legt, "dass die Wahrnehmung innerhalb des Klubs eine andere ist". Innerhalb des Klubs sei es "total ruhig", sagt er und meint keine Gespensterruhe wie die am Trainingslatz. "Wir haben den Trainer vorbereitet, dass es nicht gleich Applaus geben wird, und es ist auch nicht unsere Aufgabe, eine Entscheidung zu treffen, für die es Applaus gibt."

Er sei "komplett bei sich", sagt Reschke und nimmt für sich in Anspruch, etwas erlebt zu haben, was keiner der Trainingsplatzschweiger erlebt hat: einen Trainer, der nach dem jüngsten 0:2 gegen Schalke offenbar in der Kabine saß wie ein Mann, dem man eher einen Gefallen tut, wenn man ihn vom Druck der Niederlagenserie befreit. Man habe "keine andere Wahl" gehabt, sagt auch der Präsident Dietrich. Das ist die Version, die sie beim VfB offensiv erzählen, sie soll den Liebeskummer der Fans lindern. Und dass Reschke dem Trainer schon länger misstraut und ihn mit einem kritischen Satz im Sportstudio beschädigt habe, weist Reschke ebenso energisch zurück wie Dietrich. Wolf selbst hält diesen Vorwurf übrigens auch für überzogen.

Das erste Spiel führt Korkut nach Wolfsburg

Reschke versteht, dass die Leute Angst vor dem Abstieg haben, aber er hält es für "populistisch", wenn jemand behauptet, der neue VfB-Weg - Kontinuität, Ruhe, junge Spieler - werde abgewickelt. Tatsächlich hatte Vorgänger Schindelmeiser dem Klub neben Fundstücken wie Pavard auch Talente hinterlassen, die das Team nicht weiterbrachten, und so sieht es Reschke, der Anti-Romantiker, als seine Aufgabe an, sich mit harten Entscheidungen zur Not unbeliebt zu machen. Er halte das aus, sagt er.

Am Samstag hat Korkut nun sein erstes Spiel, in Wolfsburg. Nach Lage der Dinge könnte es für die auswärtsschwachen Stuttgarter sogar von Vorteil sein, dieses erste Spiel nicht zu Hause zu bestreiten.

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