VfB Stuttgart:Da ist er wieder!

Lesezeit: 2 min

VfB Stuttgart v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Zurück auf dem Platz: Der Stuttgarter Silas Katompa Mvumpa (Zweiter von rechts) wird gegen Mainz eingewechselt.

(Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Nach acht Monaten feiert Stuttgarts Angreifer Silas Katompa Mvumpa ein Neun-Minuten-Comeback - gegen einen Gegner, dem er seinen bisher größten Moment verdankt.

Von Christof Kneer, Stuttgart/München

Man sagt ja gern, dass nur der Fußball solche Geschichten schreibe. Wenn diese beliebte Formulierung zum Einsatz kommt, geht es meistens um Spieler, die ausgerechnet gegen ihren ehemaligen Verein ein Tor schießen; oder um Publikumslieblinge, die lange verletzt waren und mit der ersten Ballberührung gleich wieder ein Tor erzielen. Manchmal schreibt der Fußball solche Geschichten aber auch nicht.

Silas Katumpa Mvumpa kam in der 87. Minute am rechten Strafraumeck an den Ball, und dann sprintete er nicht an zwei Gegenspielern vorbei und schoss den Ball nicht unhaltbar ins Tor. Er sprintete los, das heißt, er wollte lossprinten, aber dann stand da doch ein Verteidiger, Silas kam zu Fall, für einen Elfmeter reichte das nicht. Als wenige Minuten später der Schlusspfiff folgte, hatte der VfB Stuttgart mit 2:1 gegen Mainz 05 gewonnen, und als die VfB-Spieler kurz darauf in nahezu geordneter Formation die Fankurve aufsuchten, schubsten sie Silas nach vorne, damit ihn die Fans auch sehen konnten. Schaut her, liebe Leut, da isch er widdr!

Vor zehn Monaten hat der VfB schon mal gegen Mainz gespielt, 2:0 ging's damals aus, aber in der Nachschau konzentrierte sich alles auf eine Szene. Zu sehen war, wie sich Silas Wamangituka am eigenen Strafraum den Ball schnappt, wie er losrast, wie er den Ball auf dieser halsbrecherischen Fahrt in jeder Sekunde kontrolliert und nebenbei alle verfügbaren Mainzer umkurvt. Und wie er dann am anderen Ende des Spielfelds, konzentriert und keinesfalls außer Atem, ein Tor schießt.

Silas Wamangituka war einer, vielleicht der Aufsteiger der vergangenen Saison, jedenfalls, bis ihm im März das Kreuzband riss. Es war das Letzte, was man von diesem Spieler hörte. Er spielte seitdem keine Minute mehr, und er heißt jetzt auch nicht mehr so. Nach der Abenteuergeschichte um seine falsche Identität ist er nun als Silas Katompa Mvumpa aus einer achtmonatigen Verletzungspause zurückgekehrt, für fünf Minuten plus vier Minuten Nachspielzeit. Auf seinem Trikot steht nur noch "Silas".

Zurzeit muss sich der ersatzgeschwächte VfB immer noch mit (diesmal allerdings ausgesprochen schönen) Verteidiger-Toren behelfen, gegen Mainz jubelten Hiroki Ito (21.) und Borna Sosa (51.). Ein wenig wird es schon noch dauern, bis Silas wieder so in Form und Fahrt ist, dass er vom rechten Strafraumeck aus unhaltbar ins Tor trifft.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB