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VfB-Stürmer Ibisevic und Werner im Interview:"So was geht nicht immer gut"

Lob vom Routinier: Vedad Ibisevic gratuliert Timo Werner zu dessen ersten Bundesligator gegen Frankfurt

(Foto: imago sportfotodienst)

Der eine steht für die Gegenwart, der andere für die Zukunft: Vedad Ibisevic versucht beim VfB Stuttgart, dem jungen Timo Werner die Gesetze des Strafraums zu vermitteln - mal auf die sanfte, mal auf die harte Tour.

Von Christof Kneer

Er ist 17 Jahre alt, er hat noch nicht einmal einen Führerschein, und doch verbinden sich mit seinem Namen schon ein paar zentrale Fragen. Zum Beispiel: Fährt er im Sommer als Überraschungsgast mit zur WM nach Brasilien? Und: Verlässt er den VfB Stuttgart im Sommer und wechselt zu einem richtig großen Verein?

Auf die erste Frage kann Timo Werner im Moment keine seriöse Antwort geben, auf die zweite aber durchaus: "Ich bin Stuttgarter und werde auch weiter hier spielen", sagt Timo Werner, "Stuttgart ist meine Heimat, und es gibt doch nichts Schöneres, als erst einmal hier Profi zu werden." Am 6. März, seinem 18. Geburtstag, wird Werner seinen ersten Profivertrag unterzeichnen, der ihn erst mal an den VfB Stuttgart bindet.

Im Doppel-Interview mit seinem Stuttgarter Sturmkollegen Vedad Ibisevic in der Süddeutschen Zeitung äußert sich der junge Stürmer erstmals in größerem Stil. Er erklärt unter anderem, warum er ungern über die WM spricht: "Ich habe kürzlich gesagt, die WM sei ein Traum von mir, aber das wurde gleich so dargestellt, als würde ich mich ernsthaft damit befassen. Ich muss mich doch erst mal in Stuttgart durchsetzen und als Profi etablieren. Das ist das Wichtigste, alles andere wäre ein Bonus." Er würde, ergänzt Werner, "aber schon hinfahren zur WM, wenn mich jemand einlädt".

Der VfB steckt vor dem Gastspiel des FC Bayern mal wieder in einer kleinen Krise, aber jenseits der aktuellen Ergebnisse gibt es in Stuttgart ein spannendes Projekt zu beobachten: Der Klub verfügt über zwei Torjäger, den 29-jährigen Ibisevic und den 17-jährigen Werner, und im Klub würden sie es gerne sehen, wenn der alte den jungen Stürmer ausbilden würde.

Drohgebärde statt Gratulation

Im Doppel-Interview erklärt Ibisevic, wie er versucht, dem jungen Kollegen die Gesetze des Strafraums beizubringen, und er spricht auch über die Szene aus dem Freiburg-Spiel, als er Werner nach dessen Tor zum 3:1 nicht gratulierte, sondern ihm statt dessen mit dem Zeigefinger drohte. "Ein erfahrener Spieler hätte in so einer Szene nicht selbst geschossen, sondern den Ball quer gelegt", sagt Ibisevic, "das Spiel stand auf der Kippe, und es war viel riskanter, selber zu schießen als querzulegen. Timo hat Glück gehabt, dass der Ball reingegangen ist". Timo Werner müsse "das lernen", sagt Ibisevic, "er muss wissen: So was geht nicht immer gut."

Was seine eigene Zukunft angeht, äußert sich Ibisevic vorsichtiger als Werner. Der VfB sei "nach wie vor ein Super-Klub, der alle Möglichkeiten hat, wieder ein Spitzenverein zu werden", sagt er, aber sein Nachsatz lässt erkennen, dass der ehrgeizige Bosnier die Entwicklung beim VfB aufmerksam verfolgt. "Ich bin einer, der immer oben mitspielen will, das ist beim VfB zurzeit ein bisschen schwierig", sagt Ibisevic. Er habe einen Vertrag bis 2016, "aber im Fußball weiß man nie, was die Zukunft bringt".

Das vollständige Interview lesen Sie in der Mittwochausgabe der Süddeutschen Zeitung und in der SZ-Digital-App auf iPhone, iPad, Android und Windows 8.

© Süddeutsche Zeitung vom 29.1.2014/jkn

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