VfB-Profi Timo Werner:Werner spielt endlich auf seiner Lieblingsposition

Das sei nicht immer einfach, gibt Werner zu. Mit 17 Jahren debütierte er in der Bundesliga, an seinem 18. Geburtstag unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. Viele Experten halten ihn für einen kommenden A-Nationalspieler. Diese Erwartungen muss ein junger Spieler erst einmal verarbeiten. Auch deshalb hatte Zorniger ihn am vierten Spieltag mit einem lauten Knall ("Ich bin nicht sein Kindermädchen") aus dem Kader verbannt. Werner sollte sich wieder auf seine Stärken besinnen, wieder kicken wie ein 19-Jähriger, wie Zorniger es ausdrückte, "und nicht wie ein 24-Jähriger, der alle Last der Fußballwelt auf seinen Schultern trägt".

Werner besorgte sich Hilfe, vom Stuttgarter Mannschafts-Psychologen Philipp Laux. Dem ehemaligen Bundesliga-Torwart vertraut er, sie haben viel miteinander gesprochen, über Fußball und das Leben abseits des Rasens. "Ich habe gelernt, die Dinge eher positiv als negativ zu sehen", sagt Werner.

Er hat diesen Instinkt, den man nicht lernen kann

Neben seiner mentalen Reife gibt es aber auch sportliche Gründe, warum er in den vergangenen Wochen zu einer der Hauptfiguren des VfB erwachsen ist. Zorniger lobt sanft: "Seine Bilanz seit unserem Spiel bei Hertha BSC ist ja nicht so schlecht." Werner darf nach der Verletzung von Daniel Ginczek endlich auf seiner Lieblingsposition spielen, er rückt von außen ins Zentrum. "Dort habe ich meine größten Stärken", findet Werner, dem in der Junioren-Bundesliga mal 23 Tore in 24 Spielen gelungen waren.

Der U-21-Nationalspieler hat diesen Instinkt, den man nicht antrainieren kann, er steht im Strafraum meistens an der richtigen Stelle. Er verkörpert dabei nicht den typischen Wühler, er ist schnell, wendig, er kann auch mit Tempo aus dem Mittelfeld aufs Tor laufen und den Torwart mit einer einfachen Körpertäuschung umspielen und den Ball ins Tor schieben. Wie beim Siegtreffer gegen Darmstadt. Das erinnerte fast schon an einen Treffer von Lionel Messi.

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