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WM-Aus für verletzten Bayern-Profi Thiago:Halbgesunde Beine bringen wenig

Daraus wird nun nichts, was im Fall des feinfüßigen Mittelfeldmannes doppelt schmerzhaft ist: Thiago verpasste bereits die EM 2012 sowie die Olympischen Spiele in London wegen Wehwehchen am Schienbein, ehe ihn im Herbst jenes Seuchenjahres gleich noch eine Innenbandverletzung im rechten Knie zu einer mehrwöchigen Pause zwang - es war die gleiche Stelle, die ihm jetzt wieder zu schaffen macht.

Für den FC Bayern dürfte diese Entwicklung ein Grund zur Sorge sein - vor allem langfristig. Mit Thiago und Bastian Schweinsteiger tummeln sich nun gleich zwei Dauerpatienten im Mittelfeld, deren Fitness Anlass zu Debatten bietet: Schweinsteiger verpasst wegen einer Reizung der Patellasehne wohl das Pokalfinale gegen den BVB am Samstag, während der Saison erlitt er immer wieder Rückschläge, für die WM soll er aber fit werden.

Der Spanier dagegen muss seine 25-Millionen-Euro-Beine vermutlich den halben Sommer ruhen lassen - drei Verletzungen an derselben Körperstelle sind zudem kein Anlass zur Entspanntheit: Halbgesunde Beine mögen zwar teuer sein, aber nicht leistungsfähig. Pikant dürfte insofern die Vertragssituation um einen anderen, meist topfitten Bayern-Regisseur werden.

Toni Kroos schien im Frühling einem Wechsel zu Manchester United nicht abgeneigt, ehe im April sein Berater andeutete, dass der Nationalspieler seinen bis 2015 laufenden Kontrakt in München doch erfüllen wolle. Vor dem Hintergrund der körperlichen Verfassung von Thiago und Schweinsteiger wird der Verein Kroos nun kaum mehr abgeben wollen - denn sonst könnte Trainer Pep Guardiola bald arge Personalprobleme in der Spielfeldmitte bekommen.

Die Meister-Zeit des FC Bayern hätte so unbeschwert sein können, doch jetzt ist die Phase fröhlicher Selbstporträts für Thiago vorerst vorbei. Für ihn heißt es ab sofort: Erst einmal wieder auf die Beine kommen.

© SZ.de/jbe/sonn/holz
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