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Vergebene Torchancen:Voll an den Pfosten!

Diese Szene wird sich der Fürther Edgar Prib wohl noch in 25 Jahren ansehen müssen: Gegen Eintracht Frankfurt vergab der Mittelfeldspieler geradezu grotesk eine Torchance. Doch Prib muss sich nicht grämen: Es gab in der Geschichte weit schlimmere Fehlschüsse. Von weit berühmteren Kickern.

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Eintracht Frankfurt - SpVgg Greuther Fürth 0:0

Quelle: dpa

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Diese Szene wird sich der Fürther Edgar Prib wohl noch in 25 Jahren ansehen müssen: Gegen Eintracht Frankfurt vergab der Mittelfeldspieler geradezu grotesk eine Torchance. Doch Prib muss sich nicht grämen: Es gab in der Geschichte weit schlimmere Fehlschüsse. Von weit berühmteren Kickern.

Edgar Prib wusste, dass eine höhere Macht verantwortlich sein musste: "Ich hätte das Spiel entscheiden sollen, aber der Fußballgott wollte es nicht", sagte der Mittelfeldspieler von Greuther Fürth nach seinem grotesken Fehlschuss beim Spiel bei Eintracht Frankfurt, "ich dachte: Ich schieb ihn jetzt rein, und dann ist die Sache für uns gelaufen. Dann bin ich tausend Tode gestorben." Das Spiel endete nämlich 0:0. Zum Zeitpunkt der Chance hatte ein anderer legendärer Chancentod den Fernseher bereits ausgeschaltet ...

Hier geht es zum Fehlschuss von Edgar Prib.

Vergeben Torchancen

Quelle: SZ

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... nämlich der frühere Bundesliga-Profi Frank Mill. "Ich habe den Beginn des Spiels verfolgt, diese Szene leider nicht gesehen", sagte Mill über Pribs Chance, "aber sicher wird sie gerade mir Dutzende Male vorgespielt. Mein Ding ist ja auch erst 25 Jahre her!"

Am 9. August 1986 umdribbelte Mill, damals Stürmer bei Borussia Dortmund, den Münchner Torwart Jean-Marie Pfaff. Er lief mit dem Ball aufs leere Tor zu und hätte noch einen Harry-Potter-Band lesen können, bevor er das Spielgerät ins Tor schiebt. Doch Mill schoss den Ball an den Pfosten - eine Szene, die ihn jahrelang und rund um die Welt verfolgen sollte: "Ich war einmal in San Francisco und habe nachts Fernsehen geguckt. Da kam dann eine Sendung mit Kuriositäten aus dem Sport: Basketballer, die Körbe abreißen - und dann ich."

Hier geht es zu Mills Fehlschuss.

SC Freiburg v Borussia Dortmund - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Torchancen auf schlimme Art zu vergeben scheint in Dortmund alle 24 Jahre mal vorzukommen: In der vergangenen Saison kullerte der Ball beim Spiel zwischen Dortmund und Freiburg durch den Freiburger Strafraum, der Torhüter lag außerhalb davon, es war kein Gegenspieler in der Nähe. Jakub Blaszczykowski hätte die Kugel aus elf Metern nur über die Linie drücken müssen, wobei er zuvor noch eine Tasse Tee hätte trinken können oder sämtliche Harry-Potter-Bände lesen oder alle Star-Wars-Filme gucken, so viel Zeit hatte er. Doch ihm gelang eine Frank-Mill-Uli-Hoeneß-Mischung. Er schoss den Ball weit übers Tor. Immerhin: Bis zum Jahr 2034 sollte es nun gut sein.

Doch Prib, Mill und Blaszczykowski sind nicht die schlimmsten Chancenvergeber. Es gibt da noch andere Kandidaten.

Hier geht es zur Chance von Blaszczykowski.

Torchancen Farhad Khalfan

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Fahad Khalfan aus Katar etwa. Der damals 18-Jährige hatte im Viertelfinale der Asienspiele gegen Usbekistan die Chance auf den Siegtreffer. Er hatte dem gegnerischen Torwart den Ball stibitzt und lief seitlich aufs Tor zu. "Ich dachte, ich hätte viel Zeit und Platz - also wollte ich mit dem Außenrist schießen." Er schoss mit dem Außenrist - an den Pfosten. Am Ende gewann Usbekistan übrigens mit 1:0.

Hier geht es zur vergebenen Torchance.

Kei Kamara

Quelle: AP

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Eine grandiose Chance vergab auch Kei Kamara in der US-Liga MLB. Beim Spiel seiner Kansas City Wizards gegen die Los Angeles Galaxy hatte sein Kollege an den Pfosten geschossen, der Ball trudelte auf der Torlinie in die Richtung des anderen Pfostens. Kamara wollte ganz sicher gehen, warf sich dem Spielgerät entgegen und beförderte es über die Linie. Sein Pech war nur: Er flog mit allen Körperteilen am Ball vorbei - außer mit der Hand.

Hier geht es zum Hand-Tor von Kamara.

Liverpool v Manchester City - Premier League

Quelle: Getty Images

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Diese Szene brachte Roberto Mancini zum Kochen, der Trainer von Manchester City wechselte seinen Spieler Mario Balotelli sofort aus. Was war passiert? Beim Freundschaftsspiel gegen die Los Angeles Galaxy lief Balotelli alleine auf den Torwart zu. Er schob den Ball nicht ins Tor, sondern vollführte eine Piroutte und kickte den Ball mit der Hacke - nur nicht über die Linie, sondern etwa drei Meter vorbei. Balotelli verstand die Aufregung nicht und diskutierte auch nach seiner Auswechslung noch mit seinem Trainer.

Hier geht es zur vergebenen Torchance.

EURO 2008 - Österreich - Deutschland

Quelle: dpa

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Es war der Moment, der Mario Gomez jahrelang verfolgen sollte: EM 2008, Vorrundenspiel gegen Österreich. Miroslav Klose umspielte zwei Gegner und legte den Ball in die Mitte auf Gomez, der das Spielgerät nur noch über die Linie drücken musste. Der Ball hüpfte tückisch - und prallte von Gomez' Schienbein beinahe senkrecht in die Luft. Seitdem war er "der Blinde mit der Lachnummer von Wien, der den Ball aus einem Meter nicht reinkriegt", wie Gomez direkt nach der Partie erklärte.

Mittlerweile kann Gomez über vergebene Chancen schmunzeln. "Das Gute ist, dass ich nach solchen Situationen inzwischen über mich selbst lachen kann." Diese Lockerheit scheint ihm zu helfen: Am vergangenen Bundesliga-Wochenende in Stuttgart vergab Gomez erst grotesk eine Chance - und erzielte danach noch zwei wunderschöne Treffer.

Hier geht es zur Chance von Gomez.

Vergeben Torchancen

Quelle: SZ

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Grandios war auch die Szene, in der Diego Forlán am Tor vorbeischoss: Beim Vorbereitungsspiel zwischen Manchester United und Juventus Turin im Jahr 2003 stand es kurz vor dem Ende 4:1 für Manchester. Der Ball trudelte auf den Torhüter von Juventus zu, es gab ein Missverständnis mit zwei Verteidigern - und plötzlich stand Forlán mit dem Spielgerät da, sieben Meter vor dem Tor, kein Gegner in Sicht. Doch Forlán? Schoss einfach vorbei.

Hier geht's zum Video.

Manchester United v Middlesbrough - Premier League

Quelle: Getty Images

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Dass auch die besten Fußballer der Welt kläglich scheitern, das bewies Cristiano Ronaldo, als er noch bei Manchester United spielte. Beim Spiel gegen Sheffield bekam er den Ball von Ryan Giggs serviert, er schoss aus drei Metern aufs Tor - nein, er schoss etwa fünf Meter darüber. Noch lustiger als der Fehlschuss war allerdings die Reaktion des britischen Kommentators: "Wie kann man da nicht treffen? Das ist der Fehlschuss der Saison! Er muss ihn nur reindrücken! Das wird er in den kommenden Jahren in seinen Albträumen sehen!"

Hier geht es zum Fehlschuss.

Vergeben Torchancen

Quelle: imago

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Zum Schluss noch ein Fehlschuss, der als Tor gewertet wurde: Am 23. April 1994 kam der Ball beim Spiel zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg nach einer Ecke zu Thomas Helmer, der am Pfosten stand. Helmer stocherte und wurstelte, bis der Ball am Tor vorbeikullerte. Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers entschied, dass es ein reguläres Tor war.

Die Nürnberger legten Protest ein (auch weil Manni Schwabl kurz vor dem Ende einen Elfmeter verschossen hatte und die Begegnung deshalb verloren gegangen war), bekamen ein Wiederholungsspiel, das sie mit 0:5 verloren - und stiegen ab.

Hier geht es zum "Phantomtor".

© sueddeutsche.de/jüsc/mkoh/gba

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