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Vereine in der Europa League:Wunderlicher Pokal der kleinen Klubs

Die Europa League ist ein komischer Wettbewerb. Noch immer haben die Klubs keine einheitliche Haltung zum Nachfolger des Uefa-Cups entwickelt, einen echten Favoriten gibt es nicht - genau dies dürfte das Markenzeichen dieses Cups sein. Er ist das Königsklässchen, wie gemacht für zwei Arten von Klubs.

Dass sie die Europa League nicht ernst nehmen, kann den Schalkern nun wirklich niemand vorwerfen. Sportchef Horst Heldt hat diesem Wettbewerb sogar eine fulminante Liebeserklärung gemacht, indem er extra das Wort "Tatsachenentscheidungsgeschisse" erfand.

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Ein Vielflieger im Strafraum: Klaas-Jan Huntelaar in seinem Drei-Tore-Spiel gegen Viktoria Pilsen.

(Foto: AFP)

So viel poetische Hingabe widmet man nur jemandem, der einem ganz bestimmt nicht gleichgültig ist. In Schalke haben sie auch leidenschaftlich gekämpft, um den Abwehrspieler Joel Matip an diesem Donnerstag fürs Achtelfinal-Rückspiel gegen Twente Enschede freizubekommen, und so viel Kampfesmut hat die Uefa-Richter offenbar überzeugt. Matip wird mithelfen dürfen, das 0:1 aus dem Hinspiel wettzumachen, auch wenn der Verband das Tatsachenentscheidungsdings dann doch nicht kippen wollte.

"Dem Gesuch nach aufschiebender Wirkung von Schalke 04" sei stattgegeben worden, teilte die Uefa am Mittwoch mit. Die Verhandlung über die rote Karte aus dem Hinspiel findet am Freitag statt, am Tag der Viertelfinal-Auslosung.

Es ist beliebtes Spiel, das Viertelfinal-Tableau gleich auf ein mögliches Halbfinale hochzurechnen, um dann in einem weiteren Schritt vorzuempfinden, wer diesen Wettbewerb gewinnen könnte. Es könnte aber sein, dass alle Spekulanten diesmal noch ratloser vor dem Tableau stehen als in der Vergangenheit.

Natürliche Favoriten wären die Topklubs aus Manchester, die sich in die Europa League verlaufen haben und dort so wenig Ortskenntnis zeigen, dass sie die nächste Runde womöglich gar nicht erreichen. Aber wer gewinnt den Cup dann? Valencia? Piräus? Atletico Madrid? Der Sieger aus Twente/Schalke? Oder gar: der Sieger aus Lüttich/Hannover?

Die Europa League ist ein wunderlicher Wettbewerb, nicht nur wegen dieses lustigen deutsch-englischen Namens (nach dieser Logik könnte der Cup genauso gut European Liga heißen). Noch immer haben die Klubs keine einheitliche Haltung zum Nachfolger des Uefa-Cups entwickelt, aber immer mehr zeigt sich, dass genau dies das Markenzeichen dieses Cups sein dürfte: dass er ein Cup für eine bestimmte Zielgruppe bleibt.

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