Wechsel im Winter:Leverkusen verpflichtet Exequiel Palacios

River Plate - Boca Juniors

Exequiel Palacios (rechts) von River Plate spielt gegen Nahitan Nandez von Boca Juniors.

(Foto: dpa)

Bayer 04 sichert sich den 21-jährigen argentinischen Nationalspieler. Mark van Bommel ist nicht mehr Trainer beim PSV Eindhoven.

Meldungen im Überblick

Leverkusen, Transfer: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen ist auf der Suche nach einem möglichen Nachfolger für den heftig umworbenen Kai Havertz fündig geworden. Wie die Werkself am Montag bekannt gab, wechselt der argentinische Nationalspieler Exequiel Palacios im Januar von River Plate Buenos Aires nach Leverkusen und unterschrieb einen Vertrag bis 2025. Laut Fachmagazin kicker soll die Ablösesumme für den 21 Jahre alten Mittelfeldspieler bei rund 22 Millionen Euro liegen.

"Exequiel Palacios ist ein technisch starker Mittelfeldspieler mit Zug zum Tor und der Fähigkeit, seine Mitspieler einzusetzen. Er passt sehr gut zu unserer Mannschaft und zu unserem Spielstil", sagte Sportgeschäftsführer Rudi Völler. Sportdirektor Simon Rolfes fügte an: "Ihn zeichnet neben seiner fußballerischen Qualität auch eine bemerkenswerte Mentalität aus."

Palacios bestritt 80 Pflichtspiele für den Spitzenklub River Plate, mit dem er im vergangenen Jahr die Copa Libertadores gewonnen hatte. Für die argentinische Nationalmannschaft lief er bereits viermal auf. Bei Bayer könnte Palacios den deutschen Nationalspieler Havertz, der unter anderem von Bayern München, dem FC Barcelona, Real Madrid und mehreren englischen Spitzenklubs umworben wird, ersetzen. Aber auch für Charles Aranguiz, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, wäre er ein möglicher Nachfolger.

Van Bommel, PSV Eindhoven: Der frühere Bayern-Profi Mark van Bommel ist als Trainer des niederländischen Fußball-Erstligisten PSV Eindhoven entlassen worden. Das bestätigte der Klub einen Tag nach der 1:3-Niederlage bei Feyenoord Rotterdam. "Die Leistungen und Ergebnisse liegen weit unter den Erwartungen der PSV", sagte Geschäftsführer Toon Gerbrands: "Wir haben alles, was in unserer Macht steht, getan, um das Blatt zu wenden. Das hat leider nicht geklappt."

Nach der Pleite in "De Kuip" am Sonntag hatte sich van Bommel noch kämpferisch gezeigt. "Auch wenn ich gegen die ganze Welt kämpfen muss, gebe ich nicht auf", sagte der 42-Jährige, der mit dem deutschen Rekordmeister 2010 das Champions-League-Finale verloren hatte. Für van Bommel war das Engagement in Eindhoven, das er im Sommer 2018 begonnen hatte, die erste Station als Cheftrainer. Der 24-malige Meister PSV steht in der Eredivisie nur auf Rang vier. Der Abstand zur Tabellenspitze zu Ajax Amsterdam und AZ Alkmaar beträgt zehn Punkte. In der Europa League ist Eindhoven in der Gruppenphase ausgeschieden. Laut niederländischen Medienberichten soll Jugendleiter Ernest Faber das Training bis zur Winterpause leiten.

Darts, WM: Mikuru Suzuki hat den ersten Sieg einer Frau bei einer gemischten Darts-WM auf dramatische Art und Weise verpasst. Die 37-jährige Japanerin unterlag in der ersten Runde der PDC-WM im Alexandra Palace in London dem Engländer James Richardson nach einer starken Leistung 2:3. Die Weltmeisterin des konkurrierenden Verbandes BDO hatte gegen Richardson schnell 0:2 zurückgelegen, beim Stand von 2:0 in den Legs im dritten Satz hatte der 45-Jährige die Chance zum Sieg. Doch Suzuki kämpfte sich zurück und gewann drei Legs in Folge, auch den vierten Satz gewann Suzuki.

Im Entscheidungssatz gelang Suzuki direkt das Break zum 1:0, danach verpasste sie die große Chance zum 2:0. Beim Stand von 2:2 ging es in das entscheidende Leg, dort verpasste Suzuki ein 152er-Finish. Richardson ließ sich die Chance nicht nehmen und checkte 40 Punkte zum Sieg. Im "Ally Pally" sind seit vergangenem Jahr zwei der 96 Plätze für Frauen reserviert, in diesem Jahr ist neben Suzuki auch noch die Engländerin Fallon Sherrock am Start. Sie trifft am Dienstag auf ihren Landsmann Ted Evetts.

Tennis, Vorwurf: Ein unterklassiger deutscher Tennisspieler soll nach Informationen des ZDF und der Tageszeitung Welt in einen weltweiten Wettskandal verwickelt sein. Insgesamt sollen mittlerweile mehr als 135 Spieler involviert sein. Es habe Razzien in verschiedenen Ländern wie Belgien, Spanien, Frankreich und den USA gegeben, wie die beiden Medien berichteten. Die US-Bundespolizei FBI soll ebenfalls Kontakt zu den belgischen Ermittlern aufgenommen haben. Auch ein Spieler aus den Top 30 der Welt soll in den Skandal verwickelt sein.

Wettmanipulationen sind im Tennis vor allem auf unterklassigen Turnieren der Challenger- und Future-Ebene ein Problem. Bei Live-Wetten kann dort unter anderem auf einzelne Doppelfehler oder Aufschlagspiele gewettet werden. Die Tennis Integrity Unit (TIU) hat in diesem Jahr bereits Sperren gegen mehr als 20 Spielerinnen und Spieler ausgesprochen, die in den Ranglisten alle auf den hinteren Plätzen liegen. Andrea Petkovic, seit kurzem im ZDF auch als Moderatorin der Sendung "Sportreportage" tätig, erklärte, auch sie kenne Profis, die von Wettpaten angesprochen wurden. Meist handele es sich um Spielerinnen und Spieler aus ärmeren Ländern, "die sich das nicht leisten können zu reisen, die darauf angewiesen sind, Geld zu verdienen", sagte die Darmstädterin.

Jugendfußball, Hertha: In der Kabine versammelten sich die Nachwuchsspieler von Hertha BSC für ein gemeinsames Teamfoto und demonstrierten so Einigkeit. Arm in Arm präsentierte sich das U16-Team der Berliner, nachdem einige Kicker nach Angaben des Fußballclubs von ihren Gegenspielern im Regionalligaspiel beim VfB Auerbach rassistisch beleidigt worden waren. Das Team habe den Schiedsrichter am Samstag darauf hingewiesen, sich danach entschieden, das Spielfeld beim Stand von 2:0 zu verlassen und die Partie abzubrechen, teilte Hertha mit. Auerbach bedauerte die Vorfälle, verwahrte sich in einer Stellungnahme aber gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf.

Der Hauptstadtclub verurteile "Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form". Trainer Sofian Chahed twitterte das Mannschaftsfoto des Nachwuchses und schrieb dazu: "Es darf keinerlei Spielraum für Rassismus auf und neben dem Platz geben!" Die Vereinsführung unterstützte den Schritt. "Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam - Spieler, Vereine, Verbände und Fans - endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz", sagte Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsführung.

"Der VfB Auerbach hat mit großem Bedauern den Schritt der U16 von Hertha BSC wahrgenommen, das Regionalliga-Spiel vorzeitig zu beenden. Der VfB Auerbach verwehrt sich gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf", heißt es in der Stellungnahme. Die Schiedsrichter hätten keine "rassistische Äußerung wahrgenommen". Dies habe das Schiedsrichter-Gespann dem VfB nach dem Spiel bestätigt. "Auch ist der von Hertha BSC erweckte Eindruck falsch, es habe sich um ein Spiel gehandelt, das in irgendeiner Form von rassistischen Aussagen geprägt gewesen sein soll." Der Nordostdeutsche Fußballverband prüft nun die Einleitung eines Verfahrens. Das bestätigte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Schritt könne frühestens am Montag vollzogen werden.

Für Hertha ist es der zweite Rassismus-Vorfall binnen weniger Tage. U23-Spieler Jessic Ngankam hatte in der vergangenen Woche nach einem Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft der Berliner gegen den 1. FC Lok Leipzig berichtet, durch Affenlaute aus der Leipziger Fankurve und durch das Wort "Affe" von einem Gegenspieler beleidigt worden zu sein. Die Partie war für mehrere Minuten unterbrochen gewesen. Lok hatte sich von rassistischem Verhalten distanziert, Hertha verurteilte "rassistische Anfeindungen" gegen seinen Spieler "aufs Schärfste". Die Clubführung der Berliner räumte am Montag ein, dass man mit einer öffentlichen Stellungnahme zu lange gewartet habe.

Biathlon, Neuner: Magdalena Neuner macht ein mangelndes Selbstbewusstsein für die momentan schwachen Darbietungen der deutschen Biathletinnen verantwortlich. "Für mich fehlt so ein bisschen die hundertprozentige Überzeugung, dass ich es auch kann", sagte die Rekordweltmeisterin. "Ich merke bei jeder Sportlerin so eine Unsicherheit irgendwie", sagte die 32-Jährige. Auch läuferisch sei die Damen-Mannschaft bis auf Denise Herrmann "im Moment echt weit weg".

Doch auch Weltmeisterin Herrmann, die "eigentlich wirklich eine Topsportlerin ist", hadere mit sich und sei unsicher, sagte Neuner. Die zweimalige Olympiasiegerin ist beim Weltcup in Hochfilzen als Expertin für die ARD dabei. Die deutschen Skijägerinnen waren am Freitag im Sprint-Wettkampf und am Samstag als Staffel-Zwölfte so schlecht wie noch nie im Weltcup unterwegs. Sie habe aber zu wenig Einblick, "um wirklich wissen zu können, woran es liegt", sagte sie. "Es sollte sich aber bitte ganz schnell ändern - und irgendwas sollte passieren", meinte Neuner. "Woran es liegt, können wahrscheinlich nur die Trainer beantworten. Oder auch die Sportler selber."

Eine Diskussion über die Damen-Trainer Kristian Mehringer und Florian Steirer findet die zweimalige Olympiasiegerin jedoch völlig unangebracht. "Wir haben gesehen, dass sie die letzten Jahre einen guten Job gemacht haben." Die beiden Damen-Trainer würden sich ganz schön viele Gedanken machen, seien selbstkritisch und würden sich bestimmt auch immer wieder hinterfragen. "Die setzen sich jetzt nicht nur hin und lassen sich feiern, wenn es gut läuft."

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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