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USA bei der Fußball-WM:Besser als in der Bundesliga

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Einer der Besten im Spiel gegen Portugal: der ehemalige Schalker Jermaine Jones

(Foto: AFP)

Flink, robust im Zweikampf und gefährlich aus der Distanz: Klinsmanns Team demonstriert gegen Portugal unter schwierigen Bedingungen seine Fitness. Vor allem bekannte Namen aus der Bundesliga überraschen, wie die WM-Analyse des Tages zeigt.

Ob Jürgen Klinsmann die Spieler der US-Nationalelf wirklich jeden Tag ein bisschen besser macht, das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Auffällig war im Spiel gegen Portugal aber vor allem die Leistung der aktuellen und ehemaligen Bundesligaspieler. Die hatte man hierzulande schon das ein oder andere Mal kicken sehen - nur eben selten so wie beim 2:2 gegen Portugal.

Fabian Johnson etwa, einige Jahre bei der TSG Hoffenheim aktiv, ab kommender Saison in Gladbach unter Vertrag: Der machte seine Sache nicht nur auf der rechten Abwehrseite der Amerikaner exzellent, auf der er es immerhin mit dem nicht ganz unbekannten Cristiano Ronaldo zu tun bekam. Johnson nutzte auch jede sich bietende Gelegenheit, um den Flügel entlang nach vorne zu flitzen und dort für Gefahr zu sorgen. In der zweiten Halbzeit, als die USA den Druck auf die Portugiesen noch einmal erhöhten, liefen 44,1 Prozent der amerikanischen Angriffe über die rechte Seite ( Daten von unserem Kooperationspartner Opta).

Im Mittelfeld überragte der ehemalige Schalker Jermaine Jones. Er erzielte nicht nur den wichtigen 1:1-Ausgleich für die USA - Jones erstickte auch zahlreiche portugiesische Angriffe, indem er fast alles wegräumte, was es wegzuräumen gab. 72,7 Prozent seiner Zweikämpfe entschied der 32-Jährige für sich. Kein anderer Mittelfeldspieler auf dem Platz erreichte diesen Wert auch nur annähernd.

Überhaupt präsentierte sich die gesamte amerikanische Mannschaft sehr robust und zweikampfstark. Gerade die Duelle in der Luft entschieden Klinsmanns Männer meist für sich. Das frühe Stören und die überfallarrtigen Sprints verlangten den US-Spielern viel Laufarbeit ab - angesichts der Bedingungen im Dschungel eine beachtliche Fitnessleistung. In Manaus herrschten während des Spiels um die 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit lag über der Marke von 90 Prozent. Engländer und Italiener etwa konnten solch ein Tempo nicht bieten, als sie vor einer Woche an gleicher Stelle spielten. Und auch die Deutschen wirkten unter ähnlichen Bedingungen in Fortaleza gegen Ghana eher träge.

Nach erfolgreicher Balleroberung machten die Amerikaner das Spiel häufig schnell und suchten den frühen Abschluss. Auffällig waren die vielen gefährlichen Distanzschüsse. Sobald sich ein US-Spieler in halbwegs aussichtsreicher Position befand, sauste der Ball meist sofort in Richtung des Tores von Portugals Keeper Beto. Jones ballerte beim Ausgleich aus 25 Metern einfach mal drauf. Weitere Versuche von Bradley, Johnson oder Dempsey verfehlten das Tor nur knapp.

Sollte Klinsmann seine Mannen bis Donnerstag tatsächlich noch jeden Tag ein bisschen besser machen, dürften Manuel Neuer arbeitsreiche 90 Minuten bevorstehen.