US Open im WandelMehr Show als Wettkampf

Von Feuervögeln, egomanischen Prinzen und einer neuen Generation, die für Etikette nicht viel übrig hat: Nirgendwo zeigt sich besser, wie es um das heutige Tennis steht, als in New York.

Von Jürgen Schmieder, New York

Rod Laver

"Er stürzte herab wie ein Feuervogel, er war ein Brandstifter mit seinen Schlägen. Die rothaarige Rakete aus Australien kam aus dem Hinterland von Queensland, um die Tenniswelt als Amateur zu erobern - und dann als Profi. Sein großartiger linker Arm produzierte sowohl heftigen Drall als auch gewitzte Volleys." Mit diesen poetischen Worten wird Rod Laver auf seiner Plakette im Court of Champions auf der Tennisanlage in Flushing Meadows beschrieben. Vor 50 Jahren gewann Laver als erster Profi alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Jahr (1962 war ihm das schon einmal als Amateur geglückt). Am Jahrestag wird heuer das Männerfinale ausgetragen.

Eine Plakette bekommen nur Legenden, die ihre Karrieren bereits beendet haben - was zur Frage führt, was einmal über jene geschrieben stehen wird, die das Turnier in diesem Jahr geprägt haben. Im Folgenden ein paar Beobachtungen.

Bild: Robert W. Klein/AP 7. September 2019, 19:352019-09-07 19:35:12 © SZ vom 07.09.2019/dsz