Tennis:Qualifikantin gewinnt die US-Open im Teenie-Finale

Tennis: Die Britin Emma Raducanu feiert einen US-Open-Sieg entgegen aller Wahrscheinlichkeit.

Die Britin Emma Raducanu feiert einen US-Open-Sieg entgegen aller Wahrscheinlichkeit.

(Foto: Kena Betancur/AFP)

Der erst 18 Jahre alte Britin Emma Raducanu besiegt im Damen-Finale die zwei Monate ältere Kanadierin Leylah Fernandez. Und gewinnt als erste ungesetzte Spielerin ein Grand-Slam-Turnier.

Mit einem Ass hat die erst 18 Jahre alte Emma Raducanu sensationell die US Open gewonnen und in einem Teenagerinnen-Finale Tennis-Geschichte geschrieben. Die Britin holte am Samstag als erste Qualifikantin den Titel bei einem Major-Turnier. Die Nummer 150 der Weltrangliste bezwang die nur gut zwei Monate ältere Kanadierin Leylah Fernandez souverän 6:4, 6:3 und holte sich den größten Erfolg ihrer Karriere ohne einen einzigen Satzverlust im gesamten Turnier. "Ich habe diesen Aufschlag das ganze Spiel über probiert und habe immer verfehlt. Aber wenn es einen Moment gab, ihn zu treffen, war es dieser", sagte Raducanu dem TV-Sender ESPN über den entscheidenden Moment.

Für den Erfolg bekam sie einen Siegerscheck über 2,5 Millionen US-Dollar und wird am Montag in der Weltrangliste auf Rang 24 klettern. "Ich hoffe, dass wir noch in vielen Turnieren gegeneinander spielen - und Finals", sagte Raducanu.

Auch die Endspielteilnahme von Fernandez, die in den Runden zuvor unter anderem die ehemaligen US-Open-Siegerinnen Angelique Kerber und Naomi Osaka bezwungen hatte, war eine große Überraschung gewesen. "Ich möchte gerne sagen, dass ich hoffe, wieder hier zu sein in diesem Finale. Und dann mit einer Trophäe, der richtigen", sagte Fernandez und sagte am 20. Jahrestag der Terror-Anschläge vom 11. September: "Ich hoffe, dass ich so stark und so widerstandsfähig sein kann wie New York es in den vergangenen 20 Jahren war." Sie klettert in der Weltrangliste von Rang 73 auf Platz 27.

Das Duell der beiden war das erste Major-Finale zweier ungesetzter Spielerinnen. Zwei Teenagerinnen in einem Endspiel bei einem Grand Slam hatte es zuletzt 1999 gegeben, als Serena Williams gegen Martina Hingis gewann. Raducanu ist zudem die jüngste Siegerin bei einem Grand Slam seit die Russin Maria Scharapowa 2004 als 17-Jährige in Wimbledon triumphierte.

Raducanu holte sich das erste Break zum 2:0, kassierte aber sofort das Rebreak im ersten Satz. Die Zuschauer im Arthur Ashe Stadium bekamen mitunter spektakuläre Ballwechsel geboten. Nach 58 Minuten machte Raducanu mit dem zweiten Break zum 6:4 den Gewinn des ersten Durchgangs perfekt.

Im zweiten Satz gelang Fernandez das erste Break zum 2:1, dieses Mal glich Raducanu postwendend aus und konterte mit einem weiteren Break zum 4:2. Fernandez konnte zwei Matchbälle abwehren und auf 3:5 mitsamt einer eigenen Breakchance verkürzen, ehe Raducanu sich bei diesem Ballwechsel ein blutendes Knie zuzog und nach der Behandlungspause ihre Nerven wieder im Griff hatte. Nach 1:51 Stunde nutzte die Britin den dritten Matchball und machte den Sieg mit einem Ass perfekt. "Ich habe einfach gebetet, dass es kein Doppelfehler wird", sagte sie.

© SZ/dpa/kler
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