Süddeutsche Zeitung

Grand-Slam-Turnier:Djokovic besiegt Medwedew bei US Open

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Zum vierten Mal gewinnt Novak Djokovic die US Open und schreibt Tennis-Geschichte: Mit 36 Jahren ist er der älteste US-Open-Champion - und mit seinem 24. Grand-Slam-Titel zieht er mit einer Rekordhalterin gleich.

Novak Djokovic hat die US Open in New York gewonnen und mit seinem 24. Grand-Slam-Titel das nächste Kapitel Sportgeschichte geschrieben. Der Serbe schloss durch das 6:3, 7:6 (7:5), 6:3 gegen Daniil Medwedew (Russland) zur Australierin Margaret Court auf, die bislang alleine den Rekord für Triumphe bei den vier größten Tennisturnieren der Welt gehalten hatte.

Für den 36 Jahre alten Djokovic war es der vierte Triumph in Flushing Meadows, in 3:17 Stunden revanchierte er sich für die bittere Finalniederlage 2021. Damals hatte Medwedew (27) mit seinem ersten und bis heute einzigen Majorerfolg Djokovics Kalender-Grand-Slam verhindert. Wie damals schloss Djokovic das Grand-Slam-Jahr auch diesmal mit drei Triumphen und einer Finalniederlage (Wimbledon) ab.

Schon vor dem Endspiel stand fest, dass Djokovic den Spanier Carlos Alcaraz an der Spitze der Weltrangliste ablöst. Dazu erhöhte er sein Preisgeldkonto um drei Millionen Dollar auf mehr als 175 Millionen Dollar - ein weiterer Rekord. Medwedew kassierte in seinem vierten Grand-Slam-Finale seine dritte Niederlage und muss sich mit 1,5 Millionen Dollar begnügen.

Vom ersten Ballwechsel an ließ Djokovic keinen Zweifel an seinem unbändigen Siegeswillen. Dem neun Jahre jüngeren Medwedew, der im Halbfinale Titelverteidiger Alcaraz entthront hatte, war er vor allem taktisch und mental überlegen. Mit 36 Jahren avancierte Djokovic verdient zum ältesten US-Open-Champion im Profitennis.

Die knapp 25 000 Tennisfans im gigantischen Arthur Ashe Stadium, darunter Stars wie Leonardo DiCaprio, Nicole Kidman oder Justin Timberlake, hatten einen Krimi erwartet. Immerhin hatte Medwedew Alcaraz entzaubert und seinen Dreisatzsieg 2021 dem US-Publikum in Erinnerung gerufen.

Diesmal jedoch fand Djokovic Lösungen, auch wenn Medwedew frischer wirkte und die langen Ballwechsel gewann. Boris Becker zeigte sich als Kommentator bei sportdeutschland.tv beeindruckt von Djokovics Serve-and-volley-Qualitäten und besorgt um die Fitness seines früheren Schützlings. "Heute ist er wirklich müde, die Netzangriffe sprechen Bände", sagte Becker.

Djokovic taumelte tatsächlich, wehrte einen Satzball ab und rettete sich in den Tiebreak - eine seiner vielen Spezialdisziplinen. Nach zweieinhalb Stunden lag Djokovic 2:0-Sätze vorne, und Medwedew rief den Physiotherapeuten. Auch beim jüngeren Herausforderer hatte der Kampf unter dem geschlossenen Dach Spuren hinterlassen. Djokovic ließ sich die Führung nicht mehr nehmen - und den neuen Rekord.

Margaret Court hatte 1973 ihren letzten Grand-Slam-Titel gewonnen. 50 Jahre später erreichte Djokovic die Bestmarke, an der unter anderem Steffi Graf (22) und Serena Williams (23) gescheitert waren. Bei den Männern liegt Djokovic nun zwei Titel vor seinem derzeit verletzten Dauerrivalen Rafael Nadal und hat vier Titel mehr gewonnen als der zurückgetretene Roger Federer.

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