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US-Justizministerium:Armstrong wegen Betrugs angeklagt

Lance Armstrong

Wurde wegen Betrugs angeklagt: Lance Armstrong

(Foto: AFP)

Das US-Justizministerium hat sich einer Klage wegen Betrugs gegen Lance Armstrong angeschlossen. Dem Ex-Radprofi wird dabei vorgeworfen, seinem langjährigen Sponsor US Postal Service Doping-Missbrauch verborgen zu haben.

Das US-Justizministerium hat sich der Klage von Floyd Landis gegen Lance Armstrong angeschlossen. Dabei geht es um den Vorwurf des Betrugs. Das Ministerium ist der Ansicht, dass der Texaner seine langjährigen Sponsor US Postal durch den Einsatz von Dopingsubstanzen und die Verschleierung der Manipulationen betrogen hat. Bereits 2010 hatte Armstrongs Ex-Teamkollege Landis eine bislang versiegelte Klage eingereicht und Armstrong des Betrugs an Steuerzahlern und Regierung bezichtigt.

"Lance Armstrong und sein Team haben auf der Grundlage vertraglicher Versprechen, fair zu sein und die Regeln inklusive der Regeln gegen Doping zu beachten, mehr als 30 Millionen Dollar erhalten. Die Klage soll die amerikanische Post für diese aufgrund von jahrelang gebrochenen Versprechen gezahlten zig Millionen von Dollar entschädigen", sagte US-Bundesanwalt Ronald Machen.

Armstrongs Anwälte sind ganz anderer Ansicht. "Wir stimmen nicht darüber ein, dass die Post beschädigt wurde", sagte Armstrong-Vertreter Robert Luskin, nachdem zuvor Verhandlungen für einen Vergleich gescheitert waren. Nach Angaben von Luskin liegen der Post Studien vor, denenzufolge der Dienstleister durch das Sponsoring Armstrongs mehr als 100 Millionen Dollar (81 Millionen Euro) eingenommen habe.

Für das US-Postal-Team hatte Armstrong zwischen 1999 und 2004 sechs seiner sieben mittlerweile aberkannten Tour-de-France-Titel gewonnen. Laut Vertrag habe er aber nicht zu verbotenen Mitteln zur Leistungssteigerung greifen dürfen.

Vor wenigen Tagen hatte der mittlerweile geständige Doper Armstrong die Zusammenarbeit mit der US-Antidoping-Agentur USADA verweigert. Nach Angaben der USADA könne der Texaner allerdings nur auf eine Reduzierung seiner lebenslangen Sperre hoffen, wenn er vor der Organisation seine früheren Doping-Praktiken offenlegt.

Das US-Justizministerium hatte schon im Januar kurz vor der Doping-Beichte von Armstrong in der Talkshow von Oprah Winfrey angekündigt, die Klage zu unterstützen. Der Amerikaner hatte eingestanden, sich von Mitte der 90er Jahre bis 2005 unter anderem mit EPO, Eigenblut, Kortison und Wachstumshormonen gedopt zu haben.

© Süddeutsche.de/SID/dpa/mike/rela

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