Union Berlin im Olympiastadion:Heimspiel beim Stadtrivalen

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Neue Beflaggung: Union-Fahnen am Olympiastadion in Berlin. (Foto: Matthias Koch/imago)

Für das Playoff-Rückspiel gegen den finnischen Vertreter Kuopio in der Conference League müssen die Eisernen ins Berliner Olympiastadion ausweichen - das ermöglicht einen pikanten Vergleich mit der Hertha.

Von Javier Cáceres, Berlin

Zu den vielen Varietés Berlins gehören mehr oder weniger von jeher auch die Travestieshows, die Hauptstadt kennt eine Reihe einschlägiger Bühnen. Seit Mittwoch ist auch das Olympiastadion dem Transvestitismus anheimgefallen: Die Heimstatt der blauweißen Hertha erscheint im Rotweiß des 1. FC Union Berlin. Nicht wenige Herthaner empfinden das als einen größeren Skandal, als es die obengenannten Shows zu Zeiten der Weimarer Republik waren. Und das, obwohl die damaligen Moralvorstellungen noch arg von der Kaiserzeit geprägt waren.

Der Grund dafür, dass die Köpenicker gen Westen müssen, ist administrativer Natur. Während die Hertha nach dem verpatzten Saisonstart auf dem Diwan Therapiegespräche führt, nehmen die Unioner an der Conference League teil. Der Ausrichter Uefa verlangt ein Minimum an Sitzplätzen, Unions Stadion An der Alten Försterei kann sie nicht bieten. Für das Playoff-Rückspiel gegen den finnischen Vertreter Kuopion PS muss Union also ins Wohnzimmer des Nachbarn und dort das 4:0 aus dem Hinspiel verteidigen.

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Das kleine Politikum ist umso kurioser, als es einen direkten Vergleich der beiden Berliner Bundesligisten ermöglicht. Am Wochenende zog Hertha gegen Wolfsburg 18 000 Zuschauer ins Stadion, Union hat die 20 000 übersprungen und wird wohl nur deshalb Probleme haben, "ausverkauft" zu melden, weil die Qualifikation für die Gruppenphase nahezu sicher ist. Jenen Herthanern, die beleidigt sind, rufen die Unioner zu, sie mögen sich locker machen. Das Olympiastadion gehöre allen, es ist in städtischer Hand.

Gutnachbarschaftlich entspannt blickt übrigens Hertha-Trainer Pal Dardai auf die Partie. "Wir drücken Union die Daumen. Sie sollen erfolgreich sein und von mir aus das Stadion bis zum Finale nutzen", sagte er. Dem Wunsch Dardais, das Hertha-Wohnzimmer nicht zu verschandeln ("Bitte den Rasen nicht kaputtmachen!"), wird Union aber nicht nachkommen. "Wir werden den Rasen bearbeiten!", sagte Unions Coach Fischer.

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