Unglück in den französischen Alpen:"Eine andere Person war in den Sturz nicht involviert"

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Der Chirurg Jörg Ansorg sagte beim Fernsehsender Sky Sport News: "Das Kopftrauma ist eine Folge von Gewalteinwirkung auf den Schädel und das Koma die Folge einer vermutlich zwischen Schädeldach und Gehirn aufgetretenen Blutung. Aufgrund des dadurch steigenden Drucks stellen Hirnfunktionen ihren Dienst ein und der Patient verliert das Bewusstsein. In der Folge können sich weitere Funktionsstörungen einstellen". Für die Entwicklung bei Schumacher bis zum Montagmorgen wollte Ansorg keine Mutmaßungen anstellen.

Schumachers Managerin Sabine Kehm sagte: "Wir bitten um Verständnis, dass wir über seinen Gesundheitszustand keine fortlaufenden Informationen abgeben können. Er trug einen Helm und war nicht allein. Eine andere Person war in den Sturz nicht involviert." Französischen Medien zufolge soll Schumacher mit seinem 14-jährigen Sohn unterwegs gewesen sein.

Zwei Bergretter seien zwei oder drei Minuten nach dem Unfall bei Schumacher gewesen und hätten umgehend den Rettungshubschrauber angefordert, berichtete Christophe Gernigon-Lecomte, Direktor der Skistation Méribel. Das Ganze habe weniger als 15 Minuten gedauert, Schumacher sei unmittelbar nach dem Unglück ansprechbar gewesen.

In Grenoble wird Schumacher von dem eigens aus Paris angereisten Professor Gerard Saillant behandelt, einem Chirurgen, der Schumacher nach dessen Schien- und Wadenbeinbruch beim Unfall 1999 in Silverstone operiert hatte. Saillant ist Chef eines Zentrums für Gehirn- und Wirbelsäulenverletzungen und ein enger Bekannter Schumachers.

Michael Schumacher war in den vergangenen Jahren immer wieder abseits der Formel-1-Rennstrecken schwer verunglückt. In Erinnerung sind vor allem seine Stürze mit dem Motorrad. Nach seinem ersten Rücktritt aus der Formel 1 im Jahr 2006 sattelte er auf Zweiräder um und schockte seine Anhänger immer wieder mit schweren Stürzen. Bei einem Crash im Februar 2009 zog sich Schumacher in Spanien Brüche im Nackenbereich zu. Die Verletzungen verhinderten letztlich eine schon damals geplante Rückkehr in die Formel 1.

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