Umbruch beim FC Schalke 04 Elgert will sich erst mal ausruhen

Dass Sami Khedira von Real Madrid einer dieser Fußballer sein wird, ist am Dienstag eher unwahrscheinlich geworden. Erstens wurde bekannt, dass der defensive Mittelfeldspieler auch von Juventus Turin umworben wird, und zweitens sagte Heldt, er werde über diese zentrale Personalie nicht ohne den künftigen Trainer entscheiden. Er könne auch noch nicht sagen, ob es überhaupt einen großen personellen Umbruch bei Schalke gebe. "Das kann passieren - muss aber nicht." Auch viele junge Spieler drängten in den Kader, sagte Heldt, und lobte die Leistung der A-Jugend, deren zweite Hälfte er noch im Fernsehen habe anschauen können.

Schalker A-Jugend dreht einen 0:1-Rückstand

Wer die Schalker A-Jugendlichen im zweiten Durchgang einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Sieg hat umdrehen sehen, wer beobachtete, wie Leroy Sané im früheren Heimstadion seines Vaters Souleyman Sané durch die Hoffenheimer Abwehrreihen wedelte und wie die Stürmer Felix Platte und Felix Schröter das Tor unter Beschuss nahmen, der mochte akute Schalker Zukunftssorgen verdrängen. Zum vierten Mal nach 1976, 2006 und 2012 wurde die A-Jugend Meister. In Sané und Platte haben zwei dieser A-Jugendlichen bereits für Schalke in der Champions League gespielt.

Und Felix Schröter steht kurz vor dem Durchbruch, jener Jüngling, der am Montag zwei der drei Schalker Tore erzielte und vor einem Jahr aus Hoffenheim nach Gelsenkirchen gewechselt war, weil er bei Schalke bessere Chancen auf den Beginn einer Profikarriere sieht. "Die Perspektive, in den Profikader zu gelangen, ist hier sehr gut", bestätigt Schröter. Und Heldt verspricht: "Wir werden nächste Saison eine Vielzahl junger Spieler haben."

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Findet Heldt einen passenden Trainer?

Der Zeitpunkt für Schröter könnte also kaum besser sein, denn auf Schalke wird nun alles analysiert. Eine Konsequenz der jüngsten Erkenntnisse über eine leidlich motivierte A-Elf könnte sein, über Jungprofis wie Leon Goretzka, Julian Draxler, Max Meyer oder Sead Kolasinac hinaus weiter hartnäckig auf Talente aus der eigenen Jugend zu setzen. Den langjährigen A-Jugend-Trainer Norbert Elgert zum Cheftrainer zu machen und damit eine auch den skeptischsten Fans genehme Lösung zu finden, scheitert aber scheinbar an Vorbehalten des 57-Jährigen selbst. Das sei für ihn "vielleicht in ein, zwei Jahren denkbar", sagte Elgert am Rande des A-Jugend-Finals. Er müsse sich jetzt erst mal ausruhen.

Mancher macht sich auf Schalke Sorgen um die Attraktivität des Erstliga-Teams und darum, ob man überhaupt einen passenden Trainer findet. Diese Sorgen macht sich Horst Heldt nicht: "Sie glauben gar nicht, wie viele Interessenten sich seit Sonntag schon bei mir gemeldet haben." Eigentlich kein Wunder, bei so viel Talent und Perspektive.