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Uli Hoeneß:300 Millionen

Der Präsident des FC Bayern München spricht bei einem Galadinner in Liechtenstein mehrere interessante Themen an: seine Gefängnisstrafe, die Beschaffenheit des momentanen Münchner Kaders - und die ambitionierten Pläne seines Vereins in China.

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß sieht sich offenbar nach wie vor zu Unrecht verurteilt. "Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war. Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren", sagte er in Vaduz/ Liechtenstein bei einem Galadiner (Motto: "Meet the President"). "Mein wirtschaftliches Ergebnis bei der Bank Vontobel von 2001 bis 2010 war minus drei Millionen Euro. Ich habe über 40 Millionen Strafe gezahlt. Trotzdem entschied ich mich, ins Gefängnis zu gehen", führte er nach Angaben der Schweizer Zeitung Blick weiter aus. Man hätte ja "Revision am Bundesgerichtshof machen können: Aber ich habe dies meiner Familie nicht mehr zumuten wollen".

Kein Verständnis zeigte Hoeneß für manche Bewertung des aktuellen Bayern-Teams. "Die Medien machen ein Theater, wie wenn wir ein Altersheim hätten. Wir haben eine Mannschaft, die ein bisschen in die Jahre gekommen ist, aber für mich gibt's keine alten oder jungen Teams, sondern nur gute und schlechte." In der Abwehr von Juventus Turin sei auch "keiner unter 33. Und die werden wahrscheinlich Champions- League-Sieger dieses Jahr, die werden Real schlagen". Den Bayern müsse es aber gelingen, im Schatten von Spielern wie Arjen Robben, 33, oder Franck Ribéry, 34, "Junge heranwachsen zu lassen, die die Chance kriegen und an dem Tag da sind, wenn die anderen aufhören".

Große Erwartungen hat Hoeneß an den chinesischen Markt. "Wir haben drei, vier Fußballschulen in China aufgebaut. Meine Idee ist: Irgendwann wird ein Chinese beim FC Bayern spielen. Und wenn dieser Chinese bei uns spielt, wird der eine irre Nachfrage erzielen. Wenn wir am Samstag dann wahrscheinlich um zwei Uhr spielen, damit in Shanghai oder Peking in Primetime live übertragen werden kann, dann drücken 300 Millionen Chinesen auf ihr iPhone und zahlen je einen Euro, dann können sie sich vorstellen, wo es hingeht", sagte er.

© SZ vom 11.05.2017 / sid

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