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Uefa:Länderspiele verschoben

Länderspiele auf den Herbst verlegt, Europapokal-Wettbewerbe vertagt: Die Europäische Fußball-Union hat den Corona-Gipfel mit den Generalsekretären ihrer 55 Mitgliedsländer genutzt, um im Terminpuzzle zur Rettung der Saison den Weg für die nationalen Ligen frei zu machen. Die Fortsetzung der Champions und Europa League wurde "bis auf weiteres" verschoben. Zudem fallen alle für Juni geplanten Länderspiele aus, darunter die vier Playoffs für die auf 2021 verlegte EM. Dass die Uefa erwägt, die unterbrochene Saison notfalls bis in den Hochsommer auszudehnen, bestätigte am Mittwochabend der niederländische Verbandsdirektor Erik Gudde. Die nationale Liga in Holland pausiert mindestens bis Juni, über ein mögliches Saisonende sagte Gudde: "Die Uefa hat eine klare Empfehlung gegeben: Versucht, eure Wettkämpfe zu beenden - ihr habt dafür bis zum 3. August Zeit!" Konkrete Modelle für eine Fortsetzung von Champions und Europa League, womöglich ab Juli, wurden nicht bekannt. Zuletzt war über K.o.-Duelle ohne Rückspiele und Final-Four-Turniere spekuliert worden. In der Champions League stehen vier Achtelfinal-Rückspiele aus, auch jenes des FC Bayern gegen Chelsea. In der Europa League sind alle Achtelfinal-Rückspiele offen. Beschlossen wurde bisher nur, die für Ende Mai angesetzten Endspiele beider Wettbewerbe zu verlegen. Mit der Verschiebung der internationalen Spiele räumt die Uefa ein weiteres Hindernis für die Ligen ihrer Länder aus dem Weg: "Der Abschluss der nationalen Ligen hat höchste Priorität. Mit der Verschiebung der Länderspiele bekommen wir mehr Zeit", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius, der auch auf die Bedeutung einer regulären Saisonvollendung für unterklassige deutsche Ligen hinwies.

Offen ist jedoch die Frage, wie mit am 30. Juni auslaufenden Spielerverträgen und bereits beschlossenen Transfers zum 1. Juli verfahren wird. Womöglich müssten Verträge umdatiert und vereinbarte Wechsel aufgeschoben werden. Die Uefa erklärte, es werde "zu gegebener Zeit" neue Fristen geben, auch für "das Zulassungsverfahren und die Registrierung der Spieler".

Ferner erklärte die Uefa, am Financial Fair Play festzuhalten. Allerdings erforderten "die außergewöhnlichen Umstände spezifische Interventionen". Daher wolle man den Ländern mehr Zeit für ihre Klublizenzierungsverfahren geben, bis das finanzielle Zulassungsverfahren für die nächste Uefa-Saison neu justiert sei.

© SZ vom 02.04.2020 / sid, dpa

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