Uefa:"Bislang kein Beweis"

Ceferin bestreitet Zusammenhang von EM und Neuinfektionen

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat einen Zusammenhang zwischen der Zulassung von Zuschauern bei der Europameisterschaft und steigenden Corona-Infektionszahlen in mehreren Teilnehmerländern bestritten. "Ich habe bislang keinen Beweis gesehen, dass es eine Verbindung gibt", sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union Uefa im BBC-Podcast "The Sports Desk".

Bezogen auf das Vorrundenspiel England gegen Schottland sagte Ceferin, dass "20 000 schottische Fans ohne Ticket nach London kamen. Und man wird nicht getestet, wenn man in einen Pub oder irgendwo anders hingeht. Dem Fußball die Schuld zu geben, ist unverantwortlich." Laut wissenschaftlichen Erhebungen lassen sich rund 2000 Neuinfektionen in Schottland auf das Spiel zurückführen.

"Extrem erleichtert" zeigte sich Ceferin, dass die EM ohne größere Corona-Zwischenfälle bei den Teams über die Bühne ging. Allein er selbst sei "76-mal getestet" worden, sagte der Slowene. Alle Mannschaften hätten "hochprofessionell gehandelt" und das Bubble-System beachtet.

Die Neuauflage einer paneuropäischen EM in zahlreichen Gastgeberländern schloss Ceferin unter seiner Führung allerdings aus: "Es ist nicht korrekt, dass einige Mannschaften über 10 000 Kilometer reisen mussten und andere nur 1000. Es war auch nicht fair gegenüber den Fans", sagte er: "Es war eine interessante Idee, aber schwer umzusetzen. Ich denke nicht, dass wir es noch mal machen." Ceferins Vorgänger Michel Platini hatte das Format 2012 auf den Weg gebracht. Die EM 2024 findet in Deutschland statt.

© SZ vom 10.07.2021 / SID
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