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Einzug ins EM-Finale:Die U21 bleibt cool im Glutofen

2019 UEFA European Under-21 Championship - Semi Final - Germany v Romania

Befreiter Jubel in Bologna: Luca Waldschmidt nach seinem Treffer zum 3:2

(Foto: REUTERS)
  • Die deutsche U21 besiegt Rumänien mit 4:2 und steht im Finale der Europameisterschaft.
  • Waldschmidt und Amiri gelingen je zwei Treffer, der Rumäne Pascanu sieht nach einer Notbremse Rot.
  • Im Endspiel warten nun Spanien oder Frankreich.

Luca Waldschmidt machte Trippelschritte, sie sahen vorsichtig aus, aber es waren Schritte in Selbstgewissheit. Er lief zum Freistoß an, gegen gellendes Pfeifen von den Rängen im Stadion von Bologna. Er schoss. Und dann war es plötzlich ruhig. Er hatte das Tor erzielt, das Deutschland den Weg ins Finale der U21-Europameisterschaft ebnete. Deutschland schlug Rumänien im Halbfinale 4:2 (1:2).

Es war heiß, fast 40 Grad, aber das war nicht die größte Sorge von Stefan Kuntz gewesen. Er vertraue den Ärzten, dass sie einschreiten, sollten die Bedingungen gesundheitsgefährdend werden, hatte der Trainer einen Tag vor dem Halbfinale gesagt. Die größere Aufgabe sei die Atmosphäre im Stadion: "Wir spielen praktisch auswärts gegen eine unheimlich emotionale Mannschaft. Das ist nicht alltäglich."

Kuntz sollte Recht behalten. Aber sein Team hat die Aufgabe bestanden. Waldschmidt und Nadiem Amiri schossen zwei späte Freistoßtore, die ein Spiel drehten, das wie eine Niederlage ausgesehen hatte.

Die erste Führung hält nur drei Minuten

Die Rumänen begannen in einem Tempo, als wären es zehn Grad im Herbst, griffen die deutsche Elf weit in deren eigener Hälfte an, nach zwölf Minuten hatte Andrei Ivan die erste Torchance per Kopfball. Er vergab nach einem Eckball von Rumäniens bekanntestem Spieler Ianis Hagi, dem Sohn des legendären Gheorghe Hagi.

Die scheinbar gedankenlose Offensive offenbarte riesige Räume zum Kontern. Nach 21 Minuten lief Amiri mit Tempo auf die Abwehr zu, schoss aus 20 Metern, es war das 1:0. Doch es dauerte nur drei Minuten, bis Rumänien im Spiel zurück war: George Puscas stand im Strafraum frei, schoss den Ball an den Pfosten, aber davor war Innenverteidiger Timo Baumgartl Hagi auf den Fuß getreten, als würde er dort eine Mücke töten wollen. Es war schon der zweite Strafstoß, den der Stuttgarter im Turnier verursachte, es war der vierte im Turnier, der gegen Deutschland gepfiffen wurde. Puscas traf. Und durch das Stadion hallte ein Torschrei von 10 000 Rumänen, die klangen wie 100 000.

Die Fans waren schon nachmittags durch Bolognas Altstadt gezogen, hatten gesungen auf den Wegen zur Piazza Maggiore, sie hatten sogar einen kleinen Fußballplatz vor dem Stadion aufgebaut und Fahnen aufgehängt. Große Kulissen sind selten bei einer U21-EM. Doch diesmal wurde das deutsche Team schon ausgepfiffen, als es eine Dreiviertelstunde vor dem Spiel zum Aufwärmen ins Stadion einlief.