MeinungDeutschlands Fußball-NachwuchsDie U21-EM ist das therapeutische Gegenmittel zur Klub-WM

Kommentar von Philipp Selldorf

Lesezeit: 2 Min.

Nick Woltemade ist Deutschlands bester Torschütze bei der U21-EM.
Nick Woltemade ist Deutschlands bester Torschütze bei der U21-EM. (Foto: Marco Steinbrenner/DeFodi Images/Imago)

Fußballfans, die ein liebenswertes Kleinod im überfüllten Terminkalender des Sports suchen, sind bei der Junioren-EM genau richtig.

Irgendwo in Deutschland, vermutlich sogar überall in Deutschland, haben am Mittwochabend Menschen an Franz Beckenbauer gedacht. Einerseits kam ihnen wieder dieser Spruch in den Sinn, mit dem Beckenbauer nach der gewonnenen Weltmeisterschaft 1990 seinem bedauernswerten Nachfolger Berti Vogts den Weg beschwerte – dass das wiedervereinte Deutschland nun ja wohl zweifelsfrei „auf Jahre hinaus unschlagbar“ sei. Andererseits meinte man den im vorigen Jahr verstorbenen Kaiser leibhaftig reden zu hören, sobald Markus Babbel als diensthabender Fachmann auf Sat 1 das Spiel der U21-Nationalelf kommentierte. Mit Beckenbauer hat Babbel nicht nur den Münchner Dialekt gemein, sondern auch die Gewohnheit, seinen Sätzen ein hörbares Lächeln umzuhängen, von dem man nicht immer weiß, ob es wohlwollend oder spöttisch ist.

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