U-21-EM Waldschmidt statt Jovic

Traf dreimal: Luca Waldschmidt (links).

(Foto: Alessandro Sabattini/Getty Images)
  • Die deutsche U-21-Elf gewinnt auch das zweite EM-Spiel.
  • Gegen Serbien überzeugt die Offensive, die Partie endet 6:1 (3:0).
  • Das Halbfinale ist nun sehr, sehr nahe.
Von Sebastian Fischer, Triest

Nach vier Minuten kam Luka Jovic einen Schritt zu spät bei einem Konter. Nach sieben Minuten war er dem Tor nahe, doch sein Gegenspieler Jonathan Tah auch. Nach zwanzig Minuten sprang er zum Kopfball, Tah war da. Und überhaupt war da schon eindeutig, dass das zweite EM-Vorrundenspiel der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Serbien ganz anders ablaufen würde, als so mancher gedacht hatte. Deutschland gewann 6:1 (3:0).

Das Spiel war vorher auch zu einem gegen den Stürmer Jovic erklärt worden, dessen Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid für angeblich bis zu 70 Millionen Euro seit rund zwei Wochen perfekt ist. "Er kriegt von uns die Aufmerksamkeit, die er verdient", hatte Trainer Stefan Kuntz gesagt. Damit meinte er seinen Kapitän Tah. Das Spiel wurde jedoch vielmehr eines der deutschen Offensive.

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Nach 17 Minuten spielte Levin Öztunali durch die Mitte einen Pass mit extravaganter Lässigkeit in den Lauf von Marco Richter, dem Doppeltorschützen beim 3:1-Auftaktsieg gegen Dänemark. Richter chippte den Ball ins Tor. Nach 30 Minuten lief Florian Neuhaus nach einem serbischen Ballverlust im Mittelfeld auf den gegnerischen Strafraum zu, spielte nach links hinaus auf Richter, der brachte den Ball wieder in die Mitte, wo Luca Waldschmidt ihn nur noch über die Linie drücken musste. Sieben Minuten später sprintete Waldschmidt fast über den halben Platz mit dem Ball von seinem Gegenspieler weg und traf. Waldschmidt, 23, vom SC Freiburg traf nach dem 4:0 durch Mo Dahoud in der zweiten Halbzeit auch noch zum 5:0.

Bereits neun Tore erzielt

Es war Kuntz selbst, der eine mögliche Schwachstelle des deutschen Kaders vor dem Turnier eher vorne verortet hatte, im Angriff, wo ein echter Mittelstürmer sowie ein Torjäger fehlt, der in der vergangenen Saison regelmäßig traf. Nach zwei Spielen ist Deutschland nun dem Halbfinale, das nur der Gruppenerste sicher erreicht, bereits sehr nahe. Und zwei Stürmer, Richter und Waldschmidt, haben sieben von insgesamt schon neun Toren erzielt.

Kuntz hatte sich eine temporeichere Anfangsphase als im Auftaktspiel gewünscht. Arne Maier, gegen Dänemark auf der fürs Tempo mitverantwortlichen Sechserposition, war nach einer langwierigen Innenbandverletzung noch nicht so passsicher gewesen wie gewohnt. Für Maier spielte deshalb gegen Serbien zunächst Florian Neuhaus. Maximilian Eggestein rückte auf die Sechserposition im 4-3-3-System. Neuhaus war an fast jeder Offensivaktion beteiligt. Deutschland nutzte die großen Lücken in der serbischen Defensive so souverän wie spielfreudig, immer wieder spielten sie den Ball tief über die außen und in die Mitte vors Tor oder in den Rücken der Abwehrspieler. Dahoud traf einmal fast mit einem Hackentrick vom Elfmeterpunkt, es war ein bisschen zu frech.

Und Jovic? Wurde nach 69 Minuten ausgewechselt. Als Andrija Zivkovic spät per Elfmeter traf und Maier noch das 6:1 erzielte, saß Serbiens bester Stürmer auf der Bank.

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