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TV-Auftritt bei Oprah Winfrey:Armstrong will im Fernsehen über Doping sprechen

Lange schwieg Lance Armstrong zu seiner Dopingsperre. Jetzt will sich der ehemalige US-Radsportler doch äußern - und betritt dafür eine große Talk-Bühne. Die Ankündigung kommt zeitgleich mit einem Statement der US-Anti-Doping-Agentur, der im Jahr 2004 angeblich eine hohe Spendensumme angeboten worden sein soll - von Armstrong.

Nach seiner lebenslangen Dopingsperre flüchtete sich Lance Armstrong in Schweigen. Nun sucht er sich gleich ein Millionenpublikum, um über das heikle Thema zu sprechen. Der Ex-Radsportler wird sich am 17. Januar bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Sperre in der Talkshow der Moderatorin Oprah Winfrey zu dem Thema äußern. Im vergangenen Jahr war Armstrong Doping nachgewiesen worden, das er unter anderem bei seinen Tour-de-France-Siegen zwischen 1999 und 2005 betrieben hatte. Die Erfolge wurden ihm deswegen aberkannt.

In der Ankündigung von Winfreys Kabelkanal OWN hieß es, Armstrong werde sich zu den jahrelangen Anschuldigungen wegen betrügerischen Verhaltens und den Vorwürfen der Vertuschung des Gebrauchs leistungssteigernder Mittel während seiner Radrennfahrerkarriere äußern.

Armstrong hatte stets alle Dopingvorwürfe bestritten und seine Kritiker zum Teil scharf angegriffen. Kürzlich hatte die New York Times berichtet, der gesperrte Sportler denke über ein Geständnis nach. Offiziell bestätigt wurde dies bislang nicht. Die 90-minütige Talkshow werde am 17. Januar ab 21:00 Uhr Ortszeit (03:00 Uhr 18. Januar MEZ) ausgestrahlt und sei auch über Livestream unter Oprah.com zu sehen.

Indes berichtet die TV-Sendung "60 Minutes Sport", dass Armstrong versucht haben soll, rund 250.000 Dollar an die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA zu spenden. In der Sendung betont USADA-Chef Travis Tygart, dass ein Vertreter Armstrongs seiner Agentur im Jahr 2004 die Summe offeriert habe. "Ich war perplex. Für die USADA war das ein klarer Interessenkonflikt. Wir haben nicht gezögert, das Angebot abzulehnen", so Tygart.

Er hob zudem hervor, dass der Amerikaner 1999 bei der Tour de France das damals noch nicht zu ermittelnde Dopingmittel Epo benutzt hatte. Dies sei bei Nachtests im Jahr 2005 nachgewiesen worden. "Wir haben sechs Proben überprüft, alle waren positiv", sagte Tygart.