Turnen: WM:Die Vermessung der Halle

Bei der Turn-WM werden die Regeln der Physik gebrochen - zumindest kurz. Im Teamwettbewerb der Frauen überholt Russland die USA, im deutschen Team glänzt ein Talent. Eine Physiklehrstunde in Bildern.

David Binnig

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(Foto: AFP)

Bei der Turn-WM in Rotterdam lässt sich einiges lernen - zum Beispiel über Physik und Mathematik. So zeigt hier Linlin Deng aus China am Schwebebalken anschaulich, dass 90 Grad (zwischen dem einen Bein und dem Rest des Körpers) und 90 Grad (zwischen dem anderen Bein und dem Rest des Körpers) 180 Grad ergeben.

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Alicia Sacramone aus den USA zeigt bei ihrem Sprung erst, dass viel Kraft eine geringe Masse auch vertikal beschleunigt und später, dass auch für weibliche Turnflöhe dann doch irgendwann die Prinzipien der Schwerkraft gelten. Die US-Turnerinnen wollten bei der WM wieder hoch hinaus - wurden aber am Ende von den Russinnen enttrohnt.

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(Foto: AFP)

Von Ksenia Semenova etwa. Am Stufenbarren hatten die Russinnen sehr viele Punkte liegen lassen, doch danach starteten sie ihre Auholjagd. Mit der letzten Übung und am Ende 175,397 Punkten fing das Quintett aus Moskau die US-Girls (175,196) noch ab.

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(Foto: REUTERS)

Und das kam dabei heraus: Freudentränen bei Ksenia Semenova. Ihre Teamkollegin Ksenia Afanasyeva (rechts) nimmt den etwas überraschenden Triumph über den langjährigen Konkurrenten USA deutlich gelassener hin.

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So sehen die Sieger aus: Russland gewinnt den Teamwettbewerb. Das Mindestalter, um für die Turn-WM zugelassen zu werden, liegt übrigens bei 16 Jahren.

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Wobei die Russinnen sich körperlich keineswegs von den Turnerinnen aus anderen Nationen unterscheiden. Körperliche Kompaktheit ist allen beschieden, die Athletinnen aus den USA (links, auf Platz zwei) und China (rechts) glichen sogar - wohl eher unfreiwillig - ihre Arbeitskleidung an.

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(Foto: AFP)

Die deutschen Turnerinnen (hier Pia Tolle am Schwebebalken) verrenkten sich vergebens - sie waren bei der ersten Medaillenentscheidung dieser WM nur Zuschauer. Nachdem drei Leistungsträgerinnen verletzt ausgefallen waren, hatten die Deutschen im Vorkampf nur den 14. Platz belegt. Damit sind sie aber immerhin für die Weltmeisterschaften 2011 in Tokio qualifiziert.

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Auf dem Balken, der die Welt bedeutet: Alicia Sacramone. Die als Favoriten in den Wettbewerb gegangenen Titelverteidiger aus den USA fingen stark an, wurden am letzten Gerät aber noch von den Russinnen überholt.

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Daran änderten auch weitere Physik-Lehrstunden wie die von Mackenzie Caquatto am Stufenbarren nichts. Inhalt der Stunde: Die Dehnbarkeit organischer Materialien und die spannende Suche nach dem Körperschwerpunkt.

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Zwar konmnten die US-Amerikanerinnen (hier: Mattie Larson) die Jury am Stufenbarren überzeugen, aber die Gesamtwertung ging verloren.

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Die am Ende mit Bronze-Medaillen dekorierten Damen aus China taten besonders viel, um das Fach Geometrie voranzubringen. Jiang Yuyan zeigt gleich vier 90-Grad-Winkel.

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Die Vermessung der Halle: Die Britin Hannah Whelan macht sich am Schwebebalken lang.

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(Foto: dpa)

Sie macht sich hier kleiner als sie ist: Elisabeth Seitz aus Mannheim (Körpergröße: 1,59 Meter). Denn die 16-Jährige hat sich zur neuen deutschen Hoffnung im Frauen-Turnen aufgeschwungen und -gesprungen. Am Stufenbarren zog sie überraschend ins WM-Finale ein. Als Fünfte der Qualifikation erturnte sie sich ihre persönliche Rekordnote: 14,966. Dank eines insgesamt überzeugenden Vierkampfes mit 55,465 Punkten - einem weiteren Rekordwert - hatte die neue Vorturnerin maßgeblichen Anteil daran, dass der deutschen Riege die befürchtete Zitterpartie in Richtung Olympia-Vor-Qualifikation erspart blieb.

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