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Turnen:Opfer in den USA lehnen ab

US-Turnverband bietet Entschädigung

Im Missbrauchsskandal um den ehemaligen Teamarzt Larry Nassar bietet der US-Turnverband den Opfern Entschädigungen in Höhe von umgerechnet 195 Millionen Euro an, um drohende Gerichtsverfahren abzuwenden. Man strebe eine einvernehmliche Lösung mit den betroffenen Sportlerinnen an, sagte Li Li Leung, Präsidentin von USA Gymnastics. Nassar wurde für den Missbrauch hunderter teils minderjähriger Opfer zu bis zu 175 Jahren Haft verurteilt. Er hatte sich schuldig bekannt, Turnerinnen sexuell misshandelt zu haben. Unter den Betroffenen sind Olympiasiegerinnen wie Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles. Opfer-Anwälte lehnten das Entschädigungsangebot des US-Verbands aber zunächst ab. Der Vorschlag enthalte keine Strukturveränderungen innerhalb des Verbands, um künftig die Sicherheit der Turnerinnen vor Übergriffen zu garantieren, hieß es in einer Erklärung. Zudem übernehme der US-Verband keine Verantwortung für die Vorfälle. Wegen der drohenden Klagewelle hatte USA Gymnastics ein Konkursverfahren eingeleitet.

© SZ vom 01.02.2020 / dpa

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