Im vorigen Sommer hat Kim Bui, 34, ihre beispiellose Turnkarriere beendet - nach mehr als 20 Jahren im Bundeskader und als Dritte mit der Mannschaft bei der Europameisterschaft in München. Die frühere Athletensprecherin hat seitdem an einer Fernsehdokumentation ( "Hungern für Gold") mitgewirkt und die Gefahren von Essstörungen im Spitzensport in ihrer Biografie ("45 Sekunden", Co-Autor Andreas Matlé, Verlag Edel Sports) schonungslos thematisiert. Beim Interview in einem Café in Bad Cannstatt in Stuttgart plädiert sie mit Leidenschaft für Reformen, für einen Turnsport, der den Athleten Raum zur Persönlichkeitsentfaltung lässt. Denn vieles im Turnalltag hielt sie früher für Normalität: "Heute weiß ich, es war Überforderung."
Interview mit der ehemaligen Turnerin Kim Bui"Eine Essstörung ist oft ein Hilfeschrei"
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Kim Bui kennt die Höhen und die Abgründe ihres Sports. Im Gespräch erzählt sie von ihrer Bulimie-Erkrankung, den Erkenntnissen der Corona-Pause - und erklärt, wie die Zusammenarbeit von Trainern und Sportlern idealerweise sein sollte.
Interview von Barbara Klimke und Volker Kreisl, Stuttgart
