Süddeutsche Zeitung

Turn-WM:Hambüchen holt Silber am Reck

Deutschlands bester Turner gewinnt bei der WM in Belgien erneut Edelmetall, Novak Djokovic besiegt Rafael Nadal im ATP-Finale von Peking, Serena Williams triumphiert bei den Frauen. Deutsche Tischtennis-Männer erreichen EM-Finale. Lars Bender sagt für die WM-Qualifikation ab.

Turnen, WM: Fabian Hambüchen hat bei den Turn-Weltmeisterschaften in Antwerpen mit Silber zum dritten Mal in seiner Karriere eine WM-Medaille am Reck gewonnen. Nach Gold in Stuttgart 2007 und Bronze in Rotterdam 2010 unterstrich der 25 Jahre alte Wetzlarer im Sportpaleis vor 9000 Zuschauern mit 15,933 Punkten seine Extra-Klasse. Es war die insgesamt 22. Medaille des erfolgreichsten deutschen Turners bei Olympia, WM oder EM und zugleich die neunte an seinem Spezialgerät Reck (4/2/3). Der Sieg ging an Olympiasieger Epke Zonderland, der von Tausenden Fans aus den Niederlanden gefeiert wurde und eine noch schwierigere Übung turnte (16,00). Er trug sich zum ersten Mal in die Titelliste bei Weltmeisterschaften ein. Dritter wurde der Mehrkampf-Weltmeister Kohei Uchimura aus Japan. WM-Neuling Andreas Bretschneider, der als erster Turner aus Chemnitz ein WM-Finale erreicht hatte, belegte mit 15,148 Punkten den sechsten Platz. Nach Bronze im Mehrkampf hatte Hambüchen tags zuvor im Bodenfinale den siebten Platz belegt. Zur positiven Bilanz der deutschen Mannschaft trug in Antwerpen auch WM-Debütantin Sophie Scheder bei. Die 16-jährige Chemnitzerin erzielte als Fünfte am Stufenbarren die beste WM-Platzierung einer deutschen Turnerin seit sechs Jahren.

Tischtennis, EM: Titelverteidiger Deutschland trennt nur noch ein Sieg vom erneuten Gewinn der Tischtennis-Europameisterschaft der Herren. Das Team um den formstarken Olympia-Dritten Dimitrij Ovtcharov gewann am Sonntag in Schwechat das erste Halbfinale gegen Russland mit 3:0 und qualifizierte sich zum elften Mal für das EM-Endspiel. Dort trifft der fünfmalige Champion an diesem Montag (20 Uhr) entweder auf Weißrussland oder Außenseiter Griechenland. Gegen die hoch eingeschätzten Russen brachte Ovtcharov, der in der russischen Liga für Orenburg spielt, das deutsche Team wie erhofft in Führung. Der Fünf-Satz-Sieg gegen Alexander Schibajew war aber umkämpft. Danach gewannen auch der Düsseldorfer Patrick Baum in fünf Durchgängen sowie Patrick Franziska aus Fulda mit 3:1 ihre Partien. Franziska gelang dabei gegen den Bundesliga-Profi Kirill Skatschow aus Ochsenhausen die Revanche für die jüngste Niederlage in der Liga. Routinier Bastian Steger (Saarbrücken), Olympia-Dritter mit der DTTB-Mannschaft in London, saß erneut auf der Bank. Bundestrainer Jörg Roßkopf hatte das nach dem Ausfall von Top-Star Timo Boll neu gebildete Erfolgstrio auch in den Partien gegen Österreich (3:0) und Frankreich (3:0) eingesetzt. "Dima und Patrick Baum sind gesetzt. Danach müssen wir mal schauen", sagte Roßkopf zur Aufstellungs-Frage.

Tennis, Peking: Novak Djokovic hat das Finale beim Tennis-Turnier in Peking gegen Rafael Nadal gewonnen. Der Serbe siegte am Sonntag 6:3, 6:4 und brachte seinem Rivalen dessen erste Niederlage auf einem Hartplatz in diesem Jahr bei. Nadal hatte zuvor seine sämtlichen 26 Partien auf diesem Belag gewonnen. Der Spanier übernimmt trotz der Niederlage am Montag die Nummer eins der Weltrangliste von Djokovic, der bis zum Jahresende unbedingt an die Spitze zurückkehren will. Für seinen 16. Sieg über Nadal im 38. Vergleich erhielt er 557.100 Dollar Preisgeld. Das ATP-Turnier in Peking war insgesamt mit 3,57 Millionen Dollar dotiert.

Den Titel bei der Frauen-Konkurrenz holte sich währenddessen die Weltranglistenerste Serena Williams. Die Amerikanerin besiegte am Sonntag die Serbin Jelena Jankovic mit 6:2, 6:2. Die frühere Nummer eins der Welt verbesserte mit der Finalteilnahme ihre Chancen, sich noch für das abschließende WTA-Masters in gut zwei Wochen in Istanbul zu qualifizieren. Für Serena Williams war es einen Monat nach ihrem US-Open-Triumph bereits der zehnte Turniersieg in diesem Jahr und der 56. ihrer Karriere.

Fußball, England: Der FC Chelsea bleibt dem FC Liverpool und dem FC Arsenal in der englischen Premier League auf den Fersen. Am Sonntag gewann die Mannschaft des deutschen Nationalspielers André Schürrle 3:1 (1:0) bei Norwich City und übernahm zunächst den dritten Tabellenplatz. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Spielminuten durch einen Doppelschlag der eingewechselten Akteure Eden Hazard (84.) und Willian (86.). Zuvor hatte Norwichs Anthony Pilkington (67.) die frühe Führung von Oscar (4.) ausgeglichen.

Die Siegesserie des FC Arsenal ist dagegen gerissen. Am Sonntag kamen die Nord-Londoner bei West Bromwich Albion nicht über ein 1:1 (0:1)-Remis hinaus. Claudio Yacob hatte die Gastgeber in der 42. Spielminute in Führung gebracht. Dem englischen Nationalspieler Jack Wilshere gelang in der zweiten Hälfte für die Gunners der Ausgleich (63.). Nach fünf Erfolgen in Serie ging die Mannschaft mit den beiden deutschen Nationalspielern Per Mertesacker und Mesut Özil in der Startformation damit erstmals wieder nicht als Sieger vom Platz. Arsenal bleibt aber nach dem siebten Spieltag Tabellenführer - punktgleich mit dem FC Liverpool. Im zweiten Abendspiel des Tages gab es für Tottenham Hotspur eine böse Enttäuschung. An der White Hart Lane verloren die Spurs gegen West Ham United mit 0:3 (0:0). Die Treffer für die Gäste erzielten Winston Reid (66.), Ricardo Vaz Te (72.) und Ravel Morrison (79.). Der deutsche Mittelfeldspieler Lewis Holtby wurde von Spurs-Coach Andre Villas-Boas erst in der 81. Minute eingewechselt.

Fußball, Spanien: Atletico Madrid hält in der spanischen Meisterschaft scheinbar mühelos Schritt mit dem großen FC Barcelona. Die Madrilenen gewannen am Sonntag mit 2:1 gegen Celta de Vigo und feierten ebenso wie der Tabellenführer den achten Sieg im achten Saisonspiel der Primera Division. Lediglich in der Tordifferenz liegen die Katalanen um sieben Treffer vorn. Mit seinen Saisontoren neun und zehn machte Diego Costa Atleticos Erfolg gegen den Tabellen-16. perfekt.

Fußball, Italien: Der SSC Neapel hält in der italienischen Meisterschaft Anschluss an Tabellenführer AS Rom. Der Vorrundengegner von Borussia Dortmund in der Champions League löste die Pflichtaufgabe gegen Aufsteiger AS Livorno am Sonntag souverän mit 4:0 (2:0). Die frühe Führung beim sechsten Saisonsieg der Gastgeber erzielte Stürmer Goran Pandev (3. Minute), bevor der Schweizer Gökhan Inler mit einem Fernschuss erfolgreich war (26.). Zum 3:0 für die Süditaliener traf Stürmer José Callejon (54.), Marek Hamsik erzielte nach einem Konter den Endstand (83.). Trainer Rafael Benitez musste auf den verletzten Stürmer Gonzalo Higuain sowie die ebenfalls angeschlagenen Abwehrspieler Raul Albiol und Juan Zuniga verzichten. Nach dem siebten Spieltag in der Serie A hat Neapel 19 Punkte auf dem Konto und liegt damit zwei Zähler hinter Spitzenreiter AS Rom (21). Der Hauptstadtclub fuhr am Samstagabend seinen siebten Sieg im siebten Saisonspiel ein. Bei Inter Mailand gewannen die Römer mit 3:0 (3:0). Kapitän Francesco Totti traf mit einem Fernschuss (18.) und per Foulelfmeter (40), das dritte Tor erzielte Alessandro Florenzi (44.).

Handball, Bundesliga: Die Rhein-Neckar Löwen bleiben weiter ungeschlagen. Im Spitzenspiel holte der Tabellenzweite bei den Füchsen Berlin ein 21:21-(10:13)- Unentschieden. Die Füchse, die nun seit sieben Spielen ungeschlagen sind, rangieren weiter auf Rang drei. Die meisten Treffer der Gastgeber erzielte am Sonntag Bartlomiej Jaszka (7). Bei den Mannheimern waren Andy Schmid und Uwe Gensheimer (je 6) am erfolgreichsten. In der ersten Halbzeit sahen die 9000 Zuschauer in der ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle eine Partie, in der die Abwehrreihen und die Torhüter die Akzente setzten. Den besseren Start erwischten die Gastgeber - sie lagen nach zehn Minuten mit 5:1 in Front. In der Folgezeit vergaben die Füchse mehrere gute Möglichkeiten, um die Führung noch deutlicher zu gestalten (9:4/20. Minute). Nach dem Seitenwechsel schafften es die Gäste, bis zur 41. Minute den Ausgleich zu markieren (16:16). Die Berliner spielten in dieser Phase zu hektisch - Coach Dagur Sigurdsson reagierte mit einer Auszeit. Anschließend fing sich sein Team in der spannenden Partie. Mit einem Tor in der letzten Sekunde rettete Löwen-Nationalspieler Patrick Groetzki den Mannheimern den Punkt.

Ski Alpin, Daniel Albrecht: Viereinhalb Jahre nach seinem schweren Sturz in Kitzbühel hat der Schweizer Skirennfahrer Daniel Albrecht sein Karriereende bekanntgegeben. Am Sonntag teilte der 30-Jährige seinen Entschluss laut der Nachrichtenagentur SDA auf einer Pressekonferenz in Zürich mit. Im Januar 2009 war Albrecht im Training beim Zielsprung auf der Streif gestürzt und lag wegen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas drei Wochen im künstlichen Koma. Der Kombinations-Weltmeister von 2007 und vierfache Weltcupsieger schaffte es danach nicht mehr zurück zu alter Stärke. Das letzte von 138 Weltcup-Rennen fuhr Albrecht im März 2012 in Kranjska Gora.

Bayer Leverkusen, Lars Bender: Joachim Löw muss für die abschließenden WM-Qualifikationsspiele der Fußball-Nationalmannschaft gegen Irland und Schweden ohne Lars Bender planen. Der Profi von Bayer Leverkusen sagte dem Bundestrainer am Sonntag wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Oberschenkel ab, teilte der DFB am Sonntag mit. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte die Blessur am Vortag in der Schlussphase des Bundesligaspiels gegen den FC Bayern München (1:1) erlitten. Fraglich ist weiterhin das Mitwirken von Lars Benders Zwillingsbruder Sven Bender. Der Dortmunder ist nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach wegen Prellungen angeschlagen.

Borussia Dortmund, Nuri Sahin: Borussia Dortmund muss voraussichtlich drei Wochen auf Mittelfeldakteur Nuri Sahin verzichten. Dies teilte der Verein am Sonntag nach einer Kernspin-Untersuchung mit. Sahin hat sich am Samstag beim 0:2 in Mönchengladbach einen Teilriss des Außenbandes im rechten Sprunggelenk zugezogen. Beim BVB stehen bereits die defensiven Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan und Sebastian Kehl auf der Verletztenliste. Fraglich ist, ob BVB-Nationalspieler Sven Bender für die WM-Qualifikationsspiele am Freitag in Köln gegen Irland und am 15. Oktober in Stockholm gegen Schweden zur Verfügung steht. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hatte nach dem Gladbach-Spiel von einer "Ganzkörperprellung" Benders gesprochen und will nun telefonischen Kontakt mit Bundestrainer Joachim Löw aufnehmen. "Ich hoffe, dass wir die zwei Wochen nutzen können, damit die Jungs wieder fit werden", sagte Klopp.

Borussia Mönchengladbach, Alvaro Dominguez: Borussia Mönchengladbachs Innenverteidiger Alvaro Dominguez hat sich im Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund (2:0) einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, wurde er schon operiert und fällt zehn bis zwölf Wochen aus. In der 55. Minute der Begegnung am Samstag fiel der Spanier nach einem Zweikampf mit BVB-Angreifer Robert Lewandowski unglücklich auf die Schulter und musste ausgewechselt werden. "Bisher sind wir in dieser Saison von schweren Verletzungen zum Glück verschont geblieben, aber leider gehören sie zum Fußball dazu", sagte Borussia-Trainer Lucien Favre. "Für uns ist der Ausfall von Alvaro natürlich ganz bitter, darüber brauchen wir nicht zu reden."

Tennis, WTA-Turnier in Linz: Dank einer Wildcard kann die derzeit beste deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber beim an diesem Montag beginnenden WTA-Turnier in Linz starten. Die Weltranglisten-Neunte aus Kiel macht sich noch Hoffnungen, den Sprung zum WTA-Masters der besten acht Spielerinnen des Jahres zu schaffen. Der Saisonabschluss findet vom 22. bis 27. Oktober in Istanbul statt. Kerber stand vor gut einer Woche beim Turnier in Tokio im Finale und war danach in Peking im Viertelfinale gescheitert.

Rallye-WM, Sébastien Loeb: Rekordweltmeister Sébastien Loeb hat sich ohne Glanz aus der Rallye-WM verabschiedet. Der neunmalige Champion schied am Sonntag in seiner elsässischen Heimat nach einem Unfall aus. Bei seiner letzten Dienstfahrt im Citroën DS3 WRC drehte sich der 39-Jährige auf der ersten Tagesprüfung und überschlug sich. Er und sein Beifahrer Daniel Elena blieben zwar unverletzt, an eine Weiterfahrt war aber nicht zu denken. Loeb hatte auf dem vierten Platz liegend mit einem Rückstand von nur fünf Sekunden noch gute Chancen auf seinen dritten Saisonsieg und den 79. insgesamt. Sein bereits als Weltmeister feststehender französischer Landsmann Sébastien Ogier übernahm im VW Polo R WRC die Führung. Ogier lag 7,3 Sekunden vor dem Deutschland-Sieger Dani Sordo aus Spanien im Citroën DS3 WRC und 13 Sekunden vor seinem finnischen Teamkollegen Jari-Matti Latvala.

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.1788354
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc/jkn
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.