Türkgücü MünchenDas Chaos geht auch in der Bayernliga weiter

Lesezeit: 1 Min.

Jetzt auch Trainer: Türkgücü-Kapitän Ünal Tosun (rechts).
Jetzt auch Trainer: Türkgücü-Kapitän Ünal Tosun (rechts).
Frank Scheuring/Foto2press/Imago
  • Türkgücü München trennt sich nach drei Spielen von Trainer Slaven Skeledzic, der "Unordnung" und "Chaos" im Verein beklagt.
  • Der langjährige Spieler Ünal Tosun übernimmt das Traineramt bei Türkgücü München.
  • Türkgücü München hat noch hohe Verbindlichkeiten, darunter einen niedrigen fünfstelligen Betrag beim Fußball-Verband.
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Trainer Slaven Skeledzic ist nach drei Spielen schon wieder weg und beklagt „Unordnung“ und „Fehlinformationen“, Nachfolger wird der Spieler Ünal Tosun. Und was steht noch an Verbindlichkeiten aus? „Sehr viel.“

Von Christoph Leischwitz

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Am liebsten wäre ihnen, wenn einfach mal Ruhe einkehren würde. Türkgücü München war aus der Fußball-Regionalliga abgestiegen und schien einen passablen Bayernliga-Kader zusammengestellt zu haben, dazu hatten sie in Slaven Skeledzic einen erfahrenen Trainer verpflichtet, einen langjährigen Assistenten von Miroslav Klose. Doch vor einigen Tagen polterte der 53-Jährige via Social Media los. Katastrophale Zustände seien das bei Türkgücü: „Unordnung, Fehlinformationen sowie ein hohes Maß an Chaos, starke finanzielle Restriktionen und vor allen Dingen kein Miteinander. In diesem Umfeld war professionelles Arbeiten nicht annähernd möglich“, erklärte er.

Was ebenfalls an so manch vergangen gedachte Problematik erinnerte: Bezahlt worden sei er für seine Tätigkeit auch noch nicht. „Der Juli fehlt noch“, erklärt Türkgücüs Manager Uli Bergmann auf Nachfrage, aber das sei Mitte August ja noch relativ normal. Er betont, dass ihm die Vereinsspitze gerade in der Causa Skeledzic Ruhe verordnet hat, man wolle jetzt nicht weiter aufbauschen, aber einiges möchte er dann schon klarstellen: Die Anschuldigungen seien „haltlos“, der schlechte Start der Mannschaft in die Saison (drei klare Niederlagen, Ausscheiden im Toto-Pokal) der Hauptgrund für die „einvernehmliche“ Trennung. Dass man das Heimspiel gegen Kirchanschöring verspätet anpfeifen musste, habe daran gelegen, dass eine Seitenlinie wegen des starken Regens nicht mehr sichtbar gewesen sei – Skeledzic war dem Vernehmen nach ob dieser Peinlichkeit erzürnt gewesen. Ebenso, als ein Spieler in der Datenbank plötzlich als gesperrt gelistet war, ohne dass jemand im Verein wusste, warum. Jetzt übernimmt der langjährige Spieler Ünal Tosun das Traineramt.

Unterdessen ist der Verein auch beim Abbau seiner Schulden noch nicht weiter. „Sehr viel“, sagt Bergmann auf die Frage, wie viel noch ausstehe. Allein beim Fußball-Verband belaufen sich die Verbindlichkeiten nach SZ-Informationen auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag – auch, weil kürzlich noch einmal ein Betrag dazukam: In zwei Testspielen setzte Türkgücü zu viele Gastspieler ein, das Bußgeld beläuft sich auf 2300 Euro.

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