Türkgücü München:Kurze Freude

Fußball, 3. Liga, 20210926, Türkgücü München - Borussia Dortmund II. Im Bild Alexander SORGE (Tuerkguecue Türkgücü Münc

Eine Sorge weniger: Sercan Sararer (rechts) hat seine Spielfreude offenbar wiedergefunden.

(Foto: Markus Fischer/imago images/Passion2Press)

Beim Debüt von Trainer Hyballa setzt sich Türkgücü gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund durch. Der Neue kündigt harte Trainingsarbeit an.

Von Christoph Leischwitz

Ob die Spieler von Türkgücü München nun vom Gegner als "Gangstertruppe" wahrgenommen wurden, sei einmal dahingestellt - wenn, dann handelte es sich zumindest um Gangster, die am Ende der Partie "die Arschbacken zusammenkneifen mussten". Peter Hyablla, der neue Trainer des Drittligisten, hatte vor seinem Debüt mit dem neuen Klub eingefordert, dass seine Spieler wieder ekliger werden müssten. Er habe sich dann für eine besonders intensive Spielweise entschieden gegen Borussia Dortmund II, auch wenn es sich dabei um einen besonders jungen Gegner handelt und seine eigene Mannschaft nach eigenem Bekunden konditionelle Defizite aufweise. Es ging gut: Die erschöpften Türkgücü-Spieler fingen sich zwar kurz vor Schluss noch ein Gegentor, retteten aber eine 2:1-Führung über die Zeit. Sehr zum Wohlwollen von Präsident Hasan Kivran, der seit Wochen nicht mehr bei Heimspielen zu sehen gewesen war, diesmal aber gut gelaunt vor 2209 Fans auf der Laufbahn des Olympiastadions mit den sportlich Verantwortlichen feierte.

Hyballa schenkte vor allem erfahrenen Spielern das Vertrauen und ließ vier Routiniers auflaufen, die zuletzt nicht in der Startelf gestanden hatten. Und von Beginn an war zu merken, dass die Mannschaft "brennt", so, wie der neue Trainer es gefordert hatte - auch wenn die Dortmunder mit gut organisierten Entlastungsangriffen zeigten, warum sie derzeit in der Tabelle oben mitmischen. Die erste Chance des Spiels hatte Türkgücü, als Philip Türpitz nach einem Pass in die Tiefe auf der rechten Seite durchbrach. Seine Hereingabe verpassten allerdings gleich zwei aussichtsreich postierte Mitspieler (4.). Petar Sliskovic und Marco Kehl-Gomez scheiterten danach an Dortmunds Keeper Luca Unbehaun (16., 26.).

Sercan Sararer findet zu seiner alten Spielstärke zurück und bereitet beide Tore vor

Auffällig war, dass Sercan Sararer, der vergangene Woche bei Waldhof Mannheim (1:3) nicht im Aufgebot stand, im Olympiastadion zu alter Spielstärke zurückfand: Mal über links, mal über rechts leitete er Angriffe ein und arbeitete auch defensiv intensiv mit - obwohl der 31-Jährige, nach 76 Minuten ausgewechselt, "ganz schön durchpusten" musste, wie Hyballa anmerkte. Doch da hatte Sararer schon beide Tore vorbereitet: Seine Flanke in der 42. Minute köpfelte Alexander Sorge aufs Tor, Unbehaun flutschte der Ball durch die Finger, sodass er über die Linie rollte (42.) - der Jubel der ohnehin schon ganz gut aufgelegten Türkgücü-Fans hallte lautstark vom Zeltdach über der Südkurve zurück.

Türkgücü hatte die gefährlicheren Abschlüsse, geriet Anfang der zweiten Halbzeit allerdings unter Druck. Ünal Tosun (51.) sowie Moritz Römling (54.) mussten jeweils in höchster Not mit einer Grätsche retten, doch dann fiel etwas überraschend auf der anderen Seite das nächste Tor: Türpitz traf volley aus kurzer Distanz, erneut nach einer Sararer-Flanke (68.). Bei der folgenden Auswechslung erntete der Spielmacher eine kurze Umarmung von Trainer Hyballa. Der eingewechselte Dortmunder Timo Bornemann erzielte das Anschlusstor, doch wenig später jubelte Hyballa - und sprang in seiner Freude dem Torschützen Sorge in die Arme. Die Freude währt vermutlich nur kurz: Hyballa will weiter so intensiv spielen lassen und kündigte harte Trainingseinheiten an.

© SZ/lib
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