TSV 1860 München Samstag, 17 Uhr, Party in Pipinsried

(Foto: oh)

An einem außergewöhnlichen Ort will die Mannschaft die Meisterschaft in der Regionalliga perfekt machen.

Von Philipp Schneider

Jetzt, da sich die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern entscheidet (diesmal wirklich, großes Löwenehrenwort!), fällt auf, wie klug die Kulisse gewählt ist für die größte Party des TSV 1860 München seit dem Abpfiff einer Zweitligapartie in Meppen am 11. Juni 1994. Damals kehrte der Klub nach 13 Jahren Abwesenheit in die Bundesliga zurück. Kein Ort auf der Welt könnte besser symbolisieren, wie deplatziert das Löwendasein in der Regionalliga ist, als jener Acker in der 500-Seelen Gemeinde Pipinsried im Landkreis Dachau, der an das Spielfeld grenzt, auf dem am Samstag um 17 Uhr die Mannschaft von Trainer Daniel Bierofka antritt, um den einen verdammten Punkt zu holen, der ihr noch fehlt zum Gewinn der Meisterschaft.

Jener leicht abschüssige Acker, von Landschaftsarchitekten "Naturtribüne" genannt, im Volksmund besser bekannt als "Löwenhügel" (im Bild), ist von den Pipinsriedern, die in dieser Woche vorzeitig den Klassenverbleib gesichert haben, zur Stehtribüne umfunktioniert worden, um die Stadionkapazität von 2500 auf 7000 Zuschauer zu vergrößern. Landrat Stefan Löwl (sic!) hatte die Idee, den Hang an der Nordostseite für die Gästefans zu öffnen. Der Landwirt, dem das Gelände gehört, war einverstanden. Mit der Bepflanzung werde er halt erst später beginnen, hatte er gesagt. Der Landwirt wird dann nur noch recherchieren müssen, welche Pflanzen gut zurechtkommen mit einem von Löwen und Bierkästen frisch gepflügten Mutterboden. Spargel möglicherweise.

Die Pipinsrieder werden 21 Dixi-Klos und 14 Semmel-Stationen errichten, um 1860 nicht nur eine Existenz im Profifußball zu ermöglichen, sondern weitere Grundbedürfnisse zu befriedigen.